Team bangt um den Klassenerhalt: Fedcup: Angstschweiß in Jakarta
zuletzt aktualisiert: 18.07.2003 - 12:09Jakarta/Hamburg (rpo). Bei einer Niederlage droht der Abstieg aus der Weltgruppe. In der schwülen Hitze von Jakarta kämpft das Fedcup-Team um Barbara Rittner gegen Indonesien ums sportliche Überleben. Bei den deutschen Tennisspielerinnen fließt der Angstschweiß.
Eine Niederlage in der Relegation am Samstag und Sonntag käme nicht nur dem erstmaligen Abstieg aus der Weltgruppe gleich. Eine Blamage in Südostasien würde den Entscheidungsträgern im Deutschen Tennis Bund (DTB) auch neue Argumente für die Schmalspur- Förderung im Damentennis liefern.
"Das ist für uns eine extrem wichtige Partie, die Richtung weisend für das deutsche Damentennis sein wird", sagte Fedcup-Kapitän Klaus Eberhard und stapelte tief: "Die Chancen stehen 50:50." Eberhard fürchtet Probleme bei der Umstellung auf Hartplatz und das Klima. Bei extrem hoher Luftfeuchte fließt der Schweiß schon ohne sportliche Betätigung in Strömen. Zudem hängt ständig eine Dunstglocke über der 9-Millionen-Metropole. Ins charme-freie Tennis-Stadion, das etwa 3500 Zuschauern Platz bietet, wurde vor zwei Monaten ein Hartcourt auf einen Ascheplatz verpflanzt. Die Außenplätze haben andere Beläge - ein Handicap für das Training.
Eberhard nominierte die deutsche Meisterin Anca Barna als Nummer eins. Die Nürnbergerin wird am Samstag (8.00 Uhr) das Auftakteinzel gegen Wynne Prakusya bestreiten. Barbara Rittner (Leverkusen) trifft anschließend auf Angelique Widjaja, die als 71. der Weltrangliste 17 Plätze vor der deutschen "Veteranin" notiert ist. Am Sonntag (5.00 Uhr) spielt Barna gegen Widjaja und Rittner gegen Prakusya, bevor die Fedcup-Neulinge Angelika Roesch (Berlin) und Vanessa Henke (Benrath) gegen Prakusya/Widjaja ran müssen. Im Doppel ist die 18-jährige Widjaja international sehr erfolgreich. Mit Maria Vento-Kabchi aus Venezuela erreichte sie in Wimbledon das Viertelfinale.
Während der zweimalige Fedcup-Gewinner Deutschland (1987, 1992) um den Klassenerhalt bangen muss, kann die Slowakei das Thema Titelverteidigung abhaken. Ohne Spitzenspielerin Daniela Hantuchova, die nur einmal im Jahr Fedcup spielen will und das beim 3:2-Sieg gegen Deutschland im April bereits getan hat, ist die Slowakei im Viertelfinale gegen Belgien ohne Chance. Der Fedcup-Sieger von 2001 tritt in Charleroi mit French-Open-Gewinnerin Justine Henin-Hardenne und der Weltranglistenzweiten Kim Clijsters an.
US-Kapitän Billie Jean King verzichtete auf die schauspielernde Wimbledonsiegerin Serena Williams und Lindsay Davenport, die ihrer Mutter bei einer Operation beistehen möchte. Beide wollten einen Tag später nach Washington reisen, was die einstige Wimbledonsiegerin King kategorisch ablehnte. Da Venus Williams und Monica Seles wegen Verletzungen fehlen, stehen nun Chanda Rubin, Meghann Shaughnessy, Lisa Raymond und Alexandra Stevenson in der Pflicht. In den beiden übrigen Viertelfinals stehen sich Weltgruppen-Debütant Slowenien und Russland sowie Spanien und Frankreich gegenüber.
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