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Henke/Roesch verlieren das Doppel: Fed-Cup: Rittner macht entscheidenden Punkt

zuletzt aktualisiert: 20.07.2003 - 09:58

Jakarta (rpo). Der Klassenerhalt in der Weltgruppe ist geschafft. Die deutschen Tennisdamen haben das Fed-Cup-Abstiegsspiel gegen Indonesien dank Barbara Rittner mit 3:2 gewonnen.

Routinier Barbara Rittner hat das deutsche Fed-Cup-Team zu einem 3:2-Playoffsieg gegen Indonesien in Jakarta geführt und damit das Damentennis hierzulande vor dem endgültigen Sturz ins sportliche Niemandsland bewahrt. Die 30-Jährige gewann ihre beiden Einzel gegen Angelique Widjaja und Wynne Prakusya und stellte damit den Klassenerhalt in der Weltgruppe fast im Alleingang sicher. "Es war wirklich so richtig schwer, echt brutal", sagte Rittner nach dem entscheidenden 6:4, 2:6, 6:3 gegen Prakusya dem Sport-Informations-Dienst.

Teamchef Klaus Eberhard, der bei der 2:3-Niederlage gegen die Slowakei im April in Ettenheim erstmals auf der deutschen Bank gesessen hatte, war die Erleichterung ebenfalls überdeutlich anzumerken. "Dieser Sieg war unglaublich wichtig für das Damentennis in Deutschland", erklärte er: "Eine Niederlage hätte verheerende Folgen gehabt."

Optimal gelaufen

Für seine Mannschaft war es zum Auftakt am Samstag optimal gelaufen. Die deutsche Meisterin Anca Barna mit dem 4:6, 6:0, 6:4 gegen Prakusya und Rittner mit dem 6:4, 6:1 gegen Widjaja brachten Deutschland mit 2:0 in Führung. Bei Temperaturen um 40 Grad Celcius und einer Luftfeuchtigkeit von fast 80 Prozent zeigte vor allem Rittner auf dem über der roten Asche verlegten Hartplatz eine hervorragende Leistung: "Ich habe selber nicht erwartet, so gut zu spielen. Aber da hat auch die Moral eine große Rolle gespielt, denn wir hatten hier eine tolle Woche mit sehr viel Spaß."

Nicht mehr ganz so viel Spaß hatte die dienstälteste deutsche Tennisspielerin in ihrem zweiten Einzel am Sonntag. Anca Barna, 24 Stunden nach dem Sieg gegen Prakusya "völlig von der Rolle" (Barna), verlor gegen Widjaja 3:6, 1:6. Die Gastgeberinnen schöpften wieder Hoffnung, der Druck auf die deutschen Spielerinnen verschärfte sich erheblich. "Ich war schon nervös, supernervös sogar", gab Rittner zu: "Das war echt ein Kampf auf Biegen und Brechen, da ging es um alles."

Erfahrung gibt den Ausschlag 

Zusätzliche Probleme bereitete ihr ein entzündeter Fersensporn, doch in einem der wichtigsten Spiele ihrer Karriere ließ sich Barbara Rittner auch davon nicht aus dem Konzept bringen: "Ich habe halt doch ein bisschen Erfahrung, und die gibt in solchen Situationen eben manchmal den Ausschlag. Ich konnte den Ball immer im Feld halten und habe den letzten Punkt gemacht."

Ob sie auch im nächsten Jahr für den Deutschen Tennis Bund auf Punktejagd geht oder sich endgültig in die von ihr angestrebte Rolle im Trainerbereich verabschiedet, ließ die 30-Jährige nach der Nerven- und Hitzeschlacht von Jakarta offen: "Ich spiele erstmal die Saison zuende und entscheide dann über meine Zukunft."

Auch Klaus Eberhard wollte nicht allzu weit nach vorne schauen: "Unser nächstes Fed-Cup-Spiel ist in neun Monaten. Da kann noch viel passieren." Bis dahin können sich auch junge Spielerinnen wie die 18-jährige Anna-Lena Groenefeld in den Kader spielen, zu dem außerdem die in Jakarta wegen einer schlimmen Bronchitis fehlende Marlene Weingärtner gehört.

Und auch für die zuletzt formschwachen Martina Müller, Bianka Lamade oder Julia Schruff steht die Tür ebenso weit auf wie für Angelika Roesch (Berlin) und Vanessa Henke (Düsseldorf), die in Jakarta das bedeutungslose Doppel zum 2:3 verloren. "Wichtig ist, dass wir auch im nächsten Jahr in der Weltgruppe spielen", sagte Eberhard: "Das ist vielleicht für die Spielerinnen eine zusätzliche Motivation, sich über gute Leistung zu empfehlen."


Fed-Cup-Halbfinale

Drei der vier Fedcup-Halbfinalisten stehen seit Sonntag fest: Danach kommt es in der Finalrunde vom 17. bis 23. November zu den Duellen Frankreich (4:1 gegen Spanien) kontra Russland (3:0 gegen Slowenien) und Belgien gegen den Sieger aus USA- Italien, die sich in Washington gegenüberstehen. Belgien glückte dabei am Sonntag in Charleroi das Kunststück, Titelverteidiger Slowakei mit 4:0 auszuschalten.

Amelie Mauresmo hat das französische Team im spanischen Oviedo ins Halbfinale geführt. Die Weltranglisten-Sechste, die in Wimbledon wegen einer Rippenverletzung fehlte, sorgte mit ihrem 7:5, 6:2 über Magui Serna für die Vorentscheidung gegen Spanien. Damit ging der Fedcup-Gewinner von 1997 uneinholbar mit 3:0 in Führung. Tags zuvor hatte Mauresmo 6:3, 6:3 gegen Maria Sanchez-Lorenzo gewonnen. Nathalie Dechy besiegte Magui Serna mit 6:3, 6:4.

Den dritten und entscheidenden Punkt gegen Slowenien holte in Portoroz Elena Bowina (Russland) mit dem 7:6 (7:4), 6:2 gegen Katarina Srebotnik. In Charleroi schaffte das die Weltranglisten- Zweite Kim Clijsters, die in weniger als einer Stunde als 6:0, 6:1- Siegerin gegen Janette Husarova vom Platz ging. Am ersten Tag hatte sie schon Lubomira Kurhajcova 6:3, 6:1 bezwungen. French Open- Siegerin Justine Henin-Hardenne hatte mit dem 7:5, 6:4 gegen Husarova für das 1:0 gesorgt. Clisters, angefeuert von ihrem australischen Freund Lleyton Hewitt, blickte nach dem überraschend glatten Gang nach vorn: "Ich bin sicher, dass die USA unser Gegner wird."

Barbara Rittner setzte sich auch im zweiten Einzel mehr oder minder sicher durch.  Foto: RPO
Barbara Rittner setzte sich auch im zweiten Einzel mehr oder minder sicher durch. Foto: RPO

 
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