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Eindrucksvolles Comeback in Leverkusen: Felix Sturm - der Boxer der Zukunft

zuletzt aktualisiert: 19.09.2004 - 13:22

Leverkusen (rpo). Mit Felix Sturm wird in der Boxwelt zu rechnen sein. Mit einem eindrucksvollen Sieg über den Amerikaner Joe Frazier hat sich der Mittelgewichtler im Ring zurückgemeldet und gilt als eine der größten Hoffnungen im deutschen Boxsport. Nun soll es bald um den WM-Titel gehen.

Der 25-Jährige feierte dreieinhalb Monate nach seiner umstrittenen Punktniederlage gegen US-Superstar Oscar de la Hoya mit einem einstimmigen Punktsieg gegen Robert Frazier (USA) in Leverkusen ein erfolgreiches Comeback.

"Ich will der dominanteste Mann im Mittelgewicht werden - so wie es einst Dariusz Michalczewski im Halbschwergewicht gewesen ist", sagte Sturm nach dem Gewinn des Interkontinental-Titels der WBO, der ihm ein Anrecht auf einen WM-Fight garantieren soll.

Direkt nach dem Statement über seine Ambitionen richtete sich der Blick des Ex-Weltmeisters der WBO aber traurig nach Las Vegas, wo Bernard Hopkins in der Nacht zum Sonntag den großen Showdown gegen Oscar de la Hoya durch K.o. in der 9. Runde gewann.

"Hopkinsfight genauso interessant"

"Irgendwie tut es schon weh, wenn man dort rüberschaut. Eigentlich hätte ich im Ring im MGM stehen müssen", sagte der Deutsche mit bosnischen Wurzeln. Sturm sah sich die ersten beiden Runden des Superfights in den frühen Morgenstunden des Sonntags an, verabschiedete sich dann aber nach Hause.

"Natürlich wäre ein Rematch gegen Oscar reizvoll. Andererseits habe ich schon bewiesen, dass ich gegen ihn boxen kann. Deshalb wäre ein Hopkins-Fight genauso interessant. Es sind die besten beiden Boxer der letzten 20 Jahre", meinte der Ex-Amateur-Europameister, der am 5. Juni seinen WBO-Titel durch ein äußerst umstrittenes Punkturteil an De la Hoya verloren hatte.

Realistisch wird allerdings ein WM-Kampf gegen einen anderen Gegner. Sturms Universum-Management rechnet mit einer Titel-Chance innerhalb der nächsten 6 Monate. "Wir werden hart dafür arbeiten. Möglicherweise wird einer der vier Gürtel vakant und Felix ist in den Ranglisten vorn platziert. Felix braucht die stärksten Gegner, alles andere macht keinen Sinn", sagte Promoter Klaus-Peter Kohl.

Frazier ein echter Prüfstein

Als echter Prüfstein präsentierte sich Robert Frazier vor 3000 Zuschauern in der Wilhelm-Dopatka-Halle. Sturm zeigte gegen den stets aktiven Amerikaner eine stabile Deckung, gute Balance und Ringpräsenz. Jede Aktion war wohl durchdacht, die Schläge gut platziert. In den Runden 11 und 12 erhöhte Sturm das Tempo und brachte Frazier in arge Bedrängnis. Der aber gab sich wie in 38 Kämpfen zuvor nicht vorzeitig geschlagen.

"Ein K.o. ist immer der überzeugendste Sieg. Mir war allerdings wichtig, dass ich nicht überdreht habe", sagte Sturm. Der US-Boy und sein Clan sahen das Ergebnis zur Verwunderung aller komplett anders. "Ich hätte mindestens ein Unentschieden verdient und will jetzt ein Rematch", meinte Frazier. Doch dazu wird es nicht kommen - Sturm wird ab sofort wieder noch größere Kaliber boxen.

Quelle: sid

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