Nun gegen den Abstieg: Fedcup-Damen verlieren gegen Slowakei
zuletzt aktualisiert: 27.04.2003 - 20:10Ettenheim (rpo). Die deutschen Fedcup-Damen sind ausgeschieden und müssen nun in die Relegation. Dabei hatte es lange Zeit ganz gut gegen Titelverteidiger Slowakei ausgesehen. Der neue Kapitän Klaus Eberhardt musste sich schließlich 2:3 geschlagen geben.
Die Niederlage der Gastgeberinnen, die nach einer unverhofften 1:0-Führung von einem Überraschungscoup geträumt hatten, stand schon durch das 1:3 nach den vier Einzeln vor dem nur statistischen Erfolg im Doppel fest. "Ich bin unheimlich enttäuscht, dass wir die Slowakinnen nach dem tollen Auftaskt nicht knacken konnten", resümierte Eberhard seinen erfolglosen Einstand.
Zur tragischen Figur in seinem Team avancierte Marlene Weingärtner und blieb damit die Rechtfertigung ihrer Nominierung schuldig. In ihren Einzeln gegen die Weltranglistenneunte Daniela Hantuchova, in dem Weingärtner am Samstag bis zum Abbruch wegen Regens beim Stand von 4:1 auf das wichtige 2:0 zugesteuert war, und Ludmilla Cervanova behielt sie jeweils nicht die Nerven und musste mit 2:6, 1:6 gegen Cervanova auch den entscheidenden dritten Punkt abgeben. Damit konnte die Mannschaft des Deutschen Tennis Bundes (DTB) aus dem Auftakterfolg von Weingärtners Moerser Klubkollegin Anca Barna kein Kapital schlagen, auch wenn Martina Müller und Barbara Rittner zum Abschluss im Doppel immerhin noch Ergebniskosmetik betrieben.
Denn auch Barna hatte zuvor im Duell mit der slowakischen Spitzenspielerin Hantuchova die Möglichkeit verpasst, die Kohlen für ihr Team aus dem Feuer zu holen. Im offiziell ersten Einzel des zweiten Tages konnte die deutsche Nummer eins während des gesamten Matches den Respekt vor Hantuchova nicht ablegen. Nach starkem Beginn und einem schnellen 6:2 im ersten Satz bekam die gebürtige Rumänin einen "dünnen Arm" und verlor den Glauben an die eigene Stärke. Problemlos sorgte die stark abgemagerte Hantuchova danach mit 6:3 und 6:1 für die Wende. "Nach dem ersten Satz war ich der Überzeugung, dass ich gewinne. Aber sie war einfach zu stark", meinte Barna nach dem Match.
Zuvor aber hätte Marlene Weingärtner die Vorentscheidung zugunsten des DTB-Teams herbeiführen müssen. Doch die 23-Jährige scheiterte am Schlusstag beim 6:2, 6:7 (5:7), 5:7 gegen Hantuchova bei der Fortsetzung des unterbrochenen Matches an ihren schwachen Nerven. Vor lauter Frust erschien Weingärtner nicht zur Pressekonferenz.
Die Enttäuschung war verständlich, vergab Weingärtner nach dem 6:2 im ersten Satz doch im Tiebreak des zweiten Durchgangs noch ein 5:2 und im Entscheidungssatz eine 5:4-Führung. "Ich habe zu viele leichte Fehler gemacht. Es ist aber auch nicht einfach, dieses Niveau über die gesamte Spielzeit zu halten", meinte Weingärtner später. Im abschließenden Einzel gegen die international weitgehend unbekannte Cervanova ging Weingärtner dann sang- und klanglos unter.
Barnas 3:6, 6:2, 6:2-Auftaktsieg gegen Cervanova vom Samstag war somit nur noch Makulatur. Bei ihrer Premiere als Spitzenspielerin des DTB-Teams stellte Barna dem neuen Teamchef Eberhard ungeachtet der Niederlage ein gutes Zeugnis für seine vor knapp zwei Monaten begonnene Arbeit aus: "Klaus Eberhard gibt dem ganzen Team ein gutes Gefühl. Ich bin sehr zufrieden und fühle mich unheimlich wohl."
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