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US Open: Deutsche Tenniscracks sind hochmotiviert

zuletzt aktualisiert: 28.08.2005 - 11:12

New York (rpo). Wie sollte es auch anders sein: Mal wieder klingen sie optimistisch. "Total heiß" sei er auf die US Open, sagt Nicolas Kiefer. "Voll angreifen" will Rainer Schüttler, und Tommy Haas hat "endlich keine Probleme" mehr nach Bänderiss und Erkältung. Ab Montag müssen die deutschen Tennisprofis den großen Ankündigungen beim vierten und letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres in New York Taten folgen lassen.

Denn mit der anschließenden Daviscup-Partie in Tschechien um den Aufstieg in die Weltgruppe (23. bis 25. September) stehen für sie die wichtigsten Wochen des Jahres an. Erfolge müssen her, sonst geht 2005 als ein Tiefpunkt in die Annalen des Deutschen Tennis Bundes (DTB) ein.

In Tommy Haas (29) und Anna-Lena Grönefeld (32) sind nur zwei deutsche Spieler gesetzt. Die anderen sind in den Weltranglisten so weit nach unten gestürzt, dass sie dafür nicht mehr in Frage kamen. Zwei Achtelfinalteilnahmen von Philipp Kohlschreiber in Australien und Kiefer in Paris sind die bescheidene Ausbeute bislang bei den bedeutendsten Turnieren.

Die letzte Chance ist also in New York, bei der größten, lautesten und mit einem Preisgeld von insgesamt 17,7 Millionen Dollar auch teuersten Tennisshow. "Für mich sind die US Open das geilste Turnier", meint Kiefer: "Wimbledon ist mir fast zu ruhig."

Da kann er sicher sein, das wird in Flushing Meadows wieder anders. Schon wegen der Flugzeuge, die auf dem Weg zum nahe gelegenen Airport La Guardia regelmäßig die Anlage mit dem gigantischen Arthur-Ashe-Stadion kreuzen.

Agassi träumt

Und wegen der Begeisterung der Amerikaner für ihre Landsleute. Allen voran Andre Agassi, der mit 35 Jahren von einem Ende seiner großen Karriere mit einem Titeltriumph träumt. So wie es sein alter Rivale Pete Sampras vor drei Jahren vorgemacht hat. Agassi nimmt das Wort Rücktritt zwar nicht in den Mund, aber jeder erwartet es, sollte er wirklich in New York seinen neunten Grand-Slam-Titel gewinnen.

"Wenn ich gut in das Turnier komme, werde ich mit jedem Match besser und habe dann auch eine gute Chance", sagt der Ehemann von Steffi Graf. "Dieses Turnier ist mir näher als jedes andere, die Atmosphäre ist einzigartig, besonders bei Night Sessions."

Und so darf Agassi auch gleich am Montag in der Nacht antreten. Nach Maria Scharapowa (Russland), die bei den Damen an eins gesetzt ist, obwohl sie am Montag wieder ihre Top-Position an Lindsay Davenport abgeben muss.

Topgesetzt und Topfavorit bei den Männern ist Roger Federer. Der Schweizer Titelverteidiger hat nach Wimbledon eine längere Pause eingelegt und nur ein Turnier gespielt. In Cincinnati aber hat er sofort wieder gewonnen. "Das war ein kleines Risiko, wenn ich früh ausscheide, komme ich nur mit wenig Matchpraxis hier her", meinte der 23-Jährige.

64:3 Siege

Auf schier unglaubliche 64:3 Siege hat Federer seine Serie inzwischen in diesem Jahr ausgedehnt. Der Spanier Rafael Nadal ist an zwei gesetzt. Der 19-Jährige hat mit seinem Finalerfolg in Montreal gegen Agassi bewiesen, dass er nicht nur auf Sandplätzen gewinnen kann. "Wir haben außerdem Roddick, Hewitt, Safin. Ist doch super, wenn ein neuer Typ auftaucht", sagt Federer über Nadal: "Ich bin ein großer Fan von seinem Spiel."

Nachdem sich Tobias Summerer (München) wie schon in Wimbledon durch die Qualifikation ins Hauptfeld gespielt hat, gehen ab Montag immerhin neun deutsche Profis an den Start. Haas und Kiefer haben gegen den Australier Peter Luczak bzw. den Tschechen Jiri Vanek lösbare Aufgaben. Auch Rainer Schüttler wäre in alter Form gegen den Italiener Potito Starace Favorit, aber die alte Form hat er seit fast zwei Jahren nur noch selten erreicht. Sollten beide aber gewinnen, würden sie in Runde zwei aufeinandertreffen.

Die anderen Deutschen gehen als Außenseiter in ihre Matches. Lars Burgsmüller trifft auf den Amerikaner Taylor Dent, Alexander Popp spielt gegen Marat Safin, Summerers Gegner ist der Kroate Ivan Ljubicic, Kohlschreiber muss gegen den Tschechen Tomas Berdych antreten, Florian Mayer gegen den Russen Michael Juschni und Tomas Behrend gegen den Schweden Jonas Björkman.

Bei den Damen trifft Grönefeld zunächst auf Kristina Brandi (Puerto Rico). Sandra Klösel aus München, die sich wie Martina Müller aus Hannover durch die Qualifikation gespielt hatte, trifft auf Virginia Ruano-Pascual (Spanien). Julia Schruff tritt gegen die Italienerin Flavia Pennetta an.

Quelle: sid

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