NFL Europe: Galaxy schneller als Fire
VON HANS STOLLE - zuletzt aktualisiert: 08.05.2006 - 08:47Frankfurt (RP). Gewiss, der Auftritt von Rhein Fire beim Erzrivalen Frankfurt Galaxy hatte auch schon vor dem letzten Viertel seine Höhepunkte. Vor allem in den letzten Sekunden vor der Pause, als der erneut bei einem seiner Kurzeinsätze überzeugende zweite Quarterback Timmy Chang nach einigen seiner weiten Pässen das „Ei“ dem starken Wide Receiver Kendrick Starling mit einem kurzen Wurf in der gegnerischen Endzone in die Arme warf.
Ola Kimrin verwandelte in dieser Aktion drei Sekunden vor der Halbzeit den Zusatzkick zur 7:6-Führung (nach 0:6-Rückstand). Die über 1.000 mitgereisten Fire-Fans unter den 32.172 Besuchern verabschiedeten ihr Team mit lauten Fire-Sprechchören in die Kabine.
Galaxy trat auch am Samstag in der heimischen Commerzbank-Arena nicht wie ein überdurchschnittliches Spitzenteam auf, war wie schon beim Hinspiel in Düsseldorf keineswegs so stark wie in diesem Jahr die Amsterdam Admirals, zumindest bis zum Ausscheiden ihres überragenden Quarterbacks Gibran Hamdan.
Auffälligster Akteur der Galaxy war der Runningback Roger „Rabbit“ Robinson, sicher der schnellste Läufer dieser Saison in der National Football League (NFL) Europe. Er erzielte mit seinen 20 superschnellen Sprints einen Raumgewinn von 144 Yards und damit allein mehr als die gesamte Fire-Laufabteilung am Samstag in Frankfurt (41 Yards). Fires Headcoach Jim Tomsula hatte diese klare Verteilung der Kräfteverhältnisse natürlich erkannt. Das gute Galaxy-Laufspiel, das Fire nicht stoppen konnte, sei der Schlüssel zum Sieg gewesen. „Das war für die Zuschauer schön anzusehen, aber nicht für uns“, bemerkte er.
Auch mit einer weiteren Kurzanalyse traf Tomsula am Samstagabend den Nagel genau auf seinem Kopf: „Es war nicht das erste Spiel in dieser Saison, dass erst am Ende entschieden wurde.“ Und auch an dieser entscheidenden Situation der Partie war Roger „Rabbit“ maßgeblich beteiligt. Zwei Minuten waren noch zu absolvieren, Fire führte hauchdünn mit 14:13; Galaxy besaß das Angriffsrecht. Sehr laute „Defense go“-Rufe der Fire-Schlachtenbummler ertönten. Den blitzschnellen Robinson störte das wenig. Nach seinem Lauf stand Frankfurt dicht vor der Fire-Endzone.
Die Fire-Defense kassierte zudem noch eine Raumstrafe. Und Kicker David Kimball hatte leichtes Spiel für seinen Schuss des Tages zum 16:14 aus der Distanz von 23 Yards. Auf dem Video-Würfel wurde zum wiederholten Mal die Szene von der Sprengung des alten Rheinstadions eingespielt. Passend zu diesen Bilden winkte Tomsula den doch traurigen Fire-Fans auf den Rängen zu. Diese Niederlage war aber noch nicht Fires Abschied vom World Bowl 2006.
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