Nach Opel-Ausstieg: "DTM fährt auch 2006"
zuletzt aktualisiert: 15.10.2004 - 15:31Neuss (rpo). Der Opel-Ausstieg hat die Zukunft der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) mächtig durcheinandergewirbelt. Jedoch: Auch nach dem Opel-Ausstieg ist sie nicht in Gefahr. Mercedes-Sportchef Norbert Haug gibt sich zuversichtlich und versichert, man fahre weiter, auch 2006.
"Noch wissen wir nicht, in welcher Form es weitergehen wird, fest steht jedoch, dass es die DTM auch 2006 geben wird. Denn die Serie hat eine sehr gute Basis", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug am Freitag dem Sport-Informations-Dienst (sid). Neben Mercedes-Benz und Opel ist derzeit nur noch Audi mit dem Abt-Team werksseitig in der DTM engagiert.
Haug erklärte, dass es natürlich ums Überleben der Serie ginge, wenn von drei Herstellern einer aussteige. "Die DTM sei das Kämpfen aber gewohnt", meinte der Schwabe. Laut Haug gäbe es für die Zeit nach Opel aber schon Alternativen. Möglicherweise kämen sogar mehr als nur eine Marke neu hinzu. Wer das dann sein könnte, wollte der Mercedes-Sportchef allerdings nicht verraten. Haug: "Unser Format ist gut, die Rennen sind spannend." Außerdem hätte man in der ARD einen festen Fernsehpartner.
"Die DTM ist die beste Serie, in der ich jemals fuhr"
Mattias Ekström, DTM Champion 2004, meinte zur Situation: "Die DTM ist die beste Serie, in der ich jemals fuhr. Ich bin mir sicher, dass diese Rennserie auch in den nächsten Jahren spannend bleibt." Für Audi ist laut Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich die DTM "die ideale Bühne, um unsere Position als sportlichster Anbieter im Premium-Segment zu beweisen." Er sei sich sicher, dass nach dem Ausstieg von Opel andere Hersteller die Erfolgsgeschichte der DTM noch lange fortschreiben könnten.
Opel hatte tags zuvor wegen der verschärften Krise des Konzerns und der drastischen Sparmaßnahmen bei General Motors den DTM-Rückzug zum Ende der Saison 2005 verkündet. Die Rüsselsheimer hatten zuletzt etwa 30 Millionen Euro pro Jahr in den Tourenwagensport investiert. "Insgesamt stehen 12.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Aufgrund der schwierigen Situation respektieren wir die Entscheidung", erklärte Opel-Sportchef Volker Strycek.
Dennoch bereite sich seine Mannschaft, so Strycek, konzentriert auf die Abschieds-Saison vor. "Das Ziel ist ganz klar, die kommende Saison erfolgreicher abzuschließen als die von 2004." Dabei muss er mit einem gekürzten Budget über die Runden kommen.
Finanzielle Einbußen für Opel-Star Heinz-Harald Frentzen
Deutliche Einbußen muss vermutlich auch Opel-Star Heinz-Harald Frentzen (Mönchengladbach) hinnehmen, der frühere Formel-1-Pilot ist mit einer Jahresgage von geschätzten 750.000 Euro der Top-Verdiener bei Opel.
Aber auch mit Frentzen kehrte der Erfolg bei Opel nicht zurück. Die Rüsselsheimer sind seit 40 Rennen ohne Sieg. Für den letzten DTM-Triumph hatte Uwe Alzen (Betzdorf) am 29. Oktober 2000 beim Saisonfinale in Hockenheim gesorgt.
Mit der Tourenwagen-Vereinigung ITR und den Herstellern in der DTM sei man jederzeit in einem engen Dialog, betonte Strycek: "Die kommenden eineinhalb Jahre werden wir zusammen mit allen Beteiligten nutzen, um für die DTM - auch ohne Opel - eine tragfähige Basis für 2006 und darüber hinaus zu schaffen. Dafür arbeiten wir mit voller Motivation."
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