11. Leichtathletik-WM in Osaka: Ecker springt zu Bronze
zuletzt aktualisiert: 01.09.2007 - 15:07Oska (RPO). Danny Ecker hat den WM-Komplex der deutschen Stabhochspringer besiegt und bei den Titelkämpfen im japanischen Osaka die erste WM-Medaille in dieser Disziplin für Deutschland geholt. Der Sohn von Doppel-Olympiasiegerin Heide Ecker Rosendahl schwang sich 35 Jahre und einen Tag nach dem Weitsprung-Triumph seiner Mutter in München über 5,81m und gewann Bronze.
Ecker hat mit Bronze den Bann gebrochen und einen Fluch besiegt, der bei Leichtathletik-Weltmeisterschaften über Deutschlands Stabhochspringern zu liegen schien. Zugleich war es das siebte Edelmetall für das deutsche Team in Osaka. Beim elften USA-Gold durch Brad Walker vor dem Franzosen Roman Mesnil (je 5,86) wurde Björn Otto (Dormagen) Fünfter und Tim Lobinger (Köln) Achter (je 5,81).
"Mein Plan hat gut funktioniert. Beim 5,81-m-Sprung hätte es auch zu 5,91 m gereicht, aber leider konnte ich ihn nicht wiederholen", meinte Danny Ecker, der nach tollem Auftakt seinen Schwung verlor. "Leider haben sich die Bedingungen von gutem Rückenwind zu Windstille verändert. Darum hat es mit meinem Anlauf nicht mehr gepasst", meinte der Hallen-Europameister, dessen Mutter Heide Ecker-Rosendahl vor 35 Jahren und einem Tag in München Weitsprung-Olympiasiegerin geworden war.
Trotz des verpassten Griffs nach Medaillen waren auch die beiden anderen Deutschen zufrieden. "Wir können alle stolz auf uns sein. Es war ein guter Wettkampf", sagte Björn Otto, bester Europäer der Saison mit 5,90 m. Tim Lobinger, Hallen-Weltmeister von 2004, meinte: "Keiner von uns muss enttäuscht sein."
Als Star der WM holte Tyson Gay nach Triumphen über 100 und 200 m in Jahres-Weltbestzeit von 37,78 Sekunden über 4x100 m sein drittes Gold und für die USA in dieser Disziplin das siebte der WM-Geschichte.
"König der Athleten" wurde endgültig Weltrekordler Roman Sebrle, der nach dem Überschreiten der Traumgrenze (9026 Punkte) zwar Olympia- und EM-Gold gewonnen hatte, aber WM-Gold 2001 und 2004 nur in der Halle. Mit 8676 Punkten schlug er nach großem Duell Jamaikas Aufsteiger Maurice Smith, der sich von 8349 auf 8644 steigerte. Nach der anderen Saisonentdeckung Andrej Krautschanka (Weißrussland/100-m-Fehlstarts) war auch Titelverteidiger Bryan Clay (USA/verletzt) früh gescheitert.
Zwei Jahre nach Rang vier fehlten Hallen-Weltmeister Andre Niklaus (Berlin) nach der um 31 auf 8371 Punkte gesteigerten Bestleistung diesmal zwei Plätze, aber sogar 215 Zähler an Bronze. Arthur Abele (Ulm/8243) bestritt als Neunter den zweitbesten Zehnkampf der jungen Laufbahn. Und Norman Müller (Halle/Saale) lag besser als beide im Rennen, als er durch drei Fehlversuche über die Anfangshöhe im Stabhochsprung auf dem Weg zu 8300 Punkten scheiterte.
Die weiteren Titel am vorletzten WM-Tag holten bereits am frühen Morgen im 50-km-Gehen Australiens Weltrekordler Nathan Deakes in hervorragenden 3:43:53 Stunden, was durch nur 60 Grad Luftfeuchte und Temperaturen unter 30 Grad möglich war, sowie am Abend Äthiopiens Weltrekordlerin Meseret Dibaba (Äthiopien) in 14:57,91 Minuten über 5000 m.
Ihr zweites WM-Gold nach dem 200-m-Triumph gewann Allyson Felix und mit dem 4x100-m-Quartett in Jahresweltbestzeit von 41,98 zugleich den zehnten USA-Titel in Osaka. Zweiter wurde Jamaika mit 100-m-Weltmeisterin Veronica Campbell (42,01).
Die deutschen Staffeln hatten mit der Medaillenvergabe wie erwartet nichts zu tun. Das Männer-Quartett mit Ronny Ostwald (Wattenscheid), Tobias Unger (Kornwestheim-Ludwigsburg), Alexander Kosenkow (Wattenscheid) und U20-Europameister Julian Reus (Erfurt) wurde Sechster in 38,62 Sekunden.
Die Frauen mt Katja Wakan (Wattenscheid), Cathleen Tschirch (LG Weserbergland), Johanna Kedzierski (Mannheim) und Verena Sailer (Fürth/München) landete auf Rang sieben in 43,51.
