Konsequenzen nach Doping-Vorwürfen gegen Jones und Montgomery: Doping: Amerikanisches NOK wird aktiv
zuletzt aktualisiert: 27.04.2004 - 09:52Colorado Springs (rpo). Die Doping-Schlagzeilen des vergangenen Wochenendes haben das Nationale Olympische Komitee (USOC) der USA unter Zugzwang gebracht. So forderte das USOC nun Einsicht in die Akten der Affäre um das Doping-Labor Balco, die bis dato unter Verschluss gehalten werden.
"Die USA möchten kein schmutziges Team nach Athen schicken, aber derzeit ist der Ball nicht in unseren Händen", sagte der kommissarische USOC-Präsident Bill Martin.
Laut US-Gesetz müssen die Akten während des Untersuchungs-Verfahrens zum Schutz der Persönlichkeitsrechte verschlossen bleiben. Das USOC möchte diese Regelung durch eine in den Bestimmungen der nationalen Anti-Doping-Agentur vorhandene Ausnahmeregelung außer Kraft gesetzt sehen.
Erneutes PR-Desaster möglich
Martin fürchtet nach der internationalen Kritik an der laschen Bestrafung überführter US-Dopingsünder ein erneutes PR-Fiasko seines Verbandes: "Nur wenn wir ein sauberes Team zu den Spielen schicken, ist das zu vermeiden. Wir können es uns nicht leisten, die falschen Sportler zu nominieren." Auch der Chef des nationalen Leichtathletik-Verbandes USA Track and Field (USATF), Craig Masback, möchte über die Ergebnisse der Balco-Untersuchung informiert werden: "Das würde garantieren, dass die Schuldigen bestraft und die Unschuldigen rehabilitiert werden."
Am Wochenende waren in San Francisco die Sprintstars Marion Jones und Tim Montgomery unter Druck geraten. Nach einem der Presse zugespielten Geheimpapier sollen sie von Balco-Chef Victor Conte mit der Designerdroge THG versorgt worden sein.
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