Leichtathletik-WM: Diskus: Dietzsch hat Silber im Visier
zuletzt aktualisiert: 10.08.2005 - 14:28Helsinki (rpo). Als Franka Dietzsch am Mittwoch auf dem Trainingsplatz ihre Disken fliegen ließ und im Kraftraum Gewichte emporriss, wirkte sie betont gelassen. "Ich mache jetzt das beste draus. Aber ich ärgere mich noch immer über den Abbruch des Finals. Man hat nicht immer das Gefühl, so gut drauf zu sein, wie es am Dienstag beim Einwerfen war", sagt die Weltmeisterin von Sevilla 1999.
Doch keine Frage: Auch bei der auf Donnerstag vertagten Diskus-Entscheidung hat die 37 Jahre alte Neubrandenburgerin Silber im Visier. "Gold ist für Natalja Sadowa reserviert. Dahinter vieles offen", sagt die Rekord-Teilnehmerin der WM (acht Einsätze in Serie), und schiebt Russlands Olympiasiegerin klar die Favoritenrolle zu. Im Hinblick auf das vertagte Finale merkt sie an: "Es soll bitte, bitte nicht regnen. Wind und Kälte sind nicht so sehr das Problem." Mit 20 Jahren Wettkampferfahrung weiß die Weltmeisterin von Sevilla 1999 besser als die jüngeren Rivalinnen, wie man die 1-Kilo-Scheibe gut in den Wind legt."
Franka Dietzsch, die seit dem sechs Jahre zurückliegenden WM-Gold keine Medaille mehr gewann, fand in diesem Jahr auf die Erfolgsstraße zurück. Die Weltranglistenzweite siegte beim Europacup und glaubt, dass die Zusammenarbeit mit dem Psychologen Prof. Neumann von der Fachhochschule Neubrandenburg Früchte trägt. "Zumindest glaube ich wieder an meine Leistungsfähigkeit. Das war zuletzt anders, wenn mir der Trainer das Gleiche sagte..."
Dieter Kollark, der die Sparkassen-Angestellte zum EM-Titel 1998 und dem WM-Gold im Jahr darauf führte, ebenso Kugelstoßerin Astrid Kumbernuss zu drei WM-Titeln und dem Olympiasieg 1996, hatte am Dienstag beim Wetterfiasko als einer der Ersten festgestellt, dass vor dem Abbruch des Wettbewerbs falsche Weiten gemessen wurden.
"Sowas habe ich bei einem Großereignis noch nie erlebt", sagt der Erfolgstrainer, der am Ende froh war, dass die falschen Resultate durch den Abbruch zur Makulatur wurden.
"Man hätte da mit einem 58-m-Wurf mit 65 Meter eine Medaille gewinnen können. Offenbar wurde eine neue Technik der Messung angewandt, die zu diesen falschen Resultaten führte", meinte der Leitende Bundestrainer Jürgen Mallow nach dem Fernseh-Beweis und kündigte eine Beschwerde bei der Technischen Leitung der WM an.
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