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WM in Melbourne: "Franzis" Weltrekord geknackt

zuletzt aktualisiert: 27.03.2007 - 14:45

Melbourne (RPO). Goldhoffnung Annika Lurz hat Deutschlands Schwimmern beim Rekord-Festival am dritten Tag der WM in Melbourne neuen Mut gemacht. "Ich hoffe, dass der Knoten jetzt geplatzt ist", sagte die Würzburgerin nach Platz zwei im Halbfinale über 200 m Freistil. Dabei knackte die Italienerin Federica Pellegrini den Weltrekord von Franziska van Almsick.

Annika Lurz jubelt nach ihrem Einzug ins Finale.  Foto: AP, AP
Annika Lurz jubelt nach ihrem Einzug ins Finale. Foto: AP, AP

Zuvor hatten bereits die US-Stars Michael Phelps, Aaron Peirsol und Natalie Coughlin die Rod Laver Arena mit Bestmarken zum Kochen gebracht.

Lurz machte unterdessen aus ihrer Erleichterung keinen Hehl. "Nach dem Vorlauf war ich noch richtig frustriert. Jetzt ist mir ein Stein vom Herzen gefallen", sagte die 27-Jährige. In 1:56,67 Minuten lag sie zwei Zehntel hinter Pellegrini, die 17 Hunderstel unter der fünf Jahre alten Marke von "Franzi" blieb.

"Ich bin persönliche Bestzeit geschwommen. Wenn dann jemand schneller ist, muss man das akzeptieren", meinte Lurz: "Das Finale wird aber nochmal ein ganz anderes Kaliber."

Vor dem Befreiungsschlag durch Lurz hatte die Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), Christa Thiel, schon Schlimmes befürchtet. "So einen Fehlstart habe ich bei Olympia in Athen und bei der WM vor zwei Jahren in Montreal mitgemacht. Und nun schon wieder", stöhnte Thiel: "Das ist Kopfsache, die brauchen einen Psychologen." Der bisherige war vor einem Monat nach Differenzen um das Gehalt gegangen.

Für den ersten Höhepunkt sorgte Phelps über 200 m Freistil mit Weltrekord in 1:43,86 Minuten. Ausgerechnet in Australien blieb der 21-Jährige zwei Zehntel unter der sechs Jahren alten Bestmarke von "Thorpedo" Ian Thorpe, der seine aktive Karriere beendet hatte.

"Es ist schade, dass Ian nicht mehr dabei ist. Ich wäre gerne gegen ihn geschwommen", meinte Phelps. Der 20 Jahre alte Paul Biedermann aus Halle wurde in 1:48,09 Siebter und war danach richtig ergriffen: "Wahnsinn, dass ich bei diesem Rennen dabei sein konnte. Nächstes Jahr möchte in den deutschen Rekord von Michael Groß angreifen."

Das deutsche Schwimm-Paar Antje Buschschulte und Helge Meeuw war nach dem Aus am Vortag im Halbfinale bei den Weltrekorden über 100 m Rücken zum Zuschauen verdammt. Coughlin drückte ihre eigene Marke um 14 Hundertstel auf 59,44 Sekunden. Dabei reichte es für die Französin Laure Manaudou mit Europarekord (59,87) nur zu Platz zwei. Peirsol setzte in 52,98 Sekunden eine neue Bestzeit. Bitter für Meeuw: Mit seinem Europarekord von der EM hätte der Frankfurter Silber gewonnen.

Ihren vier Jahre alten Europarekord über 1500 m Freistil musste Hannah Stockbauer an die Schweizerin Flavia Rigamonti abgeben, die in 15:55,38 Minuten 4,8 Sekunden schneller war, sich aber trotzdem der US-Amerikanerin Kate Ziegler (1:53,05) geschlagen geben musste.


Schwimmen, WM in Melbourne

Beckenwettbewerbe

Männer

200 m Freistil

Gold: Michael Phelps (USA) 1:43,86 Minuten (WR)
Silber: Pieter van den Hoogenband (Niederlande) 1:46,28
Bronze: Park Tae Hwan (Südkorea) 1:46,73
4. Kenrick Monk (Australien) 1:47,12, 5. Massimiliano Rosolino (Italien) 1:47,18, 6. Zhang Lin (China) 1:47,53, 7. Paul Biedermann (Halle/Saale) 1:48,09, 8. Nicola Cassio (Italien) 1:49,13. - im Vorlauf ausgeschieden: 27. Stefan Herbst (Leutzsch) 1:50,25

100 m Rücken

Gold: Aaron Peirsol (USA) 52,98 Sekunden (WR)
Silber: Ryan Lochte (USA) 53,50
Bronze: Liam Tancock (Großbritannien) 53,61
4. Arkadi Wjatschanin (Russland) 53,69, 5. Markus Rogan (Österreich) 53,78, 6. Gerhard Zandberg (Südafrika) 54,59, 7. Matt Welsh (Australien) 54,65, 8. Tomomi Morita (Japan) 55,04. - im Halbinale ausgeschieden: 9. Steffen Driesen (Riesa) 54,97, ... 15. Helge Meeuw (Frankfurt) 55,37

Frauen

1500 m Freistil

Gold: Kate Ziegler (USA) 15:53,05 Minuten
Silber: Flavia Rigamonti (Schweiz) 15:55,38 (ER)
Bronze: Ai Shibata (Japan) 15:58,55
4. Erika Garcia Villaecija (Spanien) 16:05,83, 5. Hayley Peirsol (USA) 16:12,84, 6. Lotte Friis (Dänemark) 16:20,82, 7. Kristel Kobrich Schimpl (China) 16:27,13, 8. Laure Manaudou (Frankreich) 16: 42,17

100 m Brust

Gold: Leisel Jones (Australien) 1:05,72 Minuten
Silber: Tara Kirk (USA) 1:06,34
Bronze: Anna Chlistunowa (Ukraine) 1:07,27 (ER)
4. Jessica Hardy (USA) 1:07,38, 5. Kirsty Balfour (Großbritannien) 1:08,05, 6. Tarnee White (Australien) 1:08,55, 7. Kate Haywood (Großbritannien) 1:08,72, 8. Jelena Bogomasowa (Russland) 1:08,96. - im Halbfinale ausgeschieden: 14. Birte Steven (Hamburg) 1:09,46

100 m Rücken

Gold: Natalie Coughlin (USA) 59,44 Sekunden (WR)
Silber: Laure Manaudou (Frankreich) 59,87 (ER)
Bronze: Reiko Nakamura (Japan) 1:00,40 Minuten
4. Emily Seebohm (Australien) 1:00,52, 5. Hanae Ito (Japan) 1:00, 63, 6. Iryna Amschennikowa (Ukraine) 1:00,79, 7. Anastasia Suewa (Russland) 1:01,38, 8. Tayliah Zimmer (Australien) 1:02,68. - im Halbfinale ausgeschieden: 13. Antje Buschschulte (Magdeburg) 1:01, 71. - im Vorlauf ausgeschieden: 21. Janine Pietsch (Ingolstadt) 1: 02,72

Quelle: sid

 
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