Tennis: Filderstadt: Auch Grönefeld kann einpacken
zuletzt aktualisiert: 06.10.2004 - 15:42Filderstadt (rpo). Die chronische Erfolgslosigkeit der deutschen Tennis-Damen beim Heimauftritt in Filderstadt hat auch bei der diesjährigen Ausgabe des WTA-Turniers angehalten. Nach der Höchststrafe für Marlene Weingärtner am Dienstag schied nun auch Anna-Lena Grönefeld in der ersten Runde aus.
Damit sind zum dritten Mal in Folge bereits in der ersten Runde alle Vertreterinnen des Deutschen Tennis Bundes (DTB) ausgeschieden. Einen Tag nach dem 0:6, 0:6- von Marlene Weingärtner (Moers) gegen die Kolumbianerin Fabiola Suarez scheiterte die ebenfalls mit einer Wildcard ins Hauptfeld gelangte Nordhornerin Anna-Lena Grönefeld in ihrem Auftaktmatch.
Nach 56 Minuten und 2:6, 2:6 gegen die Russin Jelena Bowina konnte die 19 Jahre alte Grönefeld, als 71. der Weltrangliste 54 Plätze unter ihrer Kontrahentin platziert, ihre Schläger wieder einpacken. In beiden Sätzen kassierte sie Breaks zum 2:4 und 2:6. Grönefeld war gegen Bowina chancenlos, vor allem mit der starken Rückhand ihrer Kontrahentin hatte sie ihre liebe Mühe. Bowina, die nach 56 Minuten ihren ersten Matchball verwertete, trifft in einem interessanten Achtelfinalduell auf US-Open-Siegerin Swetlana Kusnezowa.
Schwarzer Abend
Einen "schwarzen Abend" hatte bei der mit 650.000 Dollar dotierten Konkurrenz zuvor Marlene Weingärtner erlebt. Als Nummer 52 der Weltrangliste die beste Deutsche im Ranking, musste sich die 24 Jahre alte Fedcup-Spielerin in nur 41 Minuten der auf Platz 25 stehenden Fabiola Zuluaga geschlagen geben. Ganze sechs Punkte konnte Marlene Weingärtner dabei im ersten Satz einfahren. Im zweiten Durchgang waren es immerhin 14 Punkte.
"Vom Talent her kann sie mehr und müsste in der Weltrangliste weiter vorne stehen", sagte Bundestrainer Klaus Eberhard, der aber hofft, dass Weingärtner "in den kommenden Monaten auf Platz 30 vorstoßen kann". Enttäuscht zeigte sich dagegen Udo Cervellini, der in Filderstadt letztmals als Turnierdirektor amtiert und künftig vom einstigen Schweizer Weltklassespieler Markus Günthardt abgelöst wird: "Wir haben dem Wunsch des Fernsehens und der Presse Rechnung getragen und Wildcards an deutsche Spielerinnen vergeben." Marlene Weingärtner verließ nach ihrer deprimierenden Niederlage fluchtartig und kommentarlos die Halle.
Dmentiewa überraschend draußen
Überraschend ausgeschieden ist die in ihrem Spiel extrem wechselhafte Russin Jelena Dementiewa. Die an Nummer fünf gesetzte Grand-Slam-Finalistin von Paris und New York musste sich der US-Amerikanerin Lisa Raymond (USA) mit 0:6, 5:7 geschlagen geben.
Erst am Donnerstag greift Französin Amelie Mauresmo, die erstmals in ihrer Karriere bei einem Turnier als Nummer eins der Weltrangliste an den Start geht, ins Geschehen ein. Nach Freilos in Runde eins, bekommt sie es mit der Schweizerin Patty Schnyder (Schweiz) zu tun und kann sich Hoffnungen auf eine Luxuskarosse aus dem Haus des Titelsponsors (Porsche) machen.
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