Schwimmen / Kurzbahn-WM: Erstes Gold für Pietsch - Rupprath Vierter
zuletzt aktualisiert: 06.04.2006 - 15:29Schanghai (rpo). Mit erneutem deutschen Rekord hat sich Janine Pietsch bei den 8. Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Schanghai ihren ersten internationalen Titel gesichert. Die 23-Jährige aus Ingolstadt siegte über 100 m Rücken in 58,02 Sekunden und verbesserte ihre eigene Bestmarke vom Vortag aus dem Halbfinale noch einmal um 29 Hundertstel. Platz zwei belegte die Australierin Tayliah Zimmer (58,27), Bronze ging an die Chinesin Chang Gao (58,74).
Zudem sorgte Youngster Helge Meeuw aus Wiesbaden in 51,63 Sekunden als Dritter über 100 m Rücken für eine faustdicke Überraschung. Thomas Rupprath musste über 100 m Schmetterling mit dem undankbaren vierten Platz vorlieb nehmen. Dabei schwamm der Hannoveraner in 51,56 Sekunden nur um drei Hundertstel an Rang drei vorbei.
Pietsch ließ nach ihrem Sieg der Freude freien Lauf. "Ich habe gedacht, ich gebe mein Bestes und schaue, was dabei herauskommt. Dass es Gold geworden ist, ist natürlich ein Traum", sagte die EM-Dritte mit einem strahlenden Lächeln. Im Endlauf konnte die 1,88 Meter große Modell-Athletin nochmal zulegen und verwies die Australierin Tayliah Zimmer (58,27) sowie Lokalmatadorin Chang Gao (58,74) auf die Plätze zwei und drei.
Nun kann sich Pietsch in der "Magnolienblüte" von Schanghai sogar mit Doppel-Gold schmücken, denn über 50 m Rücken am Samstag ist die gebürtige Berlinerin eigentlich noch stärker einzuschätzen. Auf ihrer Paradestrecke hält sie auch den Weltrekord auf der Langbahn. Zudem konnte sich Pietsch nach krankheitsbedingten Rückschlägen in der Vergangenheit diesmal ohne Probleme auf die Titelkämpfe vorbereiten.
Meeuw sicherte sich mit einem fulminanten Schlussspurt wie Rupprath vor zwei Jahren Bronze über 100 m Rücken. "Das ist Wahnsinn, damit hätte ich nie gerechnet", sagte der 21-Jährige, der die Familientradition fortsetzt. Vater Folkert schaffte bei Olympia 1976 in Montreal den Einzug ins Finale. Mutter Jutta blieb unter ihrem Mädchennamen Weber vor 33 Jahren in München als erste westdeutsche Schwimmerin über 100 m Freistil unter einer Minute.
In 51,63 Sekunden teilte sich Meeuw den dritten Platz mit dem zeitgleichen US-Amerikaner Randall Bal. Gold gewann der Australier Matthew Welsh (51,09) vor dem Olympia-Zweiten Markus Rogan aus Österreich (51,48).
Rupprath hatte nach Platz neun im Vorlauf auf einen weiteren Start über 100 m Rücken verzichtet, um sich ganz auf die Schmetterling-Strecke zu konzentrieren. Doch die Rechnung ging nicht auf, beim Anschlag trennte den 29-Jährigen nur ein Wimpernschlag von US-Amerikaner Jayme Cramer auf Rang drei.
Während der Brasilianer Kaio Almeida (51,07) vor Albert Subirats aus Venezuela (51,23) Gold holte, liegen die Hoffnungen von Rupprath nun vor allem auf den 50 m Rücken, wo er am Freitag in den Vorläufen als Titelverteidiger an den Start geht. "Edelmetall erhoffe ich mir da schon", meinte der Schwimm-Profi, der bei der WM vor zwei Jahren in Indianapolis mit Gold, Silber und Bronze die gesamte Medaillenpalette abgeräumt hatte.
