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Champions Trophy: Deutsches Debakel zum Abschluss

VON KARSTEN KELLERMANN UND THOMAS GRULKE - zuletzt aktualisiert: 08.08.2010 - 15:43

Mönchengladbach (RPO). Markus Weise brachte es auf den Punkt. „Es war ein sehr schlechtes Spiel von uns“, sagte der Hockey-Bundestrainer. 1:4 hatte seine Mannschaft gerade gegen die Niederlande verloren im Spiel um den dritten Platz bei der Champions Trophy im Mönchengladbacher Hockeypark. Rund 5500 Zuschauer waren Augenzeuge des Debakels, bei dem „die Holländer einfach die bessere Mannschaft waren“, wie Weise eingestand.

Florian Woesch erzielte den deutschen Ehrentreffer.  Foto: dapd, APN
Florian Woesch erzielte den deutschen Ehrentreffer. Foto: dapd, APN

Platz vier bei der Champions Trophy im eigenen Land ist nicht das, was sich Weise und seine Spieler vorgestellt hatten. „Wir wollen das Turnier gewinnen“, hatte Torhüter Max Weinhold vorab die Messlatte hoch angelegt. Nach zwei Siegen zum Auftakt gegen England (4:2) und Neuseeland (5:2) gab es dann vier Niederlagen am Stück: 2:3 gegen Spanien, 1:3 gegen Australien und schließlich das 0:1 sowie das 1:4 gegen den Erzrivalen Niederlande. Zuletzt hatte Deutschland bei der Champions Trophy 2003 eine derart schlechte Bilanz, damals gingen sechs Spiele am Stück verloren.

„Für das 1:4 müssen wir uns bei den vielen Zuschauern hier im Hockeypark entschuldigen“, sagte Moritz Fürste. Wir leben vor allem vom Teamgeist und unserem Laufspiel, aber das geht nur, wenn alle bei 100 Prozent Leistungsfähigkeit sind. Wir waren aber nur bei 75 Prozent, das reichte nicht“, sagte Fürste.

Info
Die Abschlusstabelle:

1. Australien 5 5 0 0 24: 8 15
2. England 5 2 1 2 15:16 7
3. Deutschland 5 2 0 3 12:11 6
4. Niederlande 5 2 0 3 13:15 6
5. Spanien 5 1 2 2 13:17 5
6. Neuseeland 5 1 1 3 13:23 4

Spiel um Platz 5: Spanien - Neuseeland 3:2 (1:1)
Spiel um Platz 3: Deutschland - Niederlande 1:4 (0:2)
Endspiel: Australien - England 4:0 (3:0)

Kurios: Hätte England, das im Finale auf Trophy-Rekordgewinner Australien trifft, am Samstag im letzten Spiel gegen Neuseeland nicht in letzter Sekunde ein Strafecke zum 4:3-Siegtor verwandelt, wäre das deutsche Team trotz der Niederlage gegen Holland im Endspiel gewesen. „Das hätten wir aber nicht verdient“, sagte Moritz Fürste. „Und dann hätten wir wahrscheinlich das Finale gegen Australien 1:0 durch eine Ecke gewonnen“, sagte er.

Das war ein bittersüße Anspielung auf die „unfassbare“ (Christoph Menke) Eckenquote der Deutschen. 20 am Stück wurden vergeben, insgesamt nur sieben von 43 während des gesamten Turniers vollstreckt. Das ist die schlechteste Bilanz aller Teilnehmer. Auch was die Fitness angeht, haperte es beim amtierenden Olympiasieger. „Wenn du nicht mitlaufen kannst, kannst du auch nicht mitspielen“, sagte Markus Weise. Eine These, die das 1:4 gegen die Niederlande deutlich bestätigte.


 
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