Olympiasiegern läuft Zeit davon: Drechsler vor Karriereende?
zuletzt aktualisiert: 27.06.2003 - 11:36Neuss (rpo). Heike Drechsler droht der Verzicht auf die Leichtathletik-WM in Paris. Nach Problemen an Sitzbein und Achillessehen war sie sogar "viele Male an der Grenze, ganz mit dem Sport aufzuhören".
Bei Heike Drechsler könnte sich sogar ein vorzeitiges Karriereende anbahnen. "Ich war viele Male an der Grenze, aufzuhören", sagt sie nach Problemen mit Sitzbein und Achillessehne während der vergangenen Wochen.
Auch Nils Schuman ist nicht gut drauf. "Mir läuft die Zeit davon. Ich hatte noch keine Spikes an und war auch nicht zu Tempoläufen in der Lage", sagt der am rechten Fuß verletzte Schumann.
Das Thüringer Duo fehlt am Wochenende, wenn die Konkurrenz bei der Ulmer DM um die WM-Tickets streitet. Beide können die Norm bis zum Leverkusener Sportfest am 3. August nachholen. "Nur 6,75 m schaffen, das wäre mir zu wenig. Ich will schon wie vergangenes Jahr 6,85 m vorweisen können und eine Chance auf 7 Meter sehen", nennt Heike Drechsler ihr Limit. Nils Schumann, der die 800 m unter 1:46 Minuten laufen müsste: "Ich weiß, dass es schwer wird, die WM zu erreichen."
Schumanns Problem sind seit April Beschwerden am rechten Fuß: "Ich muss ständig auf den Fuß Rücksicht nehmen, kann nie volle Pulle trainieren", sagt er über die Auswirkungen von Disbalancen im Rücken und Beckenbereich, entstanden offenbar durch eine längerfristige Fehlbelastung. Die Schmerzen treten vor allem im Bereich Achillessehne und Ferse auf und verflüchtigen sich trotz Massagen, Einlagen und Umstellung des Trainings nicht.
Der 25-Jährige meinte in der Thüringer Allgemeine: "Manches Mal funktioniert alles ein, zwei Tage super. Da bin ich euphorisch, aber dann geht es wieder los. Jeder Tag, der verstreicht, ohne dass ich nicht endlich fit bin, lässt die Chancen für einen Start kleiner werden."
Heike Drechsler, deren Sitzbeinbeschwerden im Frühjahr offenbar vom Ischiasnerv beeinflusst wurden, hat nun mehr Probleme mit der Achillessehnenreizung. "Es nervt ohne Ende. Da hast du eine gute Basis antrainiert, und sie geht immer mehr verloren, weil du nichts machen kannst. Zumindest in höheren Intensitäten geht gar nichts", sagt die 38-Jährige, die ihre Schnelligkeit noch nicht ausprägen und keine Sprünge absolvieren konnte.
Dem Magazin kicker sagte sie, es zerreiße ihr das Herz, wenn sie daran denke, dass nach Paris Schluss sein könne. Aber inzwischen scheint nicht mehr ausgeschlossen, dass Heike Drechsler schon dann einen Schlussstrich zieht, wenn sich die Paris-Pläne nicht realisieren lassen.
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