Topfavoritinnen auf dem Durchmarsch: French Open: Hewitt ausgeschieden
zuletzt aktualisiert: 31.05.2003 - 19:01Paris (rpo). Die French Open haben am Samstag ihre erste große Überraschung erlebt: Tennis-Weltmeister Lleyton Hewitt musste als erster Topfavorit den French Open in Paris Adieu sagen. Bei den Damen läuft aus Sicht der Favoritinnen bisher alles nach Plan.
Der katastrophal aufschlagende Australier verlor am Samstag gegen den Spanier Tommy Robredo mit 6:4, 6:1, 3:6, 2:6, 3:6 in 3:24 Stunden und steht damit zum ersten Mal seit vier Jahren nicht im Achtelfinale von Roland Garros. Marathon-Mann Albert Costa indes hat mit Hängen und Würgen die Runde der letzten 16 erreicht. Der Spanier, der schon in den zwei Runden zuvor über fünf Sätze gehen musste, mühte sich gegen den von Krämpfen geschüttelten Nicolas Lapentti aus Ecuador zu einem 4:6, 4:6, 6:3, 6:4, 6:4 in 4:39 Stunden.
Im Damen-Feld eilen die Topfavoritinnen von Sieg zu Sieg. Kim Clijsters (Belgien), Jennifer Capriati und Lindsay Davenport (USA) schafften den Sprung ins Achtelfinale des mit 14,2 Millionen Dollar dotierten Grand-Slam-Turniers und gaben dabei wie Titelverteidigerin Serena Williams (USA) keinen Satz ab. Vorjahresfinalistin Venus Williams (USA) fing sich nach einem schwachen Zweitrunden-Auftritt und steht nach ihrem souveränen 6:1, 6:2-Erfolg über Silvia Farina Elia aus Italien ebenfalls in der Runde der letzten 16.
Dort bekommen es Capriati, die die Qualifikantin Julia Vakulenko aus der Ukraine mit 6:1, 6:2 bezwang, und Venus Williams mit zwei jungen Russinnen zu tun, die bislang ebenfalls souverän durchs Turnier marschierten. Die 20-jährige Nadja Petrowa hatte Monica Seles die erste Auftaktniederlage bei einem Grand-Slam-Turnier beigebracht und steht nun der Paris-Siegerin von 2001 gegenüber, Jennifer Capriati. Die Amerikanerin spielte am Samstag noch ein Trainingsmatch gegen John McEnroe, bei dem der Oldie wieder einmal viel Applaus erntete.
Wera Zwonarewa ist 18 Jahre alt, sicherte sich Anfang Mai in Bol den ersten Titel auf der WTA-Tour und bekommt es nun mit Venus Williams zu tun. Bei ihrem Roland-Garros-Debüt im Vorjahr war Zwonarewa bereits ins Achtelfinale vorgestoßen, wo sie der jüngeren Williams-Schwester Serena sogar einen Satz abnahm.
Kim Clijsters hat es besonders eilig, zum zweiten Mal nach 2001 in Paris ins Finale einzuziehen. Die Belgierin benötigte bei ihrem 6:2, 6:1-Sieg gegen die Argentinierin Paola Suarez erstmals etwas über eine Stunde für ein Match. Zuvor hatte sie Amy Frazier in 45 Minuten und Marlene Weingärtner (Heidelberg) in 52 Minuten abgefertigt. "Nach meinem Titelgewinn auf Sand in Rom bin ich sehr selbstbewusst hierher gekommen", sagte Clijsters. Sie hatte am Samstag erstmals im Turnier die Gelegenheit, ein komplettes Match ihres Freundes Lleyton Hewitt anzuschauen. Glück gebracht hat das Hewitt nicht.
Lindsay Davenport, die sich wegen ihrer Hochzeit kaum auf Paris vorbereiten konnte, stapelte nach dem 6:3, 7:5 gegen die Französin Nathalie Dechy tief: "Ich fühle mich hier wirklich als Außenseiterin, denn es gibt einige andere, die auf Sand viel besser sind als ich." Davenport spielte in den vergangenen zwei Jahren nicht in Paris. 1998 stand sie im Halbfinale.
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