Abel und Kohlschreiber am Pranger: Daviscup: Kiefer wieder an Bord
zuletzt aktualisiert: 31.08.2003 - 11:03New York (rpo). Den Aufwärtstrend von Nicolas Kiefer hat auch Daviscup-Kapitän Patrick Kühnen registriert. Ab sofort gehört "Kiwi" wieder zum Team.
Mit der Nominierung Kiefers und harscher Kritik am deutschen Tennisnachwuchs hat Daviscupkapitän Patrik Kühnen bei den US Open die heiße Phase für das Abstiegsduell gegen Weißrussland in Sundern (19. bis 21. September) eingeläutet. Nach rund einjähriger Abstinenz berief der Teamchef in New York den 26-jährigen Kiefer aufgrund der zuletzt gezeigten Leistungen in das erweiterte fünfköpfige Aufgebot. Er will der Nummer 55 des Champions Race damit aber keinen Freifahrtschein für den Einsatz als zweiter Einzelspieler neben Rainer Schüttler ausstellen.
"Nicolas wird wie alle um seinen Einsatz kämpfen müssen. Ich will sehen, dass sich jemand mit Hingabe für den noch vakanten Platz bewirbt", kündigte Kühnen einen Dreikampf zwischen Kiefer ("Ich spiele immer gerne für Deutschland") sowie den beiden Sundener Bundesligaakteuren Lars Burgsmüller und Tomas Behrend an.
Ein Platz ist noch offen
Den letzten Spieler des vorläufigen Kaders will Kühnen am Montag in New York bekannt geben. Einen Tag vor dem ersten Einzel legt sich der 37 Jahre alte Ex-Profi dann definitiv auf die vier Akteure fest, die den ersten Abstieg der Deutschen aus der Weltgruppe seit 1983 verhindern sollen.
Unzufrieden ist Kühnen mit der Entwicklung der Nachwuchsspieler wie Maximilian Abel (21) aus Frankfurt oder Philipp Kohlschreiber (20) aus München. Zwar überstanden beide erstmals die Qualifikation bei einem Grand-Slam-Turnier, scheiterten aber dann in der ersten Runde des Hauptfeldes.
"Von diesen Spielern hat in diesem Jahr keiner den Sprung geschafft, den ich erwartet habe. Beide sind vom Daviscup-Team noch weit entfernt", sagte der Kapitän. Kühnen vermisst vor allen Dingen die Konstanz und eine gesunde Einstellung: "Ein Maxi Abel begreift erst jetzt, was es heißt, ein Profi zu sein. Das ist spät, aber hoffentlich noch nicht zu spät."
Zusammenarbeit forcieren
Um die Situation zu verbessern, hat Kühnen die Zusammenarbeit mit den jeweiligen Trainern und Verbänden forciert: "Bei uns werden die Spieler später reif als in Frankreich oder Spanien. Das liegt vor allen Dingen daran, dass die Talente dort schon mit 16 Jahren auf der Tour spielen, während unser Nachwuchs bei irgendwelchen Jugendlichen-Tournaments antritt." Dennoch stellte er Abel und Kohlschreiber eine Einladung zum Daviscupteam in Aussicht.
Doch die Anspannung bei Kühnen ist bereits knapp drei Wochen vor der "gefährlichen" Partie gegen Max Mirnji (Champions Race Nummer 19), Wladimir Woltschkow (89) und Co. groß wie selten zuvor. "Ich kann nachts kaum mehr als fünf Stunden schlafen. Der Druck ist schon enorm", verrät Kühnen, der besonders vor Mirnyi Respekt hat: "Der ist in guter Form immer für drei Punkte gut."
Allerdings verloren beide Weißrussen bei den US Open sang- und klanglos in Runde eins. Zudem hat Kiefer gegen Mirnji eine Bilanz von 3:0 Siegen - was für eine endgültige Nominierung sprechen könnte.
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