Vielseitigkeits-EM in Blenheim: Deutsche Reiter auf Goldkurs
zuletzt aktualisiert: 09.09.2005 - 19:12Blenheim/Oxford (rpo). Bei den deutschen "Buschreitern" bei der Vielseitigkeits-EM im englischen Blenheim ist am Freitag wegen der Team-Nominierung ein wenig Unruhe aufgekommen. Trotzdem konnte die Mannschaft ihre gute Form bestätigen und nahm Kurs auf die Goldmedaille.
Nach Ende der Dressurprüfung führt Bettina Hoy (Gatcombe/England) mit ihrem 14 Jahre alten Wallach Ringwood Cockatoo und 31,3 Minuspunkten vor der Britin Pippa Funnell (Ensign/37,8) sowie den punktgleichen Frank Ostholt aus Warendorf (Air Jordan/38,0) und der Britin Zara Phillips (Toytown/38,0). Auch in der Team-Wertung liegen die Deutschen (111,7) vor Großbritannien (123,9) und Frankreich (131,1) in Front.
"Mein Pferd war super drauf und hat sich durch die Atmosphäre nicht ablenken lassen. Ich bin sehr zufrieden", sagte der deutsche Meister Ostholt nach seinem Bravourstück am Freitag. Bettina Hoy hatte bereits am Donnerstag für die Top-Leistung gesorgt.
Mannschaftskollege Hinrich Romeike (Nübbel), der mit 42,4 Punkten ebenfalls überzeugte, dämpfte jedoch die Erwartungen: "Das ist ein schönes Ergebnis, doch die Führung sagt nicht viel aus. Entscheidend ist aber erst der Geländeritt am Samstag." Für das Streichergebnis hatte die erst 25 Jahre alte Startreiterin Anna Warnecke (Twinkle Bee/56,1) gesorgt.
Starke Leistung von Dibwoski
Eine starke Leistung bot Einzelreiter Andreas Dibwoski aus Döhle, der mit Serve Well kurzfristig aus der Mannschaft gestrichen wurde. Der 39-Jährige kam mit 41,1 Minuspunkten ebenfalls unter die Top-Ten. Die dreimalige deutsche Meisterin Ingrid Klimke aus Münster, die wie Dibowski ebenfalls aus dem Vierer-Team genommen worden war, kam mit Sleep Late auf 45,2 Minuspunkte.
"Ich bin enttäuscht, dass ich nicht zur Mannschaft gehöre", meinte Dibowski nach seinem Ritt. Da seine Stute Serve Well in den letzten Tagen in England weniger Nahrung zu sich nahm und so an Gewicht verloren hatte, wurde das Paar mit Blick auf den kräftezehrenden Geländeritt aus der Mannschaft genommen. "Die Stute frisst immer weniger vor großen Turnieren", wehrte sich Dibowski. Zudem sollen Insekten-Stiche dem Pferd zugesetzt haben.
"Ich war überrascht, weil ich nicht für die Mannschaft nominiert wurde", schilderte Ingrid Klimke ihre Reaktion. Ausschuss-Vorsitzender Michael Spethmann verteidigte die Entscheidung: "Ingrid hatte eine längere Zwangspause. Ihr fehlt ein wenig Konstanz. Deshalb haben wir uns gegen sie entschieden."
Bei der nächsten EM werden derlei Störfeuer nicht mehr aufkommen. Wie Spethmann erklärte, werden ab 2007 fünf Reiter pro Nation nominiert, die alle für das Team starten. Bislang erhielten vier Team- und zwei Einzelreiter eine Nominierung bei einer EM.
Bereits am Freitagabend fieberten alle Teams dem Geländeritt am Samstag entgegen, der bei Vielseitigkeits-Turnieren jeweils den Höhepunkt darstellt. "Die Geländestrecke hat es in sich. Es gibt viele Oxer, so als sei das Hindernis wieder in Mode gekommen", meinte Romeike.
Der Schleswig-Holsteiner geht Samstag als dritter deutscher Starter auf die Strecke. "Ich stelle mich ganz in den Dienst der Mannschaft. Wenn der Bundestrainer sagt, ich soll auf Sicherheit reiten, reite ich sicher. Wenn ich Tempo machen soll, mache ich's eben", sagte der Olympia-Teilnehmer.
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