Als Vierte im DSV-Quartett sagte Annika Liebs ihren Start über 100 m Freistil kurzfristig ab. Die 26 Jahre alte Würzburgerin legt ihr Augenmerk nun ganz auf die 200 m Rücken am Freitag und 200 m Freistil am Sonntag. Über 200 m Freistil war Liebs vor zwei Wochen auf der Langbahn in 1:58,78 Minuten eine Top-Zeit geschwommen. So schnell war seit Franziska van Almsick keine deutsche Schwimmerin. Über 200 m Rücken geht Liebs als aktuelle EM-Dritte an den Start.
Schwimmen, 8. Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Schanghai, 2. Finaltag:
Männer
100 m Brust: 1. Oleg Lisogor (Ukraine) 58,14 Sekunden, 2. Brenton Rickard (Australien) 58,70, 3. Alexander Dale Oen (Norwegen) 59,16, 4. Alessandro Terrin (Italien) 59,17, 5. Waleri Dimo (Ukraine) 59,22, 6. Wladislaw Poljakow (Kasachstan) 59,38, 7. Scott Usher (USA) 59,54 - disqualifiziert: Romanos-Iason Alyfantis (Griechenland)
100 m Schmetterling: 1. Kaio Almeida (Brasilien) 51,07 Sekunden, 2. Albert Subirats (Venezuela) 51,23, 3. Jayme Cramer (USA) 51,53, 4. Thomas Rupprath (Hannover) 51,56, 5. Adam Pine (Australien) 51,58, 6. Peng Wu (China) 51,64, 7. Peter Mankoc (Slowenien) 51,67, 8. Jewgeni Korotischkin (Russland) 51,67
100 m Rücken: 1. Matthew Welsh (USA) 51,09 Sekunden, 2. Markus Rogan (Österreich) 51,48, 3. Helge Meeuw (Wiesbaden) und Randall Bal (USA) beide 51,63, 5. Kun-Peng Ou Yang (China) 51,78, 6. Arkadi Wjatchanin (Russland) 51,89, 7. Matthew Grevers (USA) 52,20, 8. Keng Lim (Malaysia) 52,82
400 m Lagen: 1. Ryan Lochte (USA) 4:02,49 Minuten, 2. Luca Marin (Italien) 4:05,12, 3. Igor Berezutski (Russland) 4:06,81, 4. Robert Margalis (USA) 4:07,54, 5. Dean Kent (Neuseeland) 4:08,04, 6. Tao Zhao (China) 4:11,38, 7. Leith Brodie (Australien) 4:16,24, 8. Lucas Salatta (Brasilien) 4:18,29
4x200 m Freistil: 1. Italien 6:59,08 Minuten (Europarekord), 2. Australien 7:04,16, 3. USA 7:04,34, 4. China 7:05,94, 5. Brasilien 7:06,09, 6. Portugal 7:08,85, 7. Tschechien 7:10,99, 8. Neuseeland 7:12,28
Frauen
800 m Freistil: 1. Anastasia Iwanenko (Russland) 8:11,99 Minuten, 2. Kate Ziegler (USA) 8:14,12, 3. Rebecca Cooke (Großbritannien) 8:20,02, 4. Brittany Reimer (Kanada) 8:26,85, 5. Erika Villaecija (Spanien) 8:27,17, 6. Kylie Palmer (Australien) 8: 29,01, 7. Kristel Kobrich (Chile) 8:29,30, 8. Miao Tan (China) 8:30, 60
50 m Brust: 1. Jade Edmistone (Australien) 30,22 Sekunden, 2. Brooke Hanson (Australien) 30,40, 3. Jessica Hardy (USA) 30,48, 4. Tara Kirk (USA) 30,61, 5. Suzaan van Biljon (Südafrika) 30,73, 6. Zoe Baker (Neuseeland) 30,75, 7. Qun Wang (China) 30,87, 8. Li-Ping Ji (China) 31,18
100 m Rücken: 1. Janine Pietsch (Ingolstadt) 58,02 Sekunden (deutscher Rekord), 2. Tayliah Zimmer (Australien) 58,27, 3. Chang Gao (China) 58,74, 4. Hannah McLean (Neuseeland) 59,00, 5. Anna Gostomelsky (Israel) 59,47, 6. Margaret Hoelzer (USA) 59,57, 7. Elizabeth Coster (Neuseeland) 1:00,16 Minuten, 8. Ya-Li Liao (China) 1:00,30
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