Deutschland ist beim WM-Finale am Sonntag nur noch über 4x400 m und mit zwei Marathonläuferinnen vertreten. Das Quartett um Ex-Europameister Ingo Schultz (Leverkusen) lieferte als Vorlauf-Zweiter ein starkes Rennen.
Leichtathletik, 11. Weltmeisterschaften in Osaka/Japan, 8. Tag:
ENTSCHEIDUNGEN
Männer:
4x100 m:
Gold: USA (Darvis Patton, Wallace Spearmon, Tyson Gay, Leroy Dixon) 37,78 Sekunden
Silber: Jamaika (Marvin Anderson, Usain Bolt, Nesta Carter, Asafa Powell) 37,89
Bronze: Großbritannien (Christian Malcolm, Craig Pickering, Marlon Devonish, Mark Lewis-Francis) 37,90,
4. Brasilien (de Lima, Ribeiro, de Moraes, Viana) 37,99, 5. Japan (Tsukahara, Suetsugu, Takahira, Asahara) 38,03, 6. Deutschland (Ronny Ostwald/Wattenscheid, Tobias Unger/Kornwestheim, Alexander Kosenkow/Wattenscheid, Julian Reus/Erfurt) 38,62. - Polen und Nigeria nicht im Ziel
50 km Gehen:
Gold: Nathan Deakes (Australien) 3:43:53 Stunden
Silber: Yohan Diniz (Frankreich) 3:44:22
Bronze: Alex Schwazer (Italien) 3:44:38
4. Denis Nischegorodow (Russland) 3:46:57, 5. Erik Tysse (Norwegen) 3:51:52, 6. Mikel Odriozola (Spanien) 3:55:19, 7. Chao Sun (China) 3:55:43, 8. Trond Nymark (Norwegen) 3:57:22, 9. Horacio Nava (Mexiko) 3:58:17, 10. Jarkko Kinnunen (Finnland) 3:58:22, 11. Antti Kempas (Finnland) 3:59:34, 12. Donatas Skarnulis (Litauen) 3:59:48. - ohne deutsche Beteiligung
Stabhochsprung:
Gold: Brad Walker (USA) 5,86
Silber: Romain Mesnil (Frankreich) 5,86
Bronze: Danny Ecker (Deutschland) 5,81
4. Igor Pawlow (Russland) 5,81, 5. Björn Otto (Deutschland) 5,81, 6. Jewgenii Lukjanenko (Russland) 5,81, 7. Aleksandr Averbukh (Israel) 5,81, 8. Tim Lobinger (Deutschland) 5,81, 9. Steven Hooker (Australien) 5,76, 10. Fabio Gomes Da Silva (Brasilien) 5,76, 11. Maksym Masuryi (Ukraine) 5,76, 12. Denys Jurtschenko (Ukraine) 5,66
Zehnkampf:
Gold: Roman Sebrle (Tschechien) 8676 Punkte
Silber: Maurice Smith (Jamaika) 8644
Bronze: Dimitri Karpow (Kasachstan) 8586
Frauen:
5000 m:
Gold: Meseret Defar (Äthiopien) 14:57,91 Minuten
Silber: Vivian Cheruiyot (Kenia) 14:58,50
Bronze: Priscah Jepleting Cherono (Kenia) 14:59,21
4. Sylvia Jebiwott Kibet (Kenia) 14:59,26, 5. Elvan Abeylegesse (Türkei) 15:00,88, 6. Meselech Melkamu (Äthiopien) 15:01,42, 7. Jennifer Rhines 15:03,09, 8. Shalane Flanagan (beide USA) 15:03,86, 9. Joanne Pavey (Großbritannien) 15:04,77, 10. Gelete Burika (Äthiopien) 15:07,46, 11. Marija Konowalowa (Russland) 15:09,71, 12. Silvia Weissteiner (Italien) 15:11,81, 13. Volha Krauzowa (Weißrussland) 15:11,82, 14. Kayoko Fukushi (Japan) 15:19,40, 15. Jessica Augusto (Portugal) 15:24,93. - ohne deutsche Beteiligung
4x100 m:
Gold: USA (Lauryn Williams, Allyson Felix, Mikele Barber, Torri Edwards) 41,98 Sekunden
Silber: Jamaika (Sheri-Ann Brooks, Kerron Stewart, Simone Facey, Veronica Campbell) 42,01
Bronze: Belgien (Olivia Borlee, Hanna Mariën, Elodie Ouedraogo, Kim Gevaert) 42,75
4. Großbritannien (Turner, Douglas, Freeman, Maduaka) 42,87, 5. Russland (Grigorijewa, Russakowa, Guschtschina, Poljakowa) 42,97, 6. Weißrussland (Schulijak, Safronnikawa, Neumijarschhizkaja, Drahun) 43,37, 7. Deutschland (Katja Wakan/Wattenscheid, Cathleen Tschirch/LG Weserbergland, Johanna Kedzierski/Mannheim und Verena Sailer/Fürth) 43,51, 8. Polen 43,57
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