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Australian Open: Fünf Deutsche in der zweiten Runde

zuletzt aktualisiert: 16.01.2006 - 09:43

Melbourne (rpo). Guter Auftakt für die deutschen Starter bei den Australian Open: Einzig Rainer Schüttler trübte mit seiner 6:3, 3:6, 6:7 (2:7), 3:6-Niederlage gegen seinen Freund und Trainingspartner Lars Burgsmüller die Freude über die unerwarteten Erfolge von Julia Schruff (Augsburg) und Denis Gremelmayr (Mannheim). Auch Martina Müller (Hannover) und Philipp Kohlschreiber (München) erreichten die zweite Runde.

Rainer Schüttler verstand die Welt nicht mehr. Ein Neustart sollte es werden an der Stelle seines größten Triumphes, ein Wiederbeginn nach zwei miserablen Jahren, in denen er von Platz sechs der Weltrangliste auf Rang 87 abgestürzt ist. Der Traum war schnell ausgeträumt: 6:3, 3:6, 6:7 (2:7), 3:6 gegen seinen Freund und Trainingskumpel Lars Burgsmüller. Aus und vorbei in Runde eins der Australien Open in Melbourne, wo er vor drei Jahren noch im Endspiel stand.

Wieder eine herbe Enttäuschung, wieder ein Rückschlag. Die Triumphe von damals scheinen so unendlich weit weg. "Ich begreife das selber nicht", sagt Rainer Schüttler: "Anderthalb Sätze spiele ich sehr gut und dann höre ich praktisch auf."

Dabei war er so gut vorbereitet. Keine Verletzungen, kein übervoller Terminplan, aber ein intensives Trainingslager in Dubai: "So fit war ich seit drei Jahren nicht mehr." Alles vergebens, Qualifikant Burgsmüller konnte sich nach anfänglicher Nervosität freispielen, Schüttler verkrampfte. "Das ist sehr enttäuschend", meinte der Korbacher: "Vielleicht fehlt mir nach dem schlechten letzten Jahr das Selbstvertrauen."

Daran fehlte es Fed-Cup-Spielerin Julia Schruff nicht. Die 23-Jährige bezwang die an Nummer neun gesetzte Jelena Dementjewa mit 7:5, 6:2 und feierte damit den größten Erfolg ihrer Karriere. "Ich habe mir das zugetraut, ich wusste, dass ich sie schlagen kann", sagte die Augsburgerin, die zwar von zwölf Doppelfehlern und 37 Fehlern der Russin profitierte, ihre Chancen aber vor allem mit ihrer starken Rückhand sehr gut nutzte.

Überraschend war auch der Erfolg von Qualifikant Denis Gremelmayr (Lampertheim), der bei seinem ersten Grand-Slam-Turnier den unter Kreislaufproblemen leidenden schwedischen Veteran Jonas Björkman mit 3:6, 6:2, 6:0, 6:1 bezwang. Martina Müller (Hannover) setzte sich mit 1:6, 6:2, 6:0 gegen die Slowakin Jarmila Gajdosova durch, der Münchner Philipp Kohlschreiber schlug den Tschechen Lukas Dlouhy mit 7:5, 6:2, 6:4.

Erwartungsgemäß glatt zog dagegen Sandra Klösel (München) gegen die Weltranglistenvierte Maria Scharapowa (Russland) mit 2:6, 1:6 den Kürzeren. Ausgeschieden ist auch Qualifikantin Kathrin Wörle (Wörishofen), die der Amerikanerin Laura Granville mit 7:5, 2:6, 6:0 unterlag. Tomas Behrend (Alsdorf) verlor gegen den Spanier Feliciano Lopez 2:6, 5:7, 3:6, Alexander Waske schied mit 6:7 (5:7), 3:6, 6:7 (2:7) gegen den Franzosen Jean-Christophe Faurel aus.

Waske tritt in Melbourne mit Schüttler noch im Doppel an, beide können sich damit vielleicht doch noch etwas Selbstvertrauen vor dem Daviscup (10. bis 12. Februar) gegen Frankreich holen. Obwohl Schüttler im Augenblick den Daviscup gar nicht mehr auf seinem Kalender hat: "Mit mir hat ja keiner gesprochen." Teamchef Patrik Kühnen betonte allerdings: "Ich glaube nach wie vor an Rainer. Er spielt in meinen Planungen noch eine Rolle."

