EM in Birmingham: Deutsche Turner holen historisches Gold
zuletzt aktualisiert: 24.04.2010 - 18:17Birmingham (RPO). EM-Gold geholt und Geschichte geschrieben: Erstmals seit 55 Jahren haben die deutschen Kunstturner bei europäischen Titelkämpfen in der Mannschafts-Entscheidung gesiegt.
Angeführt von Ausnahmeturner Fabian Hambüchen gewannen die Schützlinge von Chefcoach Andreas Hirsch bei den Europameisterschaften in Birmingham den Team-Wettbewerb und wurden damit ihrer Favoritenrolle nach der Absage von Titelverteidiger Russland gerecht.
Nach einer geschlossenen Leistung der deutschen Riege ohne Patzer lagen die deutschen Gerätartisten am Ende mit 266,150 Punkten deutlich vor Gastgeber Großbritannien (263,025) und Frankreich (260,100). Schon nach dem zweiten von sechs Durchgängen übernahm die deutsche Mannschaft die Führung und gab sie bis zum Schluss nicht mehr ab.
"Das war unser bester Wettkampf aller Zeiten. 18 Übungen ohne jeden Sturz, das gab es noch nie. Ich denke, wir dürfen ein bisschen stolz auf uns sein", sagte Hambüchen, der ausnahmsweise nicht der beste deutsche Punktesammler war und in der inoffiziellen Einzelwertung knapp hinter dem Unterhachinger Marcel Nguyen lag.
Selbst am gefürchteten Seitpferd zum Abschluss leistete man sich keinen Absteiger mehr und brachte den Erfolg sicher nach Hause. Als der letzte Turner Philipp Boy das Podium verließ, hatten seine Teamkollegen und sämtliche Betreuer längst mit einem wilden Siegestanz begonnen und zogen den Cottbuser schnell in ihre Mitte.
Barren bringt Vorentscheidung
Die Vorentscheidung brachte der Durchgang am Barren. Auch hier blieb das DTB-Quintett weitgehend fehlerfrei, baute seinen Vorsprung auf mehr als drei Punkte aus und übte damit auf die Konkurrenz gehörigen Druck aus. Nguyen setzte hier das I-Tüpfelchen, als er seinen weltweit nahezu exklusiven Abgang, den Tsukahara, sicher landete.
Bundestrainer schrieb dem Zusammenhalt des Teams den Hauptanteil am Erfolg zu: "Jeder hat sich in die Gruppe gut eingeordnet und damit seinen Anteil an der Goldmedaille. Es war sehr erfreulich, dass wir unsere Trainingsleistung im Wettkampf wiederholen konnten."
Die deutschen Turner waren zuvor schon gut in die Entscheidung gestartet. Nach solidem Beginn an den Ringen sammelte man insbesondere am Sprung wertvolle Punkte. Ein Raunen ging durch die National Indoor Arena von Birmingham, als der Hallenser Matthias Fahrig den schwierigen Roche perfekt in den Stand brachte und damit auch seine Favoritenrolle für das Finale an diesem Gerät am Sonntag unterstrich.
Begleitet wird der Halb-Kubaner in diesem Endkampf und auch im Boden-Finale von Nguyen, der zusammen mit Hambüchen auch in der Entscheidung an den Ringen steht. Der Olympia-Dritte wiederum darf sich am Reck Hoffnungen machen, seinen vierten EM-Titel am "Königsgerät" zu gewinnen. Nationale Konkurrenz machen wird ihm aber dabei Boy.
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