DTM: Frentzen schafft's aufs Treppchen
zuletzt aktualisiert: 05.06.2005 - 15:37Brünn (rpo). Auch wenn es für den ersten Platz nicht ganz reichte, konnte der Sieger nach dem vierten Lauf zur Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) in Brünn nur Heinz-Harald Frentzen heißen. Der chronische Pechvogel fuhr erstmals in seiner DTM-Karriere auf einen Podestplatz.
Der Mönchengladbacher fuhr fehlerfrei und feierte nach 30 Runden mit Platz drei im Opel Vectra GTS V8 das beste Ergebnis seiner DTM-Karriere. Frentzen musste sich nur dem Schweden Ekström und Tom Kristensen (Dänemark) geschlagen geben, die Audi einen eindrucksvollen Doppelerfolg bescherten.
Unter keinem glücklichen Stern stand das Rennen für Mercedes. Der zweimalige Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen (Finnland), der drei Wochen zuvor im belgischen Spa seinen ersten DTM-Sieg holte, verfehlte in seiner AMG-Mercedes C-Klasse nach einem Reifenschaden auf Position 13 klar die Punkteränge. Sein Teamkollege Gary Paffett (England) erhielt wegen Frühstarts eine Durchfahrtstrafe, belegte deshalb nur den 4. Platz und büßte die Führung in der Gesamtwertung ein. Vor dem nächsten Rennen in Oschersleben (26. Juni) führt Ekström mit 27 Punkten vor Paffett (24) und Kristensen (22).
Mut für die Zukunft
Ekström lag im Audi A4 beim sechsten Sieg seiner DTM-Karriere nur 0,4 Sekunden vor Kristensen. Der Schwede wiederholte damit auch seinen Vorjahreserfolg in Brünn, mit dem er den Titelgewinn perfekt gemacht hatte. Frentzens Rückstand betrug 25,8 Sekunden. Letztmals war im August 2004 ein Opel-Fahrer in der DTM aufs Podium gestiegen, damals war Manuel Reuter (Mainz) ebenfalls Dritter in Oschersleben geworden.
"Mehr war aus dem Auto nicht rauszuholen, doch das Rennen macht mir Mut für die Zukunft", sagte "HHF", der lange Zeit sogar führte: "Ich habe alles versucht, doch die beiden Audi waren einen Tick schneller." Ein Kompliment gab es auch von Mercedes-Sportchef Norbert Haug: "Glückwunsch an Opel und Heinz-Harald, der in der Vergangenheit sehr oft zu unrecht kritisiert worden ist."
"Tolle Fahrer, perfekte Autos und ein spannendes Rennen", sagte Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich: "Das gibt uns viel Auftrieb für die nächsten Rennen." Keinen Grund zur Sorge sieht indes Haug, nachdem Mercedes-Benz erstmals nach Hockenheim (Jean Alesi), EuroSpeedway Lausitz (Paffett) und Spa (Häkkinen) in dieser Saison nicht den Sieger stellte. "Wir können nicht immer gewinnen, aber mit einem Zusatzgewicht von bis zu 40 kg fällt das Siegen auch schwerer."
Gutes Pflaster
Für Frentzen scheint Brünn ein gutes Pflaster zu sein. Bereits 2004 erzielte der kürzlich 38 Jahre alt gewordene Mönchengladbacher mit Rang sechs sein zuvor bestes DTM-Ergebnis. Mit Startplatz zwei stand Frentzen in seinem 14. DTM-Rennen erstmals in der ersten Startreihe. Frentzens bisherige Saisonergebnisse: Ausfall in Hockenheim, 14. auf dem EuroSpeedway Lausitz und 15. in Spa.
"Wir sind auf dem richtigen Weg. Nach den vielen Änderungen am Vectra haben wir bei der Abstimmung des Autos etwas gefunden, was uns endlich nach vorne bringt", sagte Frentzen, der für das beste Trainingsergebnis der Rüsselsheimer seit dem 21. September 2003 sorgte. Damals hatte Timo Scheider in Zandvoort auf der Pole Position gestanden.
"Ich bin sehr zufrieden und freue mich natürlich ganz besonders für Heinz-Harald. Das wird ihm nach der ganzen Kritik der letzten Wochen sicher gut tun", meinte Opel-Sportchef Volker Strycek. Lob gab es auch vom Tourenwagen-König Klaus Ludwig, in diesem Jahr als Co-Kommentator für die ARD im Einsatz: "HHF hat doch noch nichts verlernt. Endlich konnte er sein sicher immer noch vorhandenes Potenzial umsetzen. Das freut mich für ihn."
STATISTIK:
1. Mattias Ekström (SWE) Audi 58:52.558
2. Tom Kristensen (DEN) Audi +00.288
3. Heinz Harald Frentzen (GER) Opel +24.694
4. Gary Paffett (GBR) Mercedes +28.503
5. Jamie Green (GBR) Mercedes +30.997
6. Christian Abt (GER) Audi +34.555
7. Allan McNish (GBR) Audi +34.815
8. Frank Stippler (GER) Audi +36.102
9. Jean Alesi (FRA) Mercedes +43.286
10. Rinaldo Capello (ITA) Audi +43.652
11. Bruno Spengler (CAN) Mercedes +55.041
12. Pierre Kaffer (GER) Audi +55.934
13. Mika Häkkinen (FIN) Mercedes +1:10.527
14. Martin Tomczyk (GER) Audi +1:36.170
15. Marcel Fässler (SUI) Opel +1:37.321
16. Laurent Aiello (FRA) Opel +1 Runde
17. Alexandros Margaritis (GRE) Mercedes +3 Runden
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