Auch Kühnen tut der Hesse Leid: "Er arbeitet wirklich hart, hat die Vorbereitung umgestellt und wieder keinen Erfolg. Er braucht einfach Siege." Doch es hat nicht einmal gegen Burgsmüller gereicht, der nach drei Spielen in der Qualifikation am Ende sogar unter leichten Krämpfen litt. "Ich spiele die Returns am Ende nur noch auf die T-Linie", haderte Schüttler mit sich: "Dafür muss ich nicht nach Melbourne kommen, die kriege ich auch auf Challenger-Turnieren um die Ohren gehauen."

Einen Ausweg aus der Krise schließt Schüttler ausdrücklich aus: die Trennung von Coach Dirk Hordorff: "Dirk ist mein Trainer seit 13 Jahren, und ich hoffe, er bleibt es noch lange." Augen zu und durch und nur nicht die Hoffnung verlieren. "Ich denke, so wie ich es mache, ist es richtig. Ich lasse mich nicht entmutigen, ich hoffe, dass dieses Jahr nicht so schlimm wird wie das letzte", sagt Rainer Schüttler. Vor einem Jahr ist er in Melbourne immerhin bis in die zweite Runde gekommen.


94. Australian Open in Melbourne (19 Millionen Dollar), 1. Spieltag :

Herreneinzel, 1. Runde:

Lars Burgsmüller (Sundern) - Rainer Schüttler (Korbach) 3:6, 6:3, 7:6 (7:2), 6:1, Denis Gremelmayr (Mannheim) - Jonas Björkman (Schweden) 3:6, 6:2, 6:0, 6:1, Philipp Kohlschreiber (München) - Lukas Dlouhy (Tschechien) 7:5, 6:2, 6:4, Feliciano Lopez (Spanien/Nr. 31) - Tomas Behrend (Alsdorf) 6:2, 7: 5, 6:3, Jean-Christophe Faurel (Frankreich) - Alexander Waske (Frankfurt) 7:6 (7:5), 6:3, 7:6 (7:2), David Nalbandian (Argentinien/Nr. 4) - Danai Udomchoke (Thailand) 6:2, 6:2, 1:6, 6:7 (4:7), 6:1, Ivan Ljubicic (Kroatien/Nr. 7) - Chris Guccione (Australien) 7:6 (7:5), 6:4, 7:6 (7:3), Gaston Gaudio (Argentinien/Nr. 8) - Razvan Sabau (Rumänien) 6:2, 5:0 - Aufgabe Sabau, David Ferrer (Spanien/Nr. 11) - Florent Serra (Frankreich) 4: 6, 6:3, 6:1, 6:4, Robby Ginepri (USA/Nr. 13) - Jürgen Melzer (Österreich) 6:1, 6:4, 6:2, Tommy Robredo (Spanien/Nr. 16) - Jiri Vanek (Tschechien) 6:4, 7:6 (8:6), 6:3, Radek Stepanek (Tschechien/Nr. 17) - Björn Rehnquist (Schweden) 6:1, 6:2, 6:2, Mario Ancic (Kroatien/Nr. 18) - Agustin Calleri (Argentinien) 6:4, 4:6, 6:3, 6:4, Tomas Berdych (Tschechien/Nr. 19) - Bobby Reynolds (USA) 7:5, 6:3, 6:7 (2:7), 6:1, James Blake (USA/Nr. 20) - Jose Acasuso (Argentinien) 6:2, 6:3, 4:6, 7:6 (7:4), Jarkko Nieminen (Finnland/Nr. 26) - Marc Kimmich (Australien) 6:2, 6:3, 6:1, Guillermo Garcia-Lopez (Spanien) - Taylor Dent (USA/Nr. 27) 7:6 (7: 4), 6:3, 7:6 (7:4), Andrei Pavel (Rumänien) - Carlos Moya (Spanien/Nr. 32) 6:4, 7:6 (7:5), 4:6, 3:6, 6:4, Wesley Moodie (Südafrika) - Oscar Hernandez (Spanien) 3:6, 7:6 (7:5), 6:4, 6:2, Fabrice Santoro (Frankreich) - Vince Spadea (USA) 3:6, 6:0, 6:2, 6: 3, Julien Benneteau (Frankreich) - Marcos Daniel (Brasilien) 6:2, 6: 1, 3:0 - Aufgabe Daniel, Yeu-Tzuoo Wang (Taiwan) - Mariano Zabaleta (Argentinien) 6:2, 7:5, 4:1 - Aufgabe Zabaleta, Marcos Baghdatis (Zypern) - Justin Gimelstob (USA) 7:6 (8:6), 7:5, 6:0, Stanislas Wawrinka (Schweiz) - Albert Montanes (Spanien) 4:6, 6:2, 6:3, 6:0, Jan Hernych (Tschechien) - Fernando Vicente (Spanien) 2:6, 6:3, 7:6 (7:5), 6:2, Daniele Bracciali (Italien) - Yen-Hsun Lu (Taiwan) 6:1, 7:6 (7:4), 6:2

