Tennis: Etliche Stars sagen Australian Open ab
zuletzt aktualisiert: 13.01.2005 - 14:38Melbourne (rpo). Andre Agassis Start bei den Australian Open (17. bis 30. Januar) ist ernsthaft gefährdet. Der 34-Jährige zog sich beim Einladungsturnier im Kooyong-Stadion von Melbourne im US-Duell gegen Andy Roddick eine Hüftverletzung zu und war wenige Tage vor dem ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres eher pessimistisch: "Erst war die Hüfte irgendwie verspannt, dann habe ich einen stechenden Schmerz gespürt und konnte mein Bein nicht mehr anheben. Im Moment würde ich behaupten, dass ich nächste Woche nicht spielen kann."
Auch Tommy Haas und Nicolas Kiefer, in Melbourne an Nummer 16 bzw. 21 gesetzt, sind nicht hundertprozentig fit. Haas unterzieht seinen lädierten Oberschenkel am Freitag einem letzten Härtetest, Kiefer ist noch von einem Grippe-Virus geschwächt. Dennoch dürfte einem Start der beiden Daviscupspieler nichts im Wege stehen.
Angeführt werden die Setzlisten von Titelverteidiger Roger Federer (Schweiz) und Lindsay Davenport (USA), die ebenfalls nicht fit ist und wegen einer fiebrigen Bronchitis auf ihr Viertelfinale in Sydney verzichtete. An Nummer zwei und drei folgen Andy Roddick (USA) und Lleyton Hewitt (Australien) bzw. Amelie Mauresmo (Frankreich) und Wimbledonsiegerin Maria Scharapowa (Russland). Die Auslosung findet am Freitag statt.
Auch Philippoussis muss passen
Die Liste der prominenten Absagen wird derweil immer länger. Am Donnerstag gab Mark Philippoussis seinen Verzicht auf das Turnier in seiner Heimatstadt Melbourne bekannt. Der 28-Jährige erlitt beim Hopman-Cup in der vergangenen Woche in Perth eine Adduktorenverletzung, die nicht rechtzeitig verheilt ist.
Auch Lindsay Davenport ist gesundheitlich absolut nicht auf der Höhe, ihre Absage wäre ein weiterer herber Verlust für das Turnier. Erst am Mittwoch hatte Jennifer Capriati, Melbourne-Siegerin 2001 und 2002, ihre Teilnahme wegen einer Verletzung an der rechten Schulter abgesagt.
Fehlen werden auch die Belgierinnen Justine Henin-Hardenne und Kim Clijsters. Titelverteidigerin Henin-Hardenne hat Probleme mit dem Knie, Clijsters fühlt sich nach einer Operation am linken Handgelenk im Mai 2004 noch nicht wieder fit für ein Grand-Slam-Turnier.
Fraglich ist nach wie vor auch die Teilnahme von Schwedens neuer Nummer eins Joachim Johansson. Der 22-Jährige, der in Melbourne durchaus zum engeren Favoritenkreis zählt, erlitt beim ATP-Turnier in Sydney im Achtelfinale gegen den Weißrussen Max Mirnji eine Sehnenzerrung im Knie.
Derweil ging für Anca Barna (Nürnberg) und Marlene Weingärtner (Leimen) ihre persönliche Melbourne-Generalprobe im Viertelfinale von Canberra zuende. Barna verlor gegen Lindsay Lee-Waters aus den USA mit 4:6, 2:6. Weingärtner unterlag der Ungarin Melinda Czink mit 3:6, 4:6. Bereits im Achtelfinale hatte Deutschlands Spitzenspielerin Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn) gegen die an Nummer eins gesetzte Italienerin Silvia Farina Elia den kürzeren gezogen.
Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner, die seit einigen Tagen in Melbourne ist und am Donnerstag von sechs bis acht Uhr früh mit der Stuttgarterin Julia Schruff trainierte, war mit der Leistung ihrer Spielerinnen dennoch nicht unzufrieden. "Speziell für Marlene ist ein Einzel-Viertelfinale ein großer Fortschritt, sie hatte lange Rückenprobleme und hat deshalb zuletzt nur Doppel gespielt", sagte die 31-Jährige. Auch Anna-Lena Grönefeld, die am Donnerstag ebenfalls bereits in Melbourne trainierte, sei in ansprechender Form: "Gegen Farina kann man verlieren, das ist keine Schande."
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