CHIO in Aachen: Ehning im Stechen am schnellsten
zuletzt aktualisiert: 21.05.2006 - 17:48Aachen (rpo). Der Triumph von Marcus Ehning beim Großen Preis von Aachen hat Auswirkungen: Der Weltranglistenerste geht mit seiner Stute Küchengirl als absoluter Topfavorit in die in 89 Tagen beginnenden Weltmeisterschaften an gleicher Stätte.
"Mein Pferd hat mir heute unglaublich geholfen. Ich weiß, dass sie sehr schnell ist. Dieser Sieg freut mich etwas Besonders, es ist ein Traum", sagte der 32-Jährige. Vor 40.000 Zuschauern bei nasskaltem Wetter im modernsten Reiterstadion der Welt erzielte Ehning in 55,81 Sekunden die beste fehlerfreie Leistung im Stechen. Den zweiten Rang belegte der Franzose Herve Godignon mit Obelix und einem fehlerfreien Ritt in 58,41 Sekunden. Dritter wurde der Kanadier Eric Lamaze mit Hickstead in 58,60 Sekunden.
"Wir haben eine beängstigend gute Frühform. Ich hoffe, wir können diese bis zur WM mitnehmen", meinte Bundestrainer Kurt Gravemeier (Sendenhorst). Neben Ehning hatte auch die deutsche Equipe am Freitag den Nationenpreis gewonnen und damit die Blamage aus dem Vorjahr mit Platz sieben wettgemacht. "Deutschland hat eine beneidenswerte Breite in der Spitze", lobte Olympiasieger Rodrigo Pessoa aus Brasilien das Auftreten der Gastgeber.
Michaels-Beerbaum patzt am letzten Hindernis
Vorjahressiegerin Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) hatte im Stechen mit ihrem Top-Pferd Shutterfly am vorletzten Hindernis einen Abwurf und belegte Rang fünf. Der viermalige Olympiasieger Ludger Beerbaum (Riesenbeck) verpasste mit seinem zehn Jahre alten L'Espoir das Stechen und landete auf Rang elf.
Für eine Schrecksekunde sorgte der Sturz der US-Amerikanerin Margie Goldstein-Engle (USA), die unter die Hindernisstangen geriet und fast von ihrem Pferd getroffen worden wäre. Die Amerikanerin wurde mit einer Gehirnerschütterung zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht.
Bis zum Großen Preis als Höhepunkt der fünftägigen Veranstaltung hatten die deutschen Reiter den CHIO dominiert. Am Freitagnachmittag gelang der Sieg mit der Equipe im Nationenpreis und damit die Revanche für das Vorjahr. Dabei unterlief der deutschen Mannschaft nur ein Fehler durch Ludger Beerbaum mit L'Espoir. Markus Ehning brauchte nicht antreten, da der Sieg vorzeitig festgestanden hatte.
Organisatoren hatten Unwetter im Griff
Das Stadion zeigte sich trotz einiger Probleme durch die orkanartigen Sturmboen bis zu 80 km/h am Samstag für die WM gerüstet. Die Prüfungen mussten für eine halbe Stunde unterbrochen werden. Die Zeltstadt auf dem Gelände wurde geschlossen. Die Zuschauer durften umsonst Unterschlupf auf den Tribünen suchen: "Wir haben bewiesen, dass in Notsituationen richtig gehandelt wird", sagte Geschäftsführer Michael Mronz von der Aachener Reitturnier GmbH. Zur WM erwarten die Gastgeber 500.000 Besucher und 800 Teilnehmer.
Seinen letzten Auftritt in Aachen hatte am Sonntag "Jahrhunderthengst" For Pleasure. Der 20 Jahre alte Hannoveraner verhalf Lars Nieberg (Homberg) 1996 und Marcus Ehning (Borken) 2000 zu Mannschafts-Gold bei Olympia. "Er hat mich vom Nobody zu einem bekannten Reiter gemacht", sagte Ehning. In seiner Laufbahn gewann For Pleasure mehr als 1,8 Millionen Euro. Sein Nachwuchs nahm bereits 768.000 Euro ein. Rund 200 Nachkommen sind als Turnierpferde eingetragen.
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