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Aus für Elsner, Groenefeld und Rittner - Ferrero verliert überraschend: French-Open: Kiefer gut, aber nicht gut genug

zuletzt aktualisiert: 27.05.2004 - 19:34

Paris (rpo). Nachdem sich am Donnerstag auch noch Nicolas Kiefer mit einer Niederlage gegen Roger Federer von den French Open in Paris verabschiedet hat, findet die dritte Runde der Herreneinzel jetzt ohne deutsche Beteiligung statt.

Mit Kiefer und Daniel Elsner verabschiedeten sich am Donnerstag als letzte DTB-Männer in der zweiten Runde der French Open. Kiefer unterlag dem an Nummer eins gesetzten Schweizer Roger Federer trotz starker Leistung 3:6, 4:6, 6:7 (6:8). Qualifikant Elsner gab gegen Schüttler-Bezwinger Xavier Malisse (Belgien) beim Stand von 3:6, 0:4 wegen einer schweren Erkältung auf.

Noch mehr Pech hatte die 18-jährige Anna Lena Groenefeld. Die Junioren-Siegerin des Vorjahres musste beim Stand von 2:3 gegen die Russin Elena Bowina aufgeben, nachdem sie bei einem Return-Versuch unglücklich gestürzt war und sich dabei am linken Knie verletzt hatte.

Auch Barbara Rittner (Leverkusen) verlor gegen die an Nummer elf gesetzte Russin Swetlana Kusnetsowa in nur 56 Minuten 1:6, 4:6. Damit schaffte beim zweiten Grand-Slam-Turnier 2004 von ursprünglich zwölf gestarteten deutschen Profis vorläufig nur Marlene Weingärtner erstmals in ihrer Karriere den Sprung in die dritte Runde. Dort erwartet die 24-Jährige vom TC Moers in der Russin Nadja Petrowa, Nummer acht der Weltrangliste und im Vorjahr erst im Halbfinale gescheitert, allerdings eine schwere Aufgabe. Weingärtner gab sich dennoch zuversichtlich: "Ich muss mein bestes Tennis spielen, gut variieren, dann habe ich auf jeden Fall eine Chance."

Kiefer auf eigene Leistung stolz

Auch Kiefer hätte zum ersten Mal überhaupt in die dritte Runde von Roland Garros einziehen können, Federer aber war für ihn eine Nummer zu groß. Nach 2:31 Stunden machte der 22 Jahre alte Schweizer mit dem zweiten Matchball auf dem nur zur Hälfte gefüllten Court Central alles klar, mit einem Doppelfehler schenkte ihm Kiefer den letzten Punkt zum 6:8 im Tiebreak. Dennoch war er zu Recht stolz auf sich: "Das war mein bestes Spiel in Paris. Ich habe viel riskiert und sehr aggressiv gespielt", lobte sich der Verlierer selbst: "Ich habe alles gegeben, hatte meine Chancen, aber ich habe sie leider nicht genutzt. Das ärgert mich. Trotzdem habe ich gesehen, dass ich mit der Nummer 1 mithalten kann."

Als Trostpflaster blieb dem Weltranglisten-34. ein Preisgeld von 21.300 Euro und die Erkenntnis, dass es nach Jahren der Krise mit dem neuen Trainer Thomas Hogstedt bergauf geht. Auch Federer zeigte sich vom Gegner beeindruckt: "Ich war überrascht, wie weit er im Feld stand. Es war knapp, der zweite und dritte Satz hätten auch an ihn gehen können." In den letzten beiden Jahren war der Wimbledon- und Australian Open-Champion jeweils in der ersten Runde von Roland Garros gestolpert, jetzt trifft er auf den dreimaligen Parissieger Gustavo Kuerten aus Brasilien (1997/2000/2001). "Ich muss noch besser spielen. Wenn ich Kuerten schaffe, ist das ein riesiger Schritt für mich."

Zwar führte Kiefer im direkten Vergleich mit Federer 3:2, aber er begann nervös. Prompt gab er gleich zweimal seinen Aufschlag ab, aber er kämpfte sich von 1:4 auf 3:4 wieder heran. Mit einem Doppelfehler schenkte der 26-jährige Holzmindener seinem Gegner den ersten Satz, dann aber riskierte er mehr und spielte gut. Mit einem Break zum 4:3 ging er im zweiten Satz sogar in Führung, doch immer, wenn es eng wurde, schaltete Federer einen Gang höher. Im dritten Satz kämpfte er sich nach einem abgewehrten Matchball (bei 4:5) in den Tiebreak und ging sogar mit 6:4 in Führung, aber beide Satzbälle vergab er zu hektisch.

Titelverteidiger Ferrero ausgeschieden

Auch Titelverteidiger Juan Carlos Ferrero ist in der zweiten Runde  gestrauchelt. Der an Nummer vier gesetzte Spanier, in der ersten Runde Bezwinger von Tommy Haas, unterlag dem unbekannten Russen Igor Andrejew auf dem Court Central überraschend mit 4:6, 2:6, 3:6. Nach 2:02 Stunden verwandelte der 20-jährige Weltranglisten-77. den dritten Matchball zum größten Erfolg seiner Karriere. Ferrero litt immer noch an den Folgen einer schmerzhaften Rippenprellung.


 
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