18. German Masters in Pulheim: Golf: Cejka spielt zweitbeste Runde
zuletzt aktualisiert: 09.09.2004 - 21:28Pulheim (rpo). Ein Indianer kennt keinen Schmerz. Diesen Spruch kennt auch Alexander Cejka. Trotz Handverletzung schloss er den ersten Tag des 18. German Masters sehr zufrieden ab und durfte sich in Pulheim bei Köln wie ein Häuptling fühlen.
Der Wahl-Münchner ließ sich auch von den Nachwirkungen seiner Handgelenkverletzung nicht stoppen und spielte mit einer 67 auf dem Par-72-Platz die zweitbeste Runde des Tages hinter Spitzenreiter Padraig Harrington aus Irland (66).
"Ein Indianer kennt keinen Schmerz. Es geht eigentlich ganz gut. Die Verletzung soll keine Ausrede sein", sagte der 33-Jährige, der das Turnier vor zwei Jahren auf genau dieser Position beendet hatte und in der Vorwoche beim European Masters in Crans-Montana in Runde 2 wegen der Blessur an der Hand aufgeben musste. "Ich will in die Top 5", lautet Cejkas diesjährige Zielvorgabe für Pulheim.
Langer hadert mit seinen Putts
Dies dürfte für Gastgeber und Ryder-Cup-Kapitän Bernhard Langer, der im Vorjahr erstmals bei seinem eigenen Turnier am Cut gescheitert war, nur noch schwer zu erreichen sein. Der 47 Jahre alte Turnier-Rekordsieger (1989, 1991, 1997 und 2001) haderte mit seinen Putts und kam nach seinem dritten Bogey des Tages am 18. Loch nur mit einer 73 und einem Platz im breiten Mittelfeld ins Klubhaus. Nach seinem ersten Birdie des Tages am 12. Loch verneigte sich der zweimalige US-Masterssieger sogar ehrfürchtig und zog seine Kappe.
Nicht rund lief es auch für den Ratinger Marcel Siem in seinem früheren Heimatklub. Mit einem Bogey an der 18 und einer 72 beendete er die Runde. "Ich hatte zu wenig Selbstbewusstsein beim Putten. Das Loch war heute zu, ich habe zu viele Chancen vergeben", sagte Siem, im Januar Turniersieger in Südafrika.
Padraig Harrington, als Nummer 8 bester Europäer in der Weltrangliste, gehört zu den acht Spielern des Ryder-Cup-Teams von Bernhard Langer, die im Club Lärchenhof am Start sind. Es sollten sogar zehn Starter sein, doch die Engländer Lee Westwood und David Howell sagten kurzfristig ab. Westwood war am Montag Vater eine Tochter (Poppy Grace) geworden, Howell leidet unter einer starken Erkältung. Langer und seine zwölfköpfige Mannschaft treffen in der kommenden Woche (17. bis 19. September) im Oakland Hills Club bei Detroit als Titelverteidiger auf Herausforderer USA.
Altstar Ian Woosnam sorgt für Schlagzeilen
Für die Schlagzeilen des Tages in Pulheim sorgte Altstar Ian Woosnam. Nach einem Debakel am Schlussloch wurde der Waliser disqualifiziert. Der US-Masters-Champion von 1991 lag vor dem 18. Loch einen Schlag unter Par, als das Drama seinen Lauf nahm. Der 46-Jährige schlug zunächst seinen Ball ins Wasser. Nach einem Strafschlag droppte er den Ball, doch dieser rollte zweimal ins Wasserhindernis zurück.
Nach einem Übungsschwung musste Woosnam mit ansehen, wie der Ball erneut ins Wasser kullerte. Um einen weiteren Strafschlag versuchte er nun, den Ball aus dem Hindernis heraus zu spielen. Nach drei vergeblichen Anläufen gab er auf und verließ kommentarlos den Platz, ohne seine Scorekarte zu unterschreiben. Regelkonform wurde der Waliser disqualifiziert, er verließ die Klubanlage fluchtartig.
Für Ian Woosnam ist es der nächste Zwischenfall nach dem folgenreichen bei der British Open 2001 in Royal Lytham and St. Annes. Damals hatte er unerlaubterweise 15 statt 14 Schläger in seiner Tasche und deshalb zwei Strafschläge erhalten. Damit waren seine Siegchancen dahin, er belegte am Ende wie der Anhausener Bernhard Langer den dritten Platz.
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