Rittner startet gegen Williams: French Open: Kiefer sucht Hilfe bei Agassi
zuletzt aktualisiert: 25.05.2003 - 13:24Paris (rpo). Kurz vor dem Start der French Open hat sich "Krisen-Kiwi" Nicolas Kiefer etwas ganz besonderes einfallen lassen, um sein Formtief zu überwinden: Er trainiert mit André Agassi, der ihm prompt mit ein paar Tipps zur Seite stand.
Das Tennis-Liebesdoppel in Paris fällt aus, trotzdem schwebt Andre Agassi im siebten Himmel. Weil seine Frau Steffi Graf im vierten Monat schwanger ist, kann der Australian-Open-Sieger aus den USA sie nicht wie versprochen zum Mixed-Auftritt bitten. Werbewirksamer hätten die French Open für den 33-Jährigen kaum beginnen können, und die Aussicht auf ein zweites Kind des Tennis-Paares lenkt auch wunderbar ab von den großen sportlichen Zielen des Führenden im Champions Race.
Agassi will nach 1999 zum zweiten Mal die mit 14,2 Millionen Dollar dotierten French Open gewinnen. Obwohl er in diesem Jahr schon vier Titel gewonnen und nur zwei Matches verloren hat, spuckt der achtmalige Grand-Slam-Gewinner keine großen Töne. "Das ist nicht meine Art. Ich bin nie selbstbewusst. Ich muss mir immer erst alles erarbeiten", sagte der an Nummer zwei gesetzte Mitfavorit, der mit Nicolas Kiefer trainierte und am Sonntag ein Showmatch gegen Lars Burgsmüller bestritt.
Weil Kiefer ganz offensichtlich Schwierigkeiten mit seinem Schläger hatte, schickte Agassi ihm seinen Racket-Experten Jay Schweid zu Hilfe. "Ich nehme ein Dankeschön an, zu jeder Zeit", meinte er schmunzelnd. Schließlich könnten die Sparringspartner im Verlaufe des Turniers aufeinander treffen, aber dazu müsste Kiefer ins Achtelfinale kommen. Der Holzmindener, der mit dem Mut der Verzweiflung einem Erfolgserlebnis hinterherläuft, bekommt es in der ersten Runde mit dem australischen Qualifikanten Todd Larkham zu tun. "Ich konnte hier noch nie viel reißen. Jetzt muss ich angreifen", sagte Kiefer, der bei sechs Teilnahmen in Paris erst einmal die zweite Runde erreicht hat.
Mit breiter Brust startet auch Alexander Waske, der sich über die Qualifikation erstmals ins Hauptfeld der French Open spielte. "Sand ist nicht mein Lieblingsbelag, aber ich bin hier nicht hergekommen, um gleich wieder rauszufliegen", sagte er vor dem Match gegen den Spanier Fernando Vicente. Der Eintracht-Fan aus Frankfurt hatte nach dem Training am Sonntag noch einen wichtigen Fernsehtermin: das Saisonfinale in der 2. Fußball-Bundesliga.
Insgesamt zwölf deutsche Tennisprofis stehen im Hauptfeld. Die größten Hoffnungen ruhen auf Rainer Schüttler, der in Roland Garros jedoch noch nie über die zweite Runde hinausgekommen ist. An Nummer elf gesetzt, trifft der Australian-Open-Finalist zunächst auf Cecil Mamiit aus den USA. "Ich traue mir etwas zu und habe die Chance, weit zu kommen. Ich habe ein paar Mal zusammen mit Mamiit trainiert. Er ist sehr unangenehm: sehr schnell, sehr beweglich und aggressiv von der Grundlinie. Das wird viele lange Ballwechsel geben", sagte Schüttler. Verläuft das Turnier optimal, könnte er im Achtelfinale auf den Schweizer Roger Federer treffen.
Bei den Damen bekam Barbara Rittner in Titelverteidigerin Serena Williams den dicksten Brocken vorgesetzt. Die Weltranglistenerste aus den USA konnte die letzten vier Grand-Slam-Turniere stets gegen ihre Schwester Venus gewinnen. Ein Williams-Endspiel ist auch diesmal möglich, denn Venus spielt als Nummer 3 der Setzliste in der anderen Hälfte des Tableaus.
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