Daviscup-Relegation in Sundern: Daviscup: Abstieg droht
zuletzt aktualisiert: 20.09.2003 - 18:24Sundern (rpo). Der deutschen Tennis-Daviscup-Mannschaft stehen zwei Schicksalsspiele bevor. Nachdem das heutige Doppel verloren ging, droht bei 1:2 Rückstand nach Punkten erstmals seit 20 Jahren der Abstieg.
Der deutschen Daviscup-Mannschaft droht in der Relegation gegen Weißrussland in Sundern erstmals seit 20 Jahren der Abstieg aus der Weltgruppe der 16 besten Teams. Die deutsche Zufalls-Paarung Rainer Schüttler/Nicolas Kiefer unterlag dem Weltklasse-Doppel Max Mirnji/Wladimir Woltschkow mit 3:6, 6:3, 5:7, 5:7 und kassierte damit vor den beiden abschließenden Einzeln den Punkt zum 1:2-Rückstand.
Wieder Behrend gesetzt
Am Sonntag spielt ab 11.00 Uhr zunächst Schüttler gegen Mirnji, anschließend stehen sich Tomas Behrend und Woltschkow gegenüber. Behrend hatte sein Auftakteinzel gegen Mirnji am Freitag in fünf Sätzen verloren, anschließend sorgte Schüttler ebenfalls in fünf Sätzen gegen Woltschkow für das 1:1.
Viel Diskussionen hatte es bereits im Vorfeld über das mögliche deutsche Doppel in Sundern gegeben. Zunächst holte Teamchef Patrik Kühnen überraschend den Frankfurter Alexander Waske ins Team, den er wegen seiner selbstbewussten Art unbedingt Doppel spielen lassen wollte. Am Ende gehörte Waske gar nicht mehr zum Team, stattdessen nominierte Kühnen ein Doppel, dem abgesehen von einem Auftritt vor zwei Jahren in der Qualifikation des ATP-Turniers in Rom jegliche gemeinsame Spielpraxis fehlt.
Keine Harmonie
Während die beiden auf dem Platz versuchten, die mangelnde Harmonie durch Einzelaktionen auszugleichen, saß Deutschlands bester Doppelspieler auf der Tribüne und sah zu. "Es ist natürlich schwer, wenn man nie zusammen gespielt hat", sagte Michael Kohlmann, auf dessen Nominierung Kühnen von Beginn an verzichtet hatte.
Doch es haperte nicht nur an der Feinabstimmung zwischen dem unermüdlich kämpfenden Dauerläufer Rainer Schüttler und dem viel lieber offensiv orientierten Nicolas Kiefer, der nach seiner Nichtberücksichtigung für das Einzel offenbar ziemlich verunsichert war. Kiefer spielte viele Volleys zu zögerlich, sein Aufschlag war nur selten eine Bank, und bei den "Big Points" wurde sein Arm oft unerklärlich schwer. Schüttler ackerte und rannte wie immer, konnte viele Fehler ausbügeln, war aber viel zu oft auf verlorenem Posten. Und außerdem stand auf der anderen Seite ein Doppel, das zum 17. Mal gemeinsam im Daviscup antrat und 13 dieser 17 Matches gewonnen hat.
Dennoch mit Chancen
Dennoch hatten Schüttler und Kiefer ihre Chancen. Nach verlorenem ersten Satz kämpfte sich das Duo ins Match zurück, wehrte im zweiten Satz bei Schüttlers Aufschlag drei Breakbälle ab und nahmen im Gegenzug Woltschkow das Service zum 5:3 ab. Kiefer brachte mit seinem Aufschlag zum 6:3 den zweiten Durchgang unter Dach und Fach, verlor ihn aber prompt, als es darum ging, ein frühes deutsches Break im dritten Satz zur 2:0-Führung auszubauen.
Auch das zweite deutsche Break zum 2:1 brachte nicht den erhofften Vorteil, erneut war es Kiefer, der das Rebreak zum 3:3 kassierte. Gegen den aufschlagenden Schüttler gelang dann Mirnji und Woltschkow der Satzgewinn zum 7:5. Im vierten Durchgang war es nach vielen vergebenen deutschen Chancen dann ausgerechnet der unermüdlich rackernde Schüttler, der seinen Aufschlag zum 5:7 und damit zum Match verlor. Vier Matchbälle wehrten die Deutschen noch ab, der fünfte saß.
Ab in die Euro-Afrika-Gruppe?
Sollte Deutschland absteigen, müsste die Mannschaft 2004 in der Euro/Afrika-Gruppe antreten und hätte vermutlich in der ersten Runde im Februar ein Freilos. Danach werden in zwei weiteren Runden im April und im Juli jene vier Teams ermittelt, die ebenso wie jeweils zwei Mannschaften aus der Amerika- und der Asien/Ozeanien-Zone in der Relegation im September gegen die acht Erstrunden-Verlierer der Weltgruppe antreten. Deutschland war 1983 als Sieger der damaligen Europazone A in die Weltgruppe aufgestiegen und seither ununterbrochen erstklassig. 1988, 1989 und 1993 gewann Deutschland jeweils mit Teamkapitän Niki Pilic den Daviscup.
