Russland und Frankreich gewinnen: Deutsche Leichtathleten zwei Mal Zweite
zuletzt aktualisiert: 22.06.2003 - 18:04Florenz (rpo). Beim Leichtathletik-Europapokal in Florenz haben sich die deutschen Teams beachtlich geschlagen und belegten am Ende jeweils den zweiten Platz. Garanten des Erfolges waren 400-m-Star Ingo Schultz und Hochspringerin Daniela Rath.
Beim 24. Europacup am Wochenende in Florenz kam die Auswahl des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) bei den Frauen (103 Punkte) und Männern (100,5) wie im Vorjahr jeweils auf den zweiten Platz. Den Cup gewannen zum siebten Mal hintereinander Russlands Frauen (130) und erstmals Frankreichs Männer (109).
Nach den Einzelsiegen am ersten Tag durch Hammerwerfer Karsten Kobs, 800-m-Läuferin Claudia Gesell, Stabhochspringerin Annika Becker und Speerwerferin Steffi Nerius setzten am Sonntag Daniela Rath mit ihrem ersten Zwei-Meter-Sprung und Kugelstoß-Olympiasiegerin Astrid Kumbernuss noch zwei Einzelerfolge drauf. "Wir haben gezeigt, dass wir Siegerathleten haben. Vor allem welche, die bisher nicht so im Vordergrund standen", bilanzierte Rüdiger Nickel, der DLV- Vizepräsident Leistungssport, eine Woche vor den nationalen Titelkämpfen in Ulm den wichtigsten Mannschafts-Wettkampf in Europa.
Obwohl Asse wie Heike Drechsler, Nils Schumann, Lars Riedel, Tim Lobinger und Grit Breuer fehlten, konnten sich die DLV-Athleten zwei Monate vor den Weltmeisterschaften in Paris behaupten, auch wenn es nur wenige Leistungsexplosionen gab. Dazu zählten die 45,19 Sekunden von Schultz. Damit knackte der Bergedorfer zwar erstmals die WM-Norm, kam allerdings hinter dem bärenstarken Franzosen Marc Raquil (44,88) ins Ziel. "Jetzt will ich eine 44 vor dem Komma", kündigte der Vize- Weltmeister an.
Auch Kobs, der Weltmeister von 1999, gab im "Luigi Ridolfi Stadium" Anlass zu Hoffnungen. Der Weltmeister von 1999 schleuderte den Hammer auf die deutsche Jahresbestweite von 80,63 m. Seine Vereinskollegin Claudia Gesell hätte sich als Europacup-Siegerin sogar direkt für Paris qualifiziert - wenn sie über 800 m die Zwei- Minuten-Barriere geknackt hätte. "Die Zeit interessiert nicht, gewinnen ist immer schön", meinte sie nach ihren 2:00,85 Minuten. Die Erfurterin Annika Becker schwang sich im Stabhochsprung auf 4,50 m empor - keine konnte ihr folgen. Mit 63,30 m setzte sich Steffi Nerius (Leverkusen) im Speerwerfen durch.
Bei über 35 Grad im Schatten sprang Daniela Rath (Leverkusen) erstmals in ihrer Karriere über 2,00 m und stellte damit auch eine deutsche Jahresbestleistung auf. "Das ist ein unglaubliches Gefühl", schwärmte die lange vom Verletzungspech gebeutelte Athletin. Nur wenige Minuten später setzte sich Astrid Kumbernuss in einem schwachen Wettbewerb mit ihrer ganzen Routine und 19,46 m durch. Als einzige neben Kobs erreichte nur Heike Meißner erstmals die A-Norm für die WM. Die Chemnitzerin wurde über 400 m Hürden Dritte in 55,22 Sekunden.
Mit internationalen Topergebnissen geizten die Athleten: Vor nur insgesamt 6000 Zuschauern gab es bei der wenig aufregenden Veranstaltung keine einzige Jahresweltbestleistung. Prämien werden traditionell nicht bezahlt. Für die 100-m-Siege sorgten die französische Ex-Europameisterin Christine Arron in 11,07 Sekunden und der Brite Mark Lewis-Francis in 10,22.
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