Rallye Dakar: Enttäuschte Kleinschmidt auf dem Weg nach Dakar
zuletzt aktualisiert: 12.01.2006 - 14:16Düsseldorf (rpo). Jutta Kleinschmidt war untröstlich. Die deutsche "Wüstenkönigin", die 2001 als erste und bislang einzige Frau die schwerste Rallye der Welt gewonnen hatte, macht sich trotz des verkorksten Rennens aber Mut und will das traurige Abschneiden schnell vergessen.
"Natürlich ist es bitter, nicht ins Ziel zu kommen", sagte Kleinschmidt. Aber die Rallye hatte ich schon vorher verloren, auf der achten Etappe, als ich im Sand feststeckte. Deshalb ist der Ausfall für mich kein Weltuntergang", so die Drittplatzierte der vergangenen Dakar.
Während das VW-Werksteam weitere Etappensiege jagt, hat sich Kleinschmidt von 2001 mit ihrer Beifahrerin Fabrizia Pons auf den direkten Weg nach Dakar gemacht - mit dem provisorisch reparierten Race Touareg. "Ich wäre gerne zu Ende gefahren", so die gebürtige Kölnerin: "Jetzt werde ich die Daumen drücken, aber es ist kein schönes Gefühl, wenn man nicht beim Team im Biwak ist."
Der Ausfall kam jäh. "Es waren wahnsinnig viele Löcher auf der Strecke. Da hat es mir plötzlich das Lenkrad verrissen und wir haben einen Baum getroffen. Zuerst sah ich nur einen Busch, gar nicht den Baum, ich dachte, es sei eher harmlos", erinnert sich Jutta Kleinschmidt.
An einen Ausfall hat sie im ersten Moment gar nicht gedacht: "Mir war klar, dass wir zumindest das Rad wechseln müssen, aber dann war mir bei genauer Betrachtung schnell bewusst, dass der Schaden an der Radaufhängung zu groß war." So winkte sie sowohl die Teamkollegen als auch den Race-Truck von Volkswagen weiter, die ihr helfen wollten: "Das hatte keinen Zweck mehr."
Hoffnungen im Sand begraben
Bis auf den zweiten Platz hatte sich Jutta Kleinschmidt bis zu dem Zeitpunkt vorgearbeitet. "Es hatte wirklich gut angefangen, für mich und das ganze Volkswagen Team. Alles war super eng, total spannend", erzählt die Diplom-Physikerin: "Dann blieben wir im Sand stecken. Da hatten wir uns echt eine schlechte Stelle ausgesucht. Eine Dreiviertel Stunde haben wir für die nächsten Meter gebraucht. " Im Sand Mauretaniens vergrub sie all ihre Hoffnungen: "Ich wollte diese Rallye gewinnen. Und bis zum Festfahren war das auch absolut möglich."
Jutta Kleinschmidt, Frau der ersten Stunde im Dakar-Projekt von Volkswagen, ist von ihrem Team überzeugt: "Mit dem neuen Race Touareg haben wir einen super Schritt nach vorne gemacht, keine Frage. Auto und Team haben das Zeug zum Gesamtsieg. Nur im tiefen Sand müssen wir noch etwas besser werden, unter diesen Bedingungen mehr testen. Bei uns wurden alle fünf Autos aus verschiedenen Gründen zurückgeworfen, meist durch Verfahren oder Festfahren."
Und genau an dieser Stelle übt die Dakar-Expertin Kritik am Veranstalter. "Keine Frage, es ist eine anspruchsvolle Rallye. Aber die neue Form der Navigation ist ein Problem, und für meinen Geschmack waren es zu wenige Dünen, die zu meistern waren", sagt Jutta Kleinschmidt. Noch deutlicher: "Wenn es schon keine GPS-Punkte mehr gibt, dann muss zumindest das Roadbook päzise sein. Das war es aber oft nicht. Ich finde die Navigation mit GPS-Punkten auf jeden Fall besser."
Und was ihre eigenen Vorlieben betrifft: "Wir sind nur drei Tage wirklich im Sand gefahren, extrem weicher Sand. Aber es waren zu wenige Dünen, richtig hohe Dünen, wo man seine Erfahrung ausspielen kann. Das liebe ich." Mehr als 52.000 Rallye-Kilometer hat Jutta Kleinschmidt für Volkswagen absolviert und ist dabei immer ins Ziel gekommen: "Schade, dass diese Serie zu Ende ist. Irgendwann musste es mich ja mal erwischen. Es war wohl nicht meine Dakar.
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