Das Doppel nun unter Druck: Daviscup-Team liegt 0:2 hinten
zuletzt aktualisiert: 08.02.2003 - 13:51Buenos Aires (rpo). Ausgeschüttlert. Nach der Niederlage von Lars Burgsmüller im zweiten Einzel liegt das deutsche Daviscup-Team in Argentinien nach dem ersten Tag mit 0:2 fast aussichtslos zurück. Zuvor hatte Rainer Schüttler in seinem Einzel gegen Gastón Gaudio nicht den Hauch einer Chance.
Daviscup-Teamchef Patrik Kühnen hat seine Mannschaft kurz vor dem entscheidenden Doppel gegen Argentinien in Buenos Aires am Samstag (15.30 Uhr MEZ) umgestellt. Anstelle der ursprünglich vorgesehenen Variante David Prinosil/Michael Kohlmann bestreiten nun Kohlmann und Rainer Schüttler das Doppel gegen David Nalbandian und Lucas Arnold.
Sollte Deutschland nach den beiden Niederlagen von Schüttler gegen Gaston Gaudio und von Lars Burgsmüller gegen Nalbandian auch das Doppel verlieren, müsste die Mannschaft erneut in die Relegation. Die wird am 8. April ausgelost und vom 19. bis 21. September gespielt.
Die neue deutsche Tennis-Hoffnung Rainer Schüttler ist gegen Gastón Gaudio abgestürzt. Daviscup-Debütant Lars Burgsmüller überraschte dagegen am Freitag in Buenos Aires, konnte gegen David Nalbandian das 0:2 gegen Argentinien trotz harten Ringens aber nicht verhindern. Australian-Open-Finalist Schüttler verlor nach einer kläglichen Vorstellung sang- und klanglos mit 2:6, 3:6, 0:6 und hatte während des 90-minütigen Debakels nicht den Hauch einer Chance.
"Das war wohl meine schlimmste Niederlage in einem Daviscup- Spiel", sagte der maßlos enttäuschte Schüttler. "Hier war alles so, wie ich es nicht mag: kühles, windiges Wetter, ein nasser Sandplatz und schwere, langsame Bälle. Gaudio war aber auch einfach besser."
Burgsmüller zog sich zwar besser aus der Affäre und nötigte dem argentinischen Publikum sogar sporadisch Beifall ab. Doch auch er musste in 2:25 Stunden eine 1:6, 6:7 (4:7), 5:7-Niederlage einstecken. Sollte auch das Doppel David Prinosil/Michael Kohlmann an diesem Samstag (15.00 Uhr MEZ) gegen Nalbandian/Lucas Arnold untergehen, wäre die Partie schon vor den beiden Schlusseinzeln am Sonntag entschieden. Das Team des Deutschen Tennis Bundes (DTB) müsste dann wie im Vorjahr in die Abstiegsrunde, die vom 19. bis 21. September ausgespielt wird.
Beschönigen wollte der auch in der Niederlage faire und anständige Sportsmann Schüttler nichts. Nach dem ersten Satz habe er noch versucht, sein Spiel zu ändern und dichter ans Netz zu gehen, meinte der auf Platz zwei des Champions Race gekletterte Schüttler. "Aber Gaudio wusste auf alles eine Antwort." Der Argentinier hatte die Probleme seines Gegners schnell erkannt. "Der kam mit dem Platz, den schweren, langsamen Bällen überhaupt nicht zurecht und konnte gar keinen Druck machen", sagte der in der Jahres-Weltrangliste auf Position 59 geführte Gaudio. "Als er das merkte, hatte ich den Eindruck, dass er nach dem ersten Satz schon aufgegeben hatte."
Der 26-jährige Schüttler hatte große Probleme mit dem böigen Wind, der ihm viele Bälle ins Netz bremste oder über die Auslinie trug. Gaudio zwang Schüttler immer wieder ans Netz und spielte ihn gekonnt aus. Am Ende demütigte er den Wahl-Schweizer sogar.
Schüttler war schon im zweiten Durchgang mit seinem Latein am Ende gewesen. Mehr und mehr landeten die Bälle im Netz oder flogen ins Aus. Vor Wut schlug er Bälle aus dem Stadion heraus, was die etwa 7000 Zuschauer mit einem Pfeifkonzert quittierten. Ansonsten waren die Argentinier aber "ein angenehmes Publikum", wie Schüttler meinte.
Der erste Spieltag hatte wegen wolkenbruchartiger Regenfälle mit eineinhalb Stunden Verspätung begonnen. Die Temperaturen waren am Morgen um mehr als zehn Grad auf angenehme 22 Grad gefallen und es war auch lange nicht mehr so schwül wie an den Vortagen. Allerdings sind für die kommenden Tage Regenschauer angekündigt.
Daviscup, Weltgruppe, 1. Runde, 1. Tag:
In Buenos Aires: Argentinien - Deutschland 2:0 Gaston Gaudio - Rainer Schüttler (Korbach) 6:2, 6:3, 6:0 David Nalbandian - Lars Burgsmüller (Sundern) 6:1, 7:6 (7:4), 7:5
In Bukarest: Rumänien - Frankreich 0:2Adrian Voinea - Sebastien Grosjean 2:6, 3:6, 6:7 (10:12) Andrei Pavel - Nicolas Escude 6:7 (2:7), 2:6, 6:7 (5:7)
In Arnheim: Niederlande - Schweiz 1:1Sjeng Schalken - Michel Kratochvil 6:3, 7:5, 1:6, 4:6, 6:4 Raemon Sluiter - Roger Federer 2:6, 1:6, 3:6
In Sydney: Australien - Großbritannien 2:0Mark Philippoussis - Alan Macklin 6:3, 6:3, 6:3 Lleyton Hewitt - Alex Bogdanovic 7:5, 6:1, 6:2 Lleyton Hewitt/Todd Woodbridge - Arvind Parmar/Miles Maclagan 6:1, 6:3, 4:6, 6:2
damit Australien im Viertelfinale
In Helsingborg: Schweden - Brasilien 1:1Andreas Vinciguerra - Gustavo Kuerten 1:6, 4:6, 4:6 Jonas Björkman - Andre Sa 6:4, 5:7, 6:2, 4:6, 6:1
In Zagreb: Kroatien - USA 1:1Ivan Ljubicic - Mardy Fish 7: 5, 6:3, 6:4 Mario Ancic - James Blake 1:6, 2:6, 6:7 (5:7)
In Sevilla: Spanien - Belgien 2:0Juan Carlos Ferrero - Christophe Rochus 6:3, 6:2, 7:5 Carlos Moya - Xavier Malisse 7:6 (7:2), 6:1, 7:6 (7:5)
In Ostrau: Tschechien - Russland 1:1Jiri Novak - Nikolai Dawidenko 6:4, 4:6, 6:1, 6:1 Radek Stepanek - Michail Juschni 6:3, 6:7 (8:10), 7:6 (8:6), 2:6, 3:6
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