Triathlon: Ohne Leder bläst Zäck zur Attacke: Frankfurt-Ironman: Deutsche sind heiß
zuletzt aktualisiert: 11.07.2003 - 09:44Frankfurt/Main (rpo). In Abwesenheit von Vorzeige-Triathlet Lothar Leder wittert die Konkurrenz Morgenluft: Beim bestbesetzten Rennen nach Hawaii wird am Sonntag in Frankfurt/Main der Ironman Germany gestartet.
Obwohl der Vorjahresgewinner nach seinem fünften Erfolg in Roth fehlt, ist ein deutscher Sieg beschlossene Sache. "In Frankfurt werden alle Deutschen heiß sein", kündigte Altmeister Jürgen Zäck sportliche Höchstspannung für das Rennen an, das bei der Premiere 2002 rund 180 000 Zuschauer an die Strecke lockte.
Der 37-Jährige aus Vallendar bei Koblenz gilt als Mitbewerber auf den Sieg in der Mainmetropole. Es wäre sein neunter Ironman-Titel. Zäck hätte damit einen mehr als Leder, Peter Reid und die beiden Hawaii-Legenden Dave Scott und Mark Allen. Aber die Konkurrenz ist höllisch stark. Der Hawaii-Zweite von 2002, Peter Reid (Kanada), und Cameron Brown aus Neuseeland, Dritter auf Hawaii, fordern die deutschen Profis heraus.
Der zuletzt vom Verletzungspech verfolgte Normann Stadler (Mannheim) ist allemal für eine Überraschung gut. Und wenn "Sonnenanbeter" Thomas Hellriegel (Bruchsal) einen heißen Tag erwischt, könnte er als Erster nach 3,8 Kilometern Schwimmen, 180 Kilometern Radfahren und 42,195 Kilometern Laufen die Ziellinie auf dem Römerberg überqueren. Der einzige deutsche Hawaii-Gewinner (1997) musste sich im letzten Jahr in Roth Lothar Leder geschlagen geben und hat in diesem Jahr ein Duell mit dem Dauersieger vermieden. Bei den Frauen gehören Titelverteidigerin Katja Schumacher (Heidelberg), Nina Fischer (Kiel), die Hawaii-Zweite Nina Kraft (Braunschweig) sowie Belinda Halloran (Australien) und Reids Frau Lori Bowden (Kanada) zum Kreis der Favoritinnen.
"Zäck Attack", wie Jürgen Zäck wegen seiner unwiderstehlichen Attacken auf der Radstrecke getauft wurde, ist mittlerweile im 20. Jahr seiner Triathlon-Karriere. Er hält in 7:51:42 Stunden die deutsche Bestzeit über die Ironman-Distanz, die er 1997 in Roth aufstellte. Nach fünf Siegen im Fränkischen schied er vor drei Jahren im Unfrieden: Als er beim Wechsel aufs Rad eine gelockerte Sattelschraube und einen verstellten Helm vorfand, beschuldigte er Kollegen und Organisatoren der "Sabotage".
Mit den alten Geschichten befasst sich der in die Jahre gekommene Sonnyboy aber nicht mehr. "Ich habe so gut trainiert wie 1997", kündigte er an. "Ein Sieg in Frankfurt wäre ein Paukenschlag." Und selbst wenn es nicht klappt mit einem weiteren großen Titel - Zäck will der Triathlonszene noch ein Weilchen erhalten bleiben: "Mein Ziel ist, mit 40 noch einen Ironman zu gewinnen."
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