Dameneinzel, 1. Runde:

Julia Schruff (Augsburg) - Jelena Dementjewa (Russland/Nr. 9) 7:5, 6:2, Martina Müller (Hannover) - Jarmila Gajdosova (Slowakei) 1:6, 6:2, 6:3, Maria Scharapowa (Russland/Nr. 4) - Sandra Klösel (München) 6:2, 6:1, Laura Granville (USA) - Kathrin Wörle (Wörishofen) 5:7, 6:2, 6:0, Lindsay Davenport (USA/Nr. 1) - Casey Dell'Acqua (Australien) 6:2, 6:1, Nadja Petrowa (Russland/Nr. 6) - Sophie Ferguson (Australien) 6:2, 6:1, Justine Henin-Hardenne (Belgien/Nr. 8) - Marta Domachowska (Polen) 6:2, 6:1, Zwetana Pironkowa (Bulgarien) - Venus Williams (USA/Nr. 10) 2:6, 6:0, 9:7, Swetlana Kusnezova (Russland/Nr. 14) - Lauren Breadmore (Australien) 6:1, 6:3, Daniela Hantuchova (Slowakei/Nr. 17) - Saori Obata (Japan) 3:6, 6:3, 6:0, Jelena Jankovic (Serbien und Montenegro/Nr. 23) - Jill Craybas (USA) 6:2, 4:6, 6:4, Mara Santangelo (Italien) - Tatiana Golovin (Frankreich/Nr. 24) 6:4, 4:6, 6:4, Maria Kirilenko (Russland/Nr. 25) -Jewgenia Linezkaja (Russland) 6:1, 3:1 - Aufgabe Linezkaja, Conchita Martinez Granados (Spanien) - Ai Sugiyama (Japan/Nr. 26) 6: 4, 6:3, Zuzana Ondraskova (Tschechien) - Anabel Medina (Spanien/Nr. 28) 6:3, 6:4, Virginia Ruano (Spanien) - Lourdes Dominguez (Spanien) 6:2, 7:6 (7:1), Maria Elena Camerin (Italien) - Yvonne Meusburger (Österreich) 6:4, 6:2, Ashley Harkleroad (USA) - Shuai Peng (China) 6:4, 6:1, Galina Woskobojewa (Russland) - Emmanuelle Gagliardi (Schweiz) 6:4, 6:3, Jelena Wesnina (Russland) - Ting Li (China) 6:2, 6:3, Olga Sawtschuk (Ukraine) - Tzipora Obziler (Israel) 6:1, 3:6, 6:4, Katarina Srebotnik (Slowenien) - Stephanie Foretz (Frankreich) 6:4, 6:3, Virginie Razzano (Frankreich) - Jelena Dokic (Australien) 3:6, 7:6 (8:6), 6:1, Karolina Sprem (Kroatien) - Alona Bondarenko (Ukraine) 6:4, 6:2, Akgul Amanmuradowa (Usbekistan) - Dally Randriantefy (Madagaskar) 6:3, 2: 6, 6:1, Hana Sromova (Tschechien) - Akiko Morigami (Japan) 3:0 - Aufgabe Morigami

Quelle: sidbackup

 
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