Rittner und Groenefeld sorgen für Erfolgserlebnisse: French Open: Kiefer weiter, Schüttler und Haas raus
zuletzt aktualisiert: 25.05.2004 - 19:52Paris (rpo). Nicolas Kiefer, Daniel Elsner, Barbara Rittner und Anna-Lena Groenefeld haben am Dienstag die zweite Runde der French Open in Paris erreicht. Für Rainer Schüttler und Tommy Haas kam dagegen schon im ersten Match das unverhoffte Aus.
Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein und der deutsche Tennis-Nachwuchs so gut wie lange nicht - nur für Tommy Haas und Rainer Schüttler endete der zweite Tage der French Open in Paris mit einem Alptraum auf roter Asche. Während Haas dem verblüffend schnell geheilten Titelverteidiger Juan Carlos Ferrero trotz hartem Kampf mit 6:3, 4:6, 4:6, 2:6 unterlag, verabschiedete sich Schüttler mit einer glatten 4:6, 5:7, 4:6-Niederlage gegen den unberechenbaren Belgier Xavier Malisse und scheiterte damit wie schon bei den Australian Open in der ersten Runde.
"Ich habe sehr viele Fehler gemacht, einfach schlechtes Tennis gespielt und verdient verloren", gestand Schüttler seine Schwäche in der sogenannten "Stierkampfarena" von Roland Garros offen ein. "Ich weiß keinen Grund, aber es ist schade. Das war keine gute Leistung von mir."
Haas spielte zu verkrampft
Haas erging es auf dem berühmten Court Central nicht viel besser. Der an Nummer vier gesetzte Ferrero, der wegen schmerzhafter Rippenprellung sogar an eine Absage gedacht hatte, wirkte zwar nicht topfit, aber der 26-jährige Deutsche spielte zu verkrampft, um seine Chancen zu nutzen. Nach 2:46 Stunden und dem 2. Matchball war das erste Grand Slam-Match von Haas seit den US Open 2002 beendet.
Vor einem Jahr hatte sich Schüttler noch bis ins Achtelfinale von Roland Garros gekämpft, diesmal musste der an Nummer sieben gesetzte Deutsche schon nach dem ersten Auftritt gehen. Nach 2:26 Stunden verwandelte Malisse, Nummer 54 der Weltrangliste und am Wochenende in St. Pölten bis ins Finale gekommen, den ersten Matchball zum unerwarteten Sieg. Als Trost blieb Schüttler ein Preisgeld von 12.800 Euro.
Der eine im Tief, die anderen im unerwarteten Hoch
Der eine im Tief, die anderen im unerwarteten Hoch. Insgesamt sieben deutsche Profis erreichten bereits die zweite Runde des mit 13,26 Millionen Euro dotierten Grand Slam-Turniers. Nach dem guten Start von Florian Mayer (Bayreuth), Lars Burgsmüller (Sundern) und Marlene Weingärtner (Moers) fegte Nicolas Kiefer (Hannover) den Franzosen Thierry Ascione überraschend leicht mit 6:3, 6:2, 6:2 vom Platz und verdiente sich damit die zweifelhafte Ehre, am Donnerstag gegen den an Nummer eins gesetzten Schweizer Roger Federer zu spielen.
Zwar führt Kiefer im direkten Vergleich mit dem Wimbledon- und Australian Open-Sieger mit 3:2, dennoch rechnete er sich keine allzu großen Chancen aus. "Roger ist haushoher Favorit. Er hat die letzten Monate viel Selbstvertrauen getankt und ist schwer zu schlagen", gestand der 26-Jährige aus Hannover und machte sich dennoch Mut: "Ich muss ein paar Prozent drauflegen, aber ich habe die Mittel, ihn zu ärgern. Ich freue mich auf das Match, wir spielen sicher auf einem der großen Courts."
Kiefers Sieg war erwartet
Kiefers Sieg war erwartet, die anderen Deutschen überraschten. Qualifikant Daniel Elsner besiegte den Österreicher Alexander Peya mit 6:1, 7:6, 6:2 und gewann damit das erste Grand Slam-Spiel seiner wechselhaften Karriere überhaupt. Als nächster Gegner wartet ausgerechnet Schüttler-Bezwinger Malisse auf den 25-jährigen Allgäuer, der 1997 den Junioren-Titel in Paris gewann, danach aber völlig in der Versenkung verschwand.
Anna-Lena Groenefeld, Junioren-Siegerin der French Open von 2003, tat es Elsner gleich. Die 20-Jährige aus Nordhorn feierte mit einem leichten 6:2, 6:0-Erfolg gegen die Australierin Samantha Stosur ebenfalls den ersten Grand Slam-Erfolg ihrer Karriere. Auch Barbara Rittner (Leverkusen) gewann überraschend leicht mit 6:3, 6: 3 gegen Barbara Schett aus Österreich.
Längstes Match aller Zeiten
Geschichte schrieben am Dienstag zwei Franzosen. Fabrice Santoro besiegte seinen Landsmann Arnaud Clement in einem epischen Fünfsatz-Marathon über zwei Tage hinweg mit 6:4, 6:3, 6:7, 3:6 und 16:14. 6:33 Stunden dauerte das Match insgesamt und war damit das längste aller Zeiten in Paris. Den bisherigen Rekord hielten Alex Corretja (Spanien) und Hernan Gumy (Argentinien), die sich 1998 5: 31 Stunden herumgechlagen hatten.
Unspektakulär endete hingegen die Zeitreise von Martina Navratilova, die zehn Jahre nach ihrem letzten Auftritt noch einmal an die Seine zurückgekehrt war. Die 47 Jahre alte Amerikanerin unterlag der 19-jährigen Argentinierin Gisela Dulko in nur 62 Minuten mit 1:6, 3:6. In Wimbledon will die "große alte Dame" des Tennissports, die zwei ihrer 18 Grand Slam-Titel in Paris holte (1982/84), noch einen Versuch in Wimbledon wagen und dann Ende des Jahres definitiv aufhören.
Die Zukunft vor sich hat hingegen noch Daniel Elsner, dem nach drei Erstrunden-Niederlagen 2001 in Paris der erste Grand Slam-Sieg seiner Karriere gelang. "Nicht schlecht, das war ein perfekter Tag für mich", meinte die Nummer 161 der Tenniswelt nach dem leichten Sieg gegen Qualifikant Peya.
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