Ehemalige Ruderin zieht vor Gericht: DDR-Dopingopfer klagt auf Lebensrente
zuletzt aktualisiert: 28.12.2009 - 13:22Magdeburg/Berlin (RPO). Das staatlich anerkannte DDR-Sport-Dopingopfer Cornelia Jeske hat vor dem Sozialgericht Magdeburg Klage eingereicht. Die 46-Jährige, die unter ihrem Mädchennamen Reichhelm Hochleistungsrudern beim SC Dynamo Berlin betrieben hat, will vor Gericht eine monatliche Rente erstreiten.
Das berichtet der "Deutschlandfunk". Der Doping-Opfer-Hilfe-Verein unterstützt die frühere Ruderin, die 1984 im Olympiakader gestanden hatte. "Wir befürworten ein solches Vorgehen, weil viele Doping-Opfer keinen ordentlichen Beruf mehr ausüben können. Cornelia Jeske erhält von uns beim Prozess finanzielle Unterstützung", sagte Klaus Zöllig, Vorsitzender der Doping-Opfer-Hilfe, dem Sport-Informations-Dienst (SID).
Jeske ist seit dem Jahr 2000 wegen ihrer veränderten Wirbelsäule berufs- und erwerbsunfähig. Im Jahre 2003 hatte sie aus dem Etat des Dopingopfer-Hilfegesetzes den Einmalbetrag von 10.439 Euro erhalten. Vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und dem Bund sowie von Jenapharm, dem früheren Produzenten des DDR-Anabolikums Oral-Turinabol, gab es zudem jeweils 9250 Euro.
In einem ersten Verfahren vor dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales wurden Jeskes Forderungen mit dem Verweis auf ein Gutachten des westfälischen Universitätsklinikums Münster zurückgewiesen. Das Gutachten hatte keinen Zusammenhang zwischen der Einnahme von anabolen Steroiden und den Gesundheitsstörungen erkannt.
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