Schüttler und Kiefer sollen Punkte liefern: Daviscup: Tommy Haas nur Zuschauer
zuletzt aktualisiert: 07.04.2004 - 18:56Alsdorf (rpo). Bei seinem Comeback im deutschen Daviscupteam bleibt Tommy Haas in der Partie gegen Israel nur die Zuschauerrolle. Rainer Schüttler und Nicolas Kiefer sollen am Osterwochenende im Alleingang die Punkte liefern.
Teamkapitän Patrik Kühnen nominierte Schüttler und Kiefer für die Einzel gegen Harel Levy und Noam Okun und schickt die beiden auch im Doppel gegen Israels Weltklasse-Paarung Jonathan Erlich und Andy Ram auf den Platz.
Den Anfang machen am Freitag um 14 Uhr Schüttler und Okun, anschließend spielt Kiefer gegen Levy. Spielbeginn am Samstag und Sonntag ist ebenfalls um 14 Uhr, der Münchner Privatsender Tele 5 überträgt jeweils live. Seine Doppelbesetzung kann Kühnen bis eine Stunde vor Spielbeginn ebenso ändern wie die der Einzel am Sonntag. "Vielleicht bekomme ich ja doch noch eine Chance", meinte Haas, der sich als fairer Sportsmann gab: "Wir brauchen hier drei Punkte, ob ich die jetzt hole oder mein Vater oder Florian Mayer, ist doch völlig egal."
Rainer Schüttler hofft, durch zwei Siege im Einzel neue Motivation für die nächsten Monate auf der Tour zu gewinnen. "Es wäre nach den Enttäuschungen der letzten Wochen enorm wichtig für mich", meinte der blonde Hesse, der nach wie vor keine Erklärung für die Niederlagenserie der vergangenen Wochen hat: "Ich spiele gut, mein Aufschlag und mein Volley sind sogar besser als letztes Jahr, ich mache viel mehr freie Punkte mit dem Aufschlag. Ich weiß nicht, woran es liegt." Kühnen vertraut auf den nominell besten deutschen Spieler: "Rainer hat sehr stark trainiert, und er weiß, was Daviscup bedeutet."
Stark trainiert hat auch Nicolas Kiefer, dessen Selbstbewusstsein nach zwei Finals in Memphis und Scottsdale sowie dem Viertelfinale in Miami deutlich gestiegen ist. "Es hat mich viel Arbeit gekostet, wieder so weit zu kommen und Patriks Vertrauen zurückzugewinnen", meinte der 26-Jährige, der seine eher bescheidene Daviscup-Bilanz von 4:8 im Einzel unbedingt aufpolieren will: "Ich möchte durch Leistung überzeugen, ich werde kämpfen wie ein Löwe."
"Aufwärtstrend ist enorm"
Kiefer, so Teamchef Kühnen, habe sich seinen Einsatz in den letzten Turnieren mehr als verdient: "Sein Aufwärtstrend ist enorm, ich setze voll auf ihn." Und dabei hatte Frankreichs Tennis-Held Henri Leconte noch am Mittwoch in der Münchner tz eine volle Breitseite gegen Kiefer losgelassen. "Es gibt Typen, die sind keine echten Daviscupspieler, die haben Angst und geben nicht alles", lästerte Leconte: "Kiefer ist zum Beispiel so einer, er hat im Daviscup immer schlecht gespielt."
Von Tommy Haas kann man das nicht behaupten, bei 12:1 steht seine imponierende Bilanz im Einzel. Dennoch entschied sich Patrik Kühnen gegen den 26-Jährigen, der zuletzt im September 2002 im Karlsruher Playoffspiel gegen Venezuela zur deutschen Mannschaft gehörte. Immerhin konnte Haas am Mittwoch vermelden, dass die zweimal operierte rechte Schulter hält, die ihn zu einer 15-monatigen Pause gezwungen hatte. "Ich bin körperlich top in Schuss, ich bin auch jederzeit bereit zu spielen, wenn es sich ergibt", sagte er. Könnte gut sein, dass sich wirklich noch was ergibt.
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