Tennis / Fed-Cup: Deutsche Damen scheitern an den USA
zuletzt aktualisiert: 23.04.2006 - 14:50Ettenheim (rpo). Der Traum ist geplatzt. Die deutschen Tennis-Damen haben den Einzug in das Halbfinale des Fed-Cups seit 1995 verpasst und müssen jetzt wieder um den Klassenerhalt in der Weltgruppe bangen. Martina Müller aus Hannover unterlag im abschließenden Einzel der Weltranglisten-75. Jamea Jackson 6:7 (2:7), 2:6 und vergab damit den 2:2-Ausgleich gegen Rekordsieger USA.
Die Mannschaft von Teamchefin Barbara Rittner muss nun am 15./16. Juli gegen den Abstieg kämpfen. Der Gegner wird am kommenden Dienstag ausgelost.
"Ich weiß nicht, wann wir das nächste Mal so eine Riesenchance auf das Halbfinale bekommen. Die Mannschaft ist leider viel zu unerfahren und nervös. Einige Dinge haben mir auch innerhalb der Mannschaft nicht gefallen, das werden wir schnell ansprechen", sagte Teamchefin Barbara Rittner nach der bitteren Pleite gegen die USA, die ohne die nominelle Nummer eins Lindsay Davenport und die Williams-Schwestern angetreten waren.
Vor allem die Niederlage der Weltranglisten-14. Grönefeld am Samstag gegen die an beiden Tagen wie aufgedreht spielende Weltranglisten-75. Jamea Jackson tat weh. "Sie ist auch nur ein Mensch, sie wird in die Rolle der Führungsspielerin sicher noch reinwachsen. Für die Zukunft ist mir nicht bange", sagte Rittner und nahm ihre Topspielerin bewusst in Schutz.
Zwar präsentierte sich die 20-Jährige Grönefeld am Sonntag wie ausgewechselt und ließ US-Topspielerin Jill Craybas beim 6:2, 7:5 vor 3300 Zuschauern im badischen Ettenheim kaum eine Chance, doch Martina Müller aus Hannover konnte im zweiten Einzel trotz einer ordentlichen Leistung beim 6:7 (2:7), 2:6 gegen den auftrumpfenden Fed-Cup-Neuling Jackson die Kastanien für die Auswahl des Deutschen Tennis Bundes (DTB) nicht mehr aus dem Feuer holen. Das abschließende Doppel war nicht mehr von Bedeutung. Am kommenden Dienstag wird der Gegner der DTB-Frauen für die Abstiegsrelegation ausgelost.
Bei Grönefeld hatte der heftige Rüffel ihres Trainers Rafael Font de Mora im Anschluss an die peinliche Pleite gegen Jackson am Samstag offenbar Wirkung gezeigt. "Es ist einfach wichtig, dass der Trainer so mit mir spricht, auch wenn man die Worte nicht gerne hört. Aber das bringt einen weiter. Ich bin heute mit dem Druck viel besser umgegangen", sagte Grönefeld, nachdem sie am Samstagabend noch mit den Tränen in den Augen die Anlage verlassen hatte.
Zwar unterliefen Grönefeld auch zu Beginn der Partie gegen Craybas, die am Samstag Julia Schruff (Augsburg) in drei Sätzen besiegt hatte, einige "leichte" Fehler, doch spätestens Mitte des ersten Satzes hatte die Weltranglisten-14. das Heft des Handelns fest in ihren Händen.
Anschließend lag der Druck auf der in der Weltrangliste nur an Position 104 geführten Müller, die für die an Wadenproblemen leidende Weltranglisten-52. Schruff am Sonntag das zweite Einzel spielte. Doch die erst 19-Jährige Jackson ließ nichts anbrennen und machte an dem Wochenende mit ihren beiden Siegen über Grönefeld und Müller den entscheidenden Unterschied.
Barbara Rittner ließ denn auch Kritik an Julia Schruff nicht vermissen: "Ich kann nicht verstehen, wie man nach 74 Minuten Wadenkrämpfe bekommen kann. Wenn einem der Fed-Cup so wichtig ist, spielt man nicht in der Vorwoche noch ein Turnier in den USA."
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