Kiefer, Burgsmüller raus: French Open: Schüttler einziger Deutscher in Runde drei
zuletzt aktualisiert: 29.05.2003 - 16:37Paris (rpo). Bei den French Open ruhen jetzt alle Hoffnungen auf dem nimmermüden Rainer Schüttler: Der Bad Homburger kämpfte sich im fünften Anlauf erstmals in die dritte Runde der French Open. Dort ist der Australian-Open-Finalist der einzige deutsche Tennisprofi.
Nicolas Kiefer (Holzminden) und am Donnerstag auch Lars Burgsmüller (Essen) schieden seine letzten Mitstreiter in der zweiten Runde des mit 14,2 Millionen Dollar dotierten Grand-Slam-Turniers aus. Doch nicht nur die Deutschen gaben eine schlechte Visitenkarte ab. Fünf der früheren Paris-Sieger mussten schon ihre Koffer packen: Nach Mary Pierce (Frankreich) und Monica Seles (USA) verabschiedete sich aus dem Damenfeld Iva Majoli (Kroatien). Bei den Herren erwischte es nach Michael Chang (USA) auch Jewgeni Kafelnikow. Der Russe sprach nach seinem frühen Aus wieder einmal von Rücktritt: "Ich habe keine Lust, in der ersten oder zweiten Runde zu verlieren. Das bin ich nicht."
Australian-Open-Sieger Andre Agassi zeigte nach 0:2-Satzrückstand gegen Mario Antic aus Kroatien wer er ist und gewann mit 5:7, 1:6, 6:4, 6:2, 7:5. Titelverteidigerin Serena Williams (USA) gab sich mit ihrem 30. Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier hintereinander keine Blöße und auf dem Weg in die dritte Runde wie die Mitfavoritinnen Justine Henin-Hardenne (Belgien), Amelie Mauresmo (Frankreich) und Lindsay Davenport (USA) noch nicht einmal einen Satz ab.
Schlägt Schüttler, wie zuletzt auf Sand in Rom, nun an diesem Freitag auch den Südafrikaner Wayne Ferreira, kann er wie schon in Melbourne weit kommen. Auch im Achtelfinale wäre der Gegner nicht übermächtig. Doch der 27-Jährige weigerte sich strikt, die günstige Konstellation näher zu betrachten. "Ich habe zwar allen Grund, selbstbewusst zu sein, aber ich will gar nicht wissen, was noch auf mich zukommt", sagte Schüttler nach dem 4:6, 6:2, 6:4, 6:0 gegen den Franzosen Jean-Rene Lisnard. Gegen Ferreira, der im Halbfinale der Australian Open an Andre Agassi gescheitert war, hat er vor drei Jahren schon mal verloren - in der ersten Runde von Roland Garros.
Thomas Haas beobachtet die French Open von Florida aus. Und er traut seinem Freund Schüttler alles zu. "Es ist schon bemerkenswert, wie souverän der Shaker mittlerweile die Partien gewinnt, die er vom Ranking her gewinnen sollte", sagte der Rekonvaleszent. "Er spielt wirklich ein tolles Jahr, und damit meine ich nicht nur die Finalteilnahme bei den Aussie Open. Er hat eine ganz gute Chance, weit zu kommen."
Am traditionellen Kindertag hatte Schüttler am Mittwoch nicht nur gegen Lisnard zu kämpfen. Zahlreiche Jugendliche verwandelten den Court "Suzanne Lenglen" in einen Hexenkessel. Lars Burgsmüller erging es am Donnerstag an gleicher Stelle gegen Arnaud Clement nicht viel besser. Der Franzose mit dem blond gefärbten Grunge-Bart, dem Piratentuch um die Stirn und der Furcht einflößenden Sonnenbrille wurde von den Pariser Fans förmlich in die dritte Runde getrieben. Burgsmüller gelang nur ein Break im zweiten Satz. Er verlor mit 3:6, 3:6, 3:6.
Für den den stark verbesserten Nicolas Kiefer war Hamburg-Sieger Guillermo Coria ebenfalls eine Nummer zu groß. Der Argentinier zwang den Holzmindener mit 6:3, 5:7, 6:3, 6:1 in die Knie. "Ich habe aggressiv gespielt, aber zu viel riskiert", sagte Kiefer, war aber trotzdem guter Dinge: "Ich mache mir jetzt keinen Stress. Wenn ich so spiele, gewinne ich auch wieder meine Matches."
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