Gustavo Kuerten und Tim Henman im Viertelfinale: French Open: Südamerika dominiert
zuletzt aktualisiert: 01.06.2004 - 09:17Paris (rpo). Die Viertelfinalpaarungen der French Open sind gesetzt: Allein fünf der acht Finalisten im Herren-Turnier stammen aus Südamerika und sind ausgewiesene Experten auf dem roten Belag. Mit Marat Safin (Foto) musste einer der letzten Angriffspieler die Segel streichen.
Nach dem Überraschungs-Coup gegen den an Nummer eins gesetzten Schweizer Roger Federer (6:4, 6: 4, 6:4) besiegte der dreimalige French-Open-Sieger (1997, 2000 und 2001) Gustova Kuerten (Brasilien) am Pfingstmontag den Spanier Feliciano Lopez unerwartet leicht in 1:53 Stunden mit 6:3, 7:5, 6:4 und zog zum fünften Mal in seiner Karriere ins Viertelfinale der French Open ein.
Zum ersten Mal seit seiner Hüftoperation im Februar 2002 steht der 27-jährige Brasilianer wieder unter den letzten Acht eines Grand-Slam-Turniers. Im nächsten Match trifft "Guga" auf den an Nummer acht gesetzten Argentinier David Nalbandian, der den von Blasen an beiden Händen geplagten Russen Marat Safin mit 7:5, 6:4, 6:7, 6:3 niederrang. Der Australian-Open-Finalist hatte zuvor zwei Fünfsatz-Schlachten gegen den Italianer Potito Starache (Nummer 202 der Weltrangliste) und den Spanier Felix Mantilla gerade noch überstanden und dabei sogar zwei Matchbälle abgewehrt.
"Guga, Guga"
16.000 Zuschauer verabschiedeten Kuerten mit "Guga, Guga"-Sprechchören auf dem Court Central. "Es ist wie eine Liebesgeschichte zwischen mir und dem Publikum", schwärmte der Publikumsliebling später: "Dieses Turnier holt jedesmal das Beste aus mir heraus." Vor den French Open musste der an Nummer 28 gesetzte Kuerten wegen Hüftproblemen vier Wochen pausieren. "Wäre es nicht Paris gewesen, hätte ich gar nicht gespielt", erzählte der Brasilianer: "Ich hätte nie geglaubt, dass ich so weit kommen kann."
Ebenso überraschend erreichte der Brite Tim Henman als erster Engländer seit Roger Taylor 1973 das Viertelfinale. Der an Nummer neun gesetzte Rasen-Spezialist wehrte gegen den Franzosen Michael Llodra sogar einen Matchball ab, ehe er den Fünfsatz-Krimi in 4:11 Stunden doch noch mit 6:7, 4:6, 6:4, 6:3, 9:7 gewann. Nächster Gegner von Henman ist der an Nummer 22 gesetzte Argentinier Juan-Ignacio Chela, der noch nie unter die letzten Acht eines Grand Slams kam.
Coria gegen Moya
Turnierfavorit Guillermo Coria (Nr. 3), in diesem Jahr in 20 Spielen auf Sand nur von Roger Federer in Hamburg geschlagen, muss sich nach dem Aufgabesieg gegen den Franzosen Nicolas Escude mit dem an Nummer fünf gesetzten Spanier Carlos Moya auseinandersetzten. Der Paris-Sieger von 1998 setzte sich unerwartet leicht mit 7:6, 6:4, 6:2 gegen seinen Landsmann Tommy Robredo durch.
Zum zweiten Mal nach 2001 steht der Australier Lleyton Hewitt im Viertelfinale von Paris. Der frühere Weltranglisten-Erste gewann gegen den belgischen Rainer Schüttler-Bezwinger Xavier Mallise 7:5, 6:2, 7:6 und trifft nun auf den Argentinier Gaston Gaudio, der sich mit 6:4, 7:5, 6:3 gegen den Russen Igor Andrejew durchsetzte.
STATISTIK ZUM SPIEL:
74. French Open in Paris (13,26 Mio. Euro):
Achtelfinale:
Guillermo Coria (Nr. 3) -
Nicolas Escude (Frankreich) 6:0, 0:0 - Aufgabe Escude
Carlos Moya (Spanien/Nr. 5) -
Tommy Robredo (Spanien/Nr. 17) 7:6 (10:8), 6:4, 6:2
David Nalbandian (Argentinien/Nr. 8) -
Marat Safin (Russland/Nr. 20) 7:5, 6:4, 6:7 (5:7), 6:3
Tim Henman (Großbritannien/Nr. 9) -
Michael Llodra (Frankreich) 6:7 (2:7), 4:6, 6:4, 6:3, 9:7
Lleyton Hewitt (Australien/Nr. 12) -
Xavier Malisse (Belgien) 7:5, 6:2, 7:6 (8:6)
Juan Ignacio Chela (Argentinien/Nr. 22) -
Olivier Mutis (Frankreich) 4:6, 6:2, 7:6 (7:5), 6:2
Gustavo Kuerten (Brasilien/Nr. 28) -
Feliciano Lopez (Spanien/Nr. 23) 6:3, 7:5, 6: 4
Gaston Gaudio (Argentinien) -
Igor Andrejew (Russland) 6:4, 7:5, 6:3
Damit im Viertelfinale:
Gustavo Kuerten - David Nalbandian
Gaston Gaudio - Lleyton Hewitt
Carlos Moya - Guillermo Coria
Tim Henman - Juan Ignacio Chela
Dameneinzel, Achtelfinale:
Maria Scharapowa (Russland/Nr. 18) -
Marlene Weingärtner (Moers) 6:3, 6:1
Serena Williams (USA/Nr. 2) -
Shinobu Asagoe (Japan) 6:3, 6:1
Amelie Mauresmo (Frankreich/Nr. 3) -
Magdalena Maleewa (Bulgarien/Nr. 21) 6:2, 6:1
Anastasia Myskina (Russland/Nr. 6) -
Swetlana Kusnetsowa (Russland/Nr. 11) 1: 6, 6:4, 8:6
Jelena Dementjewa (Russland/Nr. 9) -
Lindsay Davenport (USA/Nr. 5) 6:1, 6:3
Paola Suarez (Argentinien/Nr. 14) -
Jie Zheng (China) 6:4, 7:5
Damit im Viertelfinale:
Paola Suarez - Maria Scharapowa
Amelie Mauresmo - Jelena Dementjewa
Anastasia Myskina - Venus Williams (USA/Nr. 4)
Jennifer Capriati - Serena Williams
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