Nach Startschwierigkeiten ungefährdet: French Open: Schüttler in Runde drei - Kiefer raus
zuletzt aktualisiert: 28.05.2003 - 18:27
Paris (rpo). Der Korbacher Rainer Schüttler hat durch einen Vier-Satz-Sieg
über den Franzosen Lisnard die dritte Runde des mit 13 Millionen Euro dotierten Grand-Slam-Turniers in Paris erreicht. Für Nicolas Kiefer war in Runde zwei gegen Guillermo Coria dagegen Schluss.Der Australian-Open-Finalist gewann am Mittwoch gegen den Franzosen Jean-Rene Lisnard mit 4:6, 6:2, 6:4, 6:0 und überstand im fünften Anlauf erstmals die zweite Runde in Roland Garros. Für den stark verbesserten Nicolas Kiefer indes war Hamburg-Sieger Guillermo Coria eine Nummer zu groß. Der Argentinier zwang den Holzmindener mit 6:3, 5:7, 6:3, 6:1 in 3:10 Stunden in die Knie.
"Es ist schwer, gegen seinen Angstgegner in so einem Hexenkessel zu gewinnen", sagte Schüttler nach dem Match. Der nächste Gegner des Bad Homburgers heißt Wayne Ferreira. Der Südafrikaner, der in Australien erst im Halbfinale an Andre Agassi gescheitert war, bezwang David Ferrer aus Spanien mit 4:6, 6:4, 6:1, 6:3.
Für die erste Überraschung des Tages sorgte Ashley Harkleroad. Die als amerikanische "Antwort auf Anna Kurnikowa" gehandelte 18-Jährige schaltete bei ihrem Paris-Debüt die an Nummer 9 gesetzte Daniela Hantuchova mit 7:6 (7:2), 4:6, 9:7 aus. Die Gewinnerin von 1997, Iva Majoli aus Kroatien musste indes ebenso die Koffer packen wie Jewgeni Kafelnikow, der 1996 das Finale gegen Michael Stich gewonnen hatte. Majoli unterlag Laura Granville aus den USA mit 1:6, 2:6, der Russe verlor gegen den Brasilianer Flavio Saretta mit 4:6, 6:3, 0:6, 7:6 (7:0), 4:6. Titelverteidigerin Serena Williams (USA) und Mitfavoritin Justine Henin-Hardenne (Belgien) gaben sich indes keine Blöße und auf dem Weg in Runde drei noch nicht einmal einen Satz ab.
Im Wissen, dass er gegen Lisnard noch nie gewinnen konnte, begann Schüttler auf dem Court "Suzanne Lenglen" äußert nervös. Er war nicht in der Lage, dem Gegner sein Spiel aufzuzwingen. Überall, wo Schüttler hinspielte, lauerte schon der flinke Franzose mit dem kahl geschorenen Kopf. Erst im zweiten Durchgang fing er sich. Zwar wurde der in Paris lebende Franzose am traditionellen Kindertag in Roland Garros von kreischenden und pfeifenden Jugendlichen angetrieben. Doch Schüttler störte der Lärm nicht. Er holte im dritten Satz einen 1:4- Rückstand auf, zwang Lisnard zu entscheidenden Fehlern und holte elf Spiele nacheinander - das reichte zum Sieg.
Schlägt Schüttler, wie zuletzt auf Sand in Rom, nun auch Ferreira, wartet auch im Achtelfinale kein übermächtiger Gegner. Doch der 27- Jährige weigerte sich, die günstige Konstellation näher zu betrachten. "Ich habe zwar allen Grund, selbstbewusst zu sein, aber ich will gar nicht wissen, was noch auf mich zukommt", sagte Schüttler. Zumal er gegen Ferreira vor drei Jahren auch schon mal verloren hat - in der ersten Runde von Roland Garros.
Der zuletzt desolate Kiefer wehrte sich gegen Coria viel stärker als erwartet. Nach dem 3:6 im ersten Satz bot er dem etwas arrogant auftretenden Argentinier die Stirn, entschied den zweiten Durchgang für sich, schlug jedoch zu schlecht auf, um Coria noch ernsthaft zu gefährden. Nur 39 Prozent seiner ersten Aufschläge fanden das Ziel. Im Vorjahr hatte Coria in Paris Rainer Schüttler in der zweiten Runde ausgeschaltet, diesmal war Kiefer sein Opfer.
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