Franzose Clement nächster Gegner: French Open: Burgsmüller weiter - Negativserie der Damen
zuletzt aktualisiert: 27.05.2003 - 15:53Paris (rpo). Lars Burgsmüller folgt bei den French Open Nicolas Kiefer und Rainer Schüttler in die zweite Runde des mit 14,2 Millionen Euro dotierten Grand-Slam-Turniers in Paris. Der Essener bezwang Mardy Fish in vier Sätzen. Den deutschen Damen hingegen droht ein Desaster.
Lars Burgsmüller folgte seinem Freund Rainer Schüttler in die zweite Runde, die deutschen Damen leisteten am zweiten Tag der French Open in Paris den sportlichen Offenbarungseid. Die deutsche Meisterin Anca Barna aus Nürnberg verlor am Dienstag gegen Maja Matevzic aus Slowenien mit 7:5, 5:7, 5:7 und verpasste auch im dritten Anlauf in Roland Garros den Sprung in Runde 2. Die Berlinerin Angelika Rösch unterlag bei ihrem Paris-Debüt der vom früheren Steffi-Graf-Coach Heinz Günthardt trainierten Jelena Dokic aus Serbien und Montenegro mit 4:6, 4:6. Martina Müller (Hannover) verlor gegen die 18-jährige Russin Wera Zwonarewa 1:6, 3:6.
Dafür gab es erneut Jubel im Lager von Schüttler-Trainer Dirk Hordorff, der in Lars Burgsmüller schon seinen zweiten Schützling in die nächste Runde brachte. Der 27-Jährige bezwang den French-Open-Debütanten Mardy Fish aus den USA mit 7:6 (7:3), 6:2, 4:6, 6:1 und trifft nun auf den Franzosen Arnaud Clement.
Der beklagenswerte Zustand des deutschen Damentennis wurde dagegen an den Dienstag-Ergebnissen überdeutlich. Anca Barna konnte selbst einen Matchball im dritten Satz nicht nutzen. Nach dem 2:46 Stunden währenden Duell der beiden Linkshänderinnen beklagte die gebürtige Rumänin, dass die Spielerinnen in Deutschland zu sehr auf sich allein gestellt seien. "In Frankreich ist das einfacher. Da trainieren alle zusammen im Leistungszentrum in Paris mit Trainern, die vom Verband bezahlt werden."
Die Ursachen sucht jede woanders
Die Ursachen für das Versagen, sucht jede woanders. Martina Müller, im Vorjahr noch Turniersiegerin in Budapest und bei den US Open in der dritten Runde, steht mittlerweile auf Weltranglistenplatz 138 und muss in Wimbledon in die Qualifikation. In diesem Jahr hat die 20-Jährige, die von ihrem Vater Reinhard Müller trainiert wird, auf der Tour nur zwei Matches gewonnen und 14 verloren. Sie spricht über private Probleme, ohne diese näher zu benennen. "Kopfsache, Wohlfühlfaktor und das ganze Blablabla, es kommt alles zusammen", sagte sie. "Ich weiß ja, wie erfolgreich ich spielen kann."
Das weiß Angelika Rösch auch. Die Berlinerin hat trotz des neu engagierten Trainers Claudio Rodilosso 13 ihrer letzten 15 Matches verloren. Sie wirkt verzweifelt, geht aber offensiver mit ihren Problemen um: "Ich bin auf dem Platz zu negativ." Sie suchte Rat bei einem Sportpsychologen in der Schweiz. "Aber da muss ich die ganze Zeit über mich reden. Was ich will, ist jemand, der mir sagt, was ich machen soll."
Kim Clijsters kennt solche Probleme nicht. Die Weltranglistenzweite aus Belgien stürmte gegen Amy Frazier in 45 Minuten in die zweite Runde (6:2, 6:0). Ihr Freund Lleyton Hewitt brauchte gegen Brian Vahaly aus den USA etwas länger (6:4,6:1, 6:7, 6:3). Der Titelverteidiger Albert Costa aus Spanien holte gegen Lucky Loser Sergio Roitman aus Argentinien einen 0:2-Satzrückstand noch auf (6:7, 2:6, 7:5, 6:2, 6:2).
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