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Beide Finalisten vergossen nach dem Finalkrimi Tränen: French Open: Gaudio hat "den Himmel berührt"

zuletzt aktualisiert: 07.06.2004 - 12:11

Paris (rpo). Nach dem rein argentinischen Herrenfinale der French Open zwischen Gaston Gaudio und Guilermo Coria flossen auf beiden Seiten Tränen. Das Tennis-Drama von Roland Garros war erst im verlängerten fünften Satz entschieden worden und hatte beiden Spielern alles abverlangt. 

Nach seinem 0:6, 3:6, 6:4, 6:1 und 8:6 Sieg schluchzte Gaston Gaudio, weil er soeben "den Himmel berührt hatte" und in die Fußstapfen seines Idols Guillermo Vilas getreten war, der 1977 für Argentinien in Paris gewann. Verlierer Coria weinte, weil ihn sein Körper im Stich gelassen hatte und sein Lebenstraum vom ersten Sieg bei den French Open wieder einmal jäh geplatzt war.

Es war eine eigenartige Mischung aus Tango und Melancholie, mit der die French Open zu Ende gingen. Gaston Gaudio war zuvor bei einem Grand Slam noch nie über die Runde der letzten 16 hinausgekommen. Guillermo Coria, Nummer drei der Weltrangliste, allgemeiner Favorit und von seinen Eltern auch noch nach Vilas benannt, blieb nur noch die Rolle des gestürzten Sand-Königs, der auf dem Weg zum sicheren Sieg schien, ehe ihn Krämpfe in beiden Beinen stoppten.

Im dritten Satz kamen die Krämpfe 

6:0, 6:3, 4:3 führte der 22-Jährige, dann kündigte sich das Unheil an. "Mitte des dritten Satzes habe ich erstmals die Krämpfe gespürt", schilderte Coria seine Leiden. Bei 1:1 im vierten Satz ließ er sich lange behandeln, die folgenden Spiele konnte er sich kaum noch bewegen, fünf Spiele verlor er in Folge. Dann aber wirkten die Tabletten, die ihm der Turnierarzt verabreicht hatte, und der Patient konnte auf einmal wieder laufen. Nur aufschlagen konnte er nicht mehr richtig.

Dennoch erkämpfte sich Coria bei 6:5 im fünften Satz zwei Matchbälle. Gaudio wehrte sie mutig ab, kurz danach entschied er den Marathon nach 3:31 Stunden mit 0:6, 3:6, 6:4, 6:1 und 8:6 für sich. "Seit meiner Kindheit habe ich davon geträumt, jetzt stehe ich hier und alles ist viel zu viel für mich", sprach Gaudio ins Mikrophon, nachdem er den goldenen Coupes de Mousquetaires aus der Hand von Guillermo Vilas empfangen hatte. Dann dankte der 25-Jährige auf Spanisch "Mama e Papa" sowie seinem Trainer Franco Davin - und begann hemmungslos zu schluchzen.

Guillermo Coria stand mit seinem kleinen Silberteller daneben und war gründlich bedient. "Ich habe im fünften Satz nicht mehr an die Krämpfe gedacht. Ich hatte zwei Matchbälle, aber ich war zu erschöpft", gestand der Mann, der 37 der letzten 38 Spiele auf Sand gewonnen hatte. "Ich bin extrem down, aber auch happy, dass ich alles gegeben hatte. Ich werde bis ans Ende meiner Karriere um den Titel in Paris kämpfen."


 
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