Gary Paffett gewinnt vor Teamkollegen Schneider und Albers: DTM: Triumph der Mercedes-Troika
zuletzt aktualisiert: 27.06.2004 - 15:19Nürnberg (rpo). Mercedes hat beim Saisonhöhepunkt der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) auf dem Norisring mit einem Dreifacherfolg eine Sternstunde sondergleichen erlebt. Der Werkspilot Gary Paffett gewann vor seinen Teamkollegen Christijan Albers und Bernd Schneider.
Der 23 Jahre alte Engländer meldete sich in "Klein-Monaco" nach seiner Disqualifikation auf dem EuroSpeedway Lausitz eindrucksvoll zurück. Insgesamt 132.000 Zuschauer sorgten am Wochenende auf dem Stadtkurs in Nürnberg für einen DTM-Rekord.
"Das war eine geschlossene Mannschaftsleistung. Gary hat die richtige Antwort auf seinen Ausschluss gegeben", meinte Mercedes-Sportchef Norbert Haug. In der Gesamtwertung führt zur Saisonhalbzeit Albers nach seinem zweiten Platz mit 42 Punkten und drei Zählern Vorsprung vor Audi-Werksfahrer Mattias Ekström aus Schweden (39). Der Schwede war in Nürnberg als Vierter bester Nicht-Mercedes-Pilot. Gesamtdritter ist Paffett mit 25 Zählern.
Wochenende für Frentzen verdorben
Ein missratenes Wochenende erlebte dagegen der frühere Formel-1-Fahrer Heinz-Harald Frentzen. Der Mönchengladbacher, der mit Platz 20 seine schlechteste Startposition der Saison hatte, schied nach einem Anfängerfehler in der zweiten Runde aus. Dabei krachte er zu allem Überfluss noch in den Wagen seines Opel-Kollegen Marcel Fässler und verdarb dem Schweizer dessen 50. DTM-Rennen.
Bester Opel-Mann war der Schotte Peter Dumbreck auf Rang sieben. Frentzens früherer Formel-1-Kollege Jean Alesi aus Frankreich, der auf der Pole Position stand, rutschte in der 64. von 72 Runden an dritter Stelle liegend mit seinem Mercedes nach Bremsproblemen in einen Reifenstapel.
Zweiter Erfolg für Paffett
Paffett feierte nach dem Auftakterfolg in Hockenheim seinen zweiten Saisonsieg, den Erfolg aus der Lausitz hofft er bei der Berufungsverhandlung am 9. Juli vielleicht zurückzubekommen. Beim vierten Lauf war Sieger Paffett disqualifiziert worden, weil er in der Auslaufrunde ausgerollt war. So konnten die Rennkommissare nicht wie vorgeschrieben 1,5 Liter Benzin zur Kontrolle aus dem Tank entnehmen. Mercedes hat gegen diese Entscheidung Einspruch eingelegt.
Frentzen nahm nach seinem Abflug alle Schuld auf sich. "Ich habe beim Anbremsen vor der Spitzkehre auf einer Bodenwelle das Heck verloren, mich gedreht und Fässler berührt. Das war mein Fehler", sagte der 37-Jährige, dessen Halbzeitfazit ernüchternd ausfällt: Kein Punkt, drei Rennunfälle, als bestes Resultat ein elfter Platz: "Natürlich hätte es für mich besser laufen können. Aber ich darf nicht aufgeben. Ich muss am Ball bleiben und weiter lernen."
Pause in China
In der "Halbzeitpause" bis zum sechsten Lauf am 1. August auf dem Nürburgring fliegt der komplette DTM-Tross nach China. In den Straßen von Schanghai betreitet die erfolgreichste Tourenwagenserie Europas am 18. Juli (8.30 Uhr) zwei Einladungsrennen über je 30 Minuten, die nicht zur Meisterschaft zählen.
Drei Wochen vor dem Gastspiel in der chinesischen 17-Millionen-Stadt hat sich eine Delegation aus Schanghai, wo im September erstmals auch die Formel 1 fahren wird, in Nürnberg das einzige Stadtrennen der regulären Saison angeschaut. "Wir haben gesehen, dass die DTM nicht nur attraktiven Motorsport, sondern darüber hinaus ein Erlebniswochenende für Jung und Alt bietet. In China freuen sich sehr viele Menschen auf den Besuch der DTM", sagte Tian Shu Shi, Präsident des chinesischen Motorsportverbandes und Vizepräsident des Automobil-Weltverbandes FIA.
STATISTIK:
5. von 10 Läufen zur Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM),
Norisring in Nürnberg, Endstand nach 72 Runden (165,600 km):
1. Gary Paffett (England) AMG-Mercedes C-Klasse 1:00:52,341 Stunden
2. Christijan Albers (Niederlande) AMG-Mercedes C-Klasse 1, 966 Sekunden zurück
3. Bernd Schneider (St. Ingbert) AMG-Mercedes C-Klasse 13,056
4. Mattias Ekström (Schweden) Abt-Audi A4 19,185
5. Martin Tomczyk (Rosenheim) Abt-Audi A4 29,950
6. Tom Kristensen (Dänemark) Abt-Audi A4 45,414
7. Peter Dumbreck (Schottland) Phoenix-Opel Vectra GTS V8 47,195,
eine Runde zurück: 8. Manuel Reuter (Saalfelden) Holzer-Opel Vectra GTS V8
Fahrerwertung:
1. Albers 42 Punkte
2. Ekström 39
3. Paffett 25
4. Schneider 16
5. Tomczyk 15
6. Kristensen 13
7. Jean Alesi (Frankreich) AMG-Mercedes C-Klasse 12
8. Laurent Aiello (Frankreich) Phoenix-Opel Vectra GTS V8 9
Markenwertung:
1. Mercedes 97 Punkte
2. Audi 72
3. Opel 26
Teamwertung:
1. AMG-Mercedes 58 Punkte
2. Abt-Sportsline 54
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