Statistik zum Daviscup
Weltgruppe, Halbfinals:
In Melbourne: Australien - Schweiz 3:2. - Lleyton Hewitt - Michel Kratochvil 6:4, 6:4, 6:1, Mark Philippoussis - Roger Federer 3:6, 4:6, 6:7 (3:7), Wayne Arthurs/Todd Woodbridge - Roger Federer/Marc Rosset 4:6, 7:6 (7:5), 5:7, 6:4, 6:4, Lleyton Hewitt - Roger Federer 5:7, 2:6, 7:6 (7:4), 7:5, 6:1, Todd Woodbridge - Michel Kratochvil 4:6-Aufgabe Woodbridge
In Malaga: Spanien - Argentinien 2:1. - Juan Carlos Ferrero - Gaston Gaudio 6:4, 6:0, 6:0, Carlos Moya - Mariano Zabaleta 5:7, 2: 6, 6:2, 6:0, 6:1, Alex Corretja/Albert Costa - Lucas Arnold/Agustin Calleri 3:6, 6:1, 4:6, 2:6
Relegationsrunde:
In Sundern: Deutschland - Weissrussland 1:2. - Tomas Behrend (Sundern) - Max Mirnyi 7:5, 6:2, 6:7 (6:8), 2:6, 4:6, Rainer Schüttler (Korbach) - Wladimir Woltschkow 6:3, 3:6, 6:7 (3:7), 6:4, 6:4, Rainer Schüttler/Nicolas Kiefer (Korbach/Hannover) - Max Mirnji/Wladimir Woltschkow 3:6, 6:3, 5:7, 5:7
In Bratislava: Slowakei - USA 1:2. - Dominik Hrbaty - Andy Roddick 3:6, 6:3, 6:4, 6:4, Karol Kucera - Mardy Fish 6:4, 5:7, 5: 7, 1:6, Dominik Hrbaty/Karol Beck - Bob Bryan/Mike Bryan 1:6, 4:6, 6:7 (5:7)
In Pörtschach: Österreich - Belgien 2:1. - Stefan Koubek - Christophe Rochus 6:2, 6:4, 6:1, Jürgen Melzer - Olivier Rochus 6: 1, 7:6 (7:4), 5:7, 2:6, 6:1, Julian Knowle/Alexander Peya - Olivier Rochus/Kristof Vliegen 6:4, 1:6, 4:6, 2:6
In Bangkok: Thailand - Tschechien 1:3. - Danai Udomchoke - Jiri Novak 2:6, 2:6, 6:7 (1:7), Paradorn Srichaphan - Bohdan Ulihrach 7:6 (7:2), 6:2, 7:6 (7:4), Paradorn Srichaphan/Danai Udomchoke - Tomas Berdych/Jiri Novak 3:6, 6:7 (3:7), 4:6, Paradorn Srichaphan - Jiri Novak 4:6, 4:6, 4:6
In Zwolle: Niederlande - Indien 3:0. - Martin Verkerk - Rohan Bopanna 5:7, 6:3, 5:7, 7:6 (9:7), 12:10, Sjeng Schalken - Prakash Amritraj 6:3, 6:1, 6:1, Martin Verkerk/John van Lottum - Rohan Bopanna/Mahesh Bhupathi 4:6, 7:5, 7:5, 6:4
In Casablanca: Marokko - Grossbritannien 2:1. - Hicham Arazi - Tim Henman 6:4, 6:4, 7:6 (7:4), Younes El Aynaoui - Gerg Rusedski 3: 6, 6:3, 6:4, 3:6, 6:1, Hicham Arazi/Mounir El Aarej - Tim Henman/Greg Rusedski 6:7 (3:7), 2:6, 4:6
In Calgary: Kanada - Brasilien 2:1. - Frederic Niemeyer - Flavio Saretta 4:6, 6:7 (5:7), 7:6 (7:4), 4:6, Daniel Nestor - Gustavo Kuerten 6:7 (7:9), 7:6 (7:0), 6:3, 6:7 (7:9), 7:5, Daniel Nestor/Frederic Niemeyer - Gustavo Kuerten/Andre Sa 6:3, 6:2, 1:6, 6:2
In Quito: Ekuador - Rumänien 1:2. - Giovanni Lapentti - Victor Hanescu 6:7 (3:7), 7:6 (7:5), 6:7 (5:7), 7:6 (7:1), 4:6, Nicolas Lapentti - Razvan Sabau 6:2, 6:4, 3:6, 4:6, 6:3, Nicolas und Giovanni Lapentti - Florin Mergea/Horia Tecau 6:7 (2:7), 6:1, 3:6, 6:3, 11:13
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







