Schwimm-WM: Flop für deutsche "Golden Girls"
zuletzt aktualisiert: 25.03.2007 - 16:52Melbourne (RPO). Die deutschen Athleten haben zum Auftakt der Becken-Wettkämpfe bei der Schwimm-WM in Melbourne enttäuscht. Die Weltrekordstaffel der Frauen um ihren Star Britta Steffen verpasste über 4x100 m Freistil auf Platz vier eine Medaille. Erfolgsgaranten wie Antje Buschschulte und Thomas Rupprath erreichten gar nicht erst das Finale.
"Das ist bitter. Wir sind in einem kleinen Tief", meinte Britta Steffen nach dem Staffel-Flop und machte aus ihrer Enttäuschung keinen Hehl.
Für den einzigen Lichtblick beim Deutschen Schwimm-Verband (DSV) sorgte am Sonntag Langstrecklerin Britta Kamrau-Corestein, die bei der Fortsetzung des am Tag zuvor abgebrochenen Rennens in der Bucht vor St. Kilda Gold über 25 km gewann.
Die einstigen Golden Girls, die nach ihrem Weltrekord bei der EM im Vorjahr in Budapest noch gestrahlt hatten, landeten in der Rod-Laver-Arena dagegen hart auf dem Boden der Tatsachen. DSV-Sportdirektor Örjan Madsen wollte allerdings auch den großen Druck nicht als Entschuldigung gelten lassen: "Als Weltrekordhalter muss man damit umgehen."
Einzig Steffen konnte ihre Top-Leistung abrufen. Die 23-jährige Berlinerin blieb im Gegensatz zu Petra Dallmann (Heidelberg), Annika Lurz (Würzburg) und Daniela Samulski (Wuppertal) sogar unter ihrer Zeit von Budapest, doch die Aufholjagd wurde nicht belohnt.
Im Ziel fehlten dem Quartett des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) in 3:36,94 Minuten 13 Hundertstel zu Bronze. Am Ende blieb nur der neidische Blick zu den Gastgeberinnen, die in 3:35,48 ihren Titel vor den USA (3:35,68) und den Niederlanden (3:36,81) erfolgreich verteidigten.
Schon vorher lief es nicht gut. Die Magdeburgerin Antje Buschschulte verpasste über 100 m Schmetterling in 59,12 Sekunden als Elfte ebenso den Endlauf wie Daniela Samulski (Wuppertal/59,35) auf Rang 14. "Es gibt keine Entschuldigung. Ich weiß nicht, wo die Zeit geblieben ist", meinte Buschschulte selbstkritisch und ratlos zugleich. Nicole Hetzer (Burghausen) blieb über 200 m Lagen im Halbfinale als Neunte (2:15,69) knapp auf der Strecke.
Seinen ganz persönlichen Frust erlebte Sprintspezialist Thomas Rupprath über 50 m Schmetterling. Der Rostocker schied im "Stechen" gegen die zuvor zeitgleichen Slowenen Peter Mankoc und Jernej Godec um den 16. und letzten freien Halbfinalplatz bereits im Vorlauf aus. Damit fand sich Rupprath in größerer Gesellschaft wieder. Auch Benjamin Starke (Cottbus) als 23., Johannes Neumann (Riesa) als 28. über 100 m Brust und die 4x100m-Freistilstaffel der Männer auf Rang zehn kamen nicht über den Vorlauf hinaus.
Die beiden Superstars Michael Phelps und Laure Manaudou zeigten dwrweil gleich ihre Stärke. Phelps sicherte sich mit der US-Staffel über 4x100 m Freistil in 3:12,72 Minuten seinen ersten von acht anvisierten Titeln. Zweiter wurde Italien mit Europarekord in 3:14,04 - zwei Hundertstel unter der alten Bestmarke Russlands.
Manaudou war über 400 m Freistil einmal mehr das Maß aller Dinge. Bei den Männern musste sich Lokalmatador Grant Hackett dem Südkoreaner Park Tae-Hwan und dem Tunesier Oussama Mellouli geschlagen geben.
Besser machte es Kamrau-Corestein im Meer. Nach dem Abbruch am Samstag zur Hälfte der Distanz wegen meterhoher Wellen und Wind der Stärke neun bis zehn ließ sich die 27 Jahre alte Rostockerin ihren Sieg nicht mehr nehmen und triumphierte in 5:37:11,66 Stunden vor der US-Amerikanerin Kalyn Keller (5:39:49,62) und der Russin Xenia Popowa (5:39:51,51). Titelverteidigerin Angela Maurer aus Mainz musste sich wie schon über die künftig olympische 10-km-Strecke mit Platz vier begnügen.
Kamrau-Corestein überschattete ihr Gold im Ziel jedoch selbst mit einer obszönen Geste in Richtung Kampfgericht. "Es tut mir Leid. Das war gar nicht so ernst gemeint", entschuldigte sie sich später für ihren "Stinkefinger" und wollte nach dem Happyend im zweiten Akt lieber ihren vierten WM-Titel nach dreijähriger Durststrecke genießen: "Ende gut, alles gut."
Das galt nicht für die Wasserballerinnen, die nach dem 10:14 gegen Kanada den Sprung unter die besten acht Mannschaften verpasst haben und in die Platzierungsrunde müssen. Auch die Wasserspringer gingen an ihrem vorletzten Wettkampftag leer aus. Beste Deutsche war Katja Dieckow als Siebte im Finale vom 3-m-Brett.
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