Kommentar: Fernsehrechte: Schlag ins Gesicht
VON KOMMENTAR VON MARTIN BEILS - zuletzt aktualisiert: 08.03.2011 - 08:25Düsseldorf (RP). Das "Wort zum Sonntag" gehört nicht zu den Quotenhits der ARD. Vor zwei Jahren gelang den Programmmachern aber ein Coup: Sie betteten die Kurzpredigt in eine Übertragung vom Boxen ein. Siehe da: Die Zuschauerzahl verdoppelte sich gegenüber dem Durchschnitt auf 3,5 Millionen Zuschauer.
Unter anderem mit diesem Erfolg begründet die ARD, warum sie sich noch stärker im Boxsport engagiert und dem Stall Sauerland bis zu 54 Millionen Euro zahlt. Sendungen im zeitlichen Umfeld der Faustkämpfe würden ja profitieren.
Die Öffentlich-Rechtlichen wollen nicht mehr von der Tour de France berichten, und die Rechte an der Leichtathletik-WM sind ihnen zu teuer. Über beide Maßnahmen lässt sich diskutieren. Die Entscheidung zugunsten der Boxerei ist aber auf jeden Fall ein Schlag ins Gesicht für die Anhänger von Leichtathletik und Radsport.
Das ZDF entschied vergangenes Jahr übrigens, dass der Gebühreneinsatz für den Faustkampf nicht zu rechtfertigen sei. Die ARD will hingegen Quote machen mit einem Sport, der Zuschauer des Spätabendprogramms besonders fasziniert, wenn Kiefer schief hängen und Blut spritzt.Ein interessantes Umfeld für das "Wort zum Sonntag" ist das.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







