Tennis / German Open: Federer sagt ab, Waske fliegt raus
zuletzt aktualisiert: 15.05.2006 - 16:45Hamburg (rpo). Die German Open in Hamburg haben mit einem Schock begonnen: Weder Roger Federer noch Rafael Nadal werden auf der Hamburger Asche auflaufen. Beide Topstars sagten per Telefon innerhalb einer Stunde ab. "Erschöpfung" lautete die offizielle Begründung. Auf das Publikum beim mit 2,082 Millionen Euro dotierten Turnier wartet nun das schwächste Teilnehmerfeld seit Jahren.
Zuvor bereits hatten schließlich der Weltranglisten-Dritte David Nalbandian (Argentinien) und Andy Roddick (USA) als Nummer vier auf die Reise in die Hansestadt verzichtet. In dem Weltranglisten-Zehnten Lleyton Hewitt (Australien) und Andre Agassi (USA) fehlen weitere Stars. Turnierdirektor Walter Knapper fiel es da schwer, seine gute Laune zu behalten: "Die Absagen von Nadal und Federer sind ein herber Schlag", erklärte der Schwabe und fügte beinahe trotzig zu: "Wir haben aber immer noch ein gutes Feld."
Allerdings musste Knapper am Montag bereits auch das Aus von Alexander Waske (Frankfurt) hinnehmen, der dem Kroaten Mario Ancic mit 2:6, 5:7 unterlag. Auch Philipp Kohlschreiber (München) und Björn Phau (Mannheim), die am Montag ebenfalls spielten, gingen nur als Außenseiter in ihre Matches gegen den nun "topgesetzten" Weltranglisten-Fünften Ivan Ljubicic (Kroatien) beziehungsweise den Franzosen Fabrice Santoro.
Knappers Hoffnungen ruhen nun auf den weiteren fünf deutschen Spielern, die erst am Dienstag in das Turnier eingreifen. Tommy Haas und Rainer Schüttler könnten so die einzigen Sieger der Absagen von Nadal und Federer werden. Haas tritt nun statt gegen den 19 Jahre alten Spanier gegen den Schweden Robin Söderling an. Schüttler spielt gegen Lukas Dlouhy statt gegen Federer. "Ich hoffe, die Deutschen zeigen jetzt, was sie können, und kommen möglichst weit", sagte Knapper.
Im Laufe des Vormittages waren durch die ATP binnen einer Stunde die Rückzieher der beiden Topstars eingegangen. Federer und Nadal hatten am Sonntag in Rom noch ein grandioses Match über 5:05 Stunden gezeigt, das der Spanier in fünf Sätzen gewann und damit den Sandplatz-Siegesrekord des Argentiniers Guillermo Vilas mit 53 Erfolgen in Serie einstellte. Nur 48 Stunden später erneut zu spielen, schien beiden im Vorfeld der French Open in Paris zu anstrengend. Die Frage nach dem Sinn von zwei Masters-Turnieren hintereinander stellt sich damit erneut.
Unterdessen ist der Hamburg-Sieger von 2003, Guillermo Coria, bereits gescheitert. Der kleine Argentinier, der nicht annähernd mehr die Form von vor zwei Jahren hat, unterlag dem serbischen Qualifikanten Novak Djokovic 3:6, 6:3, 3:6. Im bis zum Nachmittag besten Match des ersten Tages setzte sich der Weltranglisten-Siebte James Blake (USA) mit 6:3, 3:6, 7:5 gegen den ehemaligen Weltranglisten-Ersten Carlos Moya (Spanien) durch.
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