Platz zwei mit besten Siegesaussichten: Golf: Siem hält dem Druck stand
zuletzt aktualisiert: 30.08.2003 - 20:01München (rpo). Er hat dem hohen Erwartungsdruck standgehalten: Jungprofi Marcel Siem hat bei der BMW International Open mit dem geteilten zweiten Platz und den Aussichten auf den ersten Sieg seiner zweiten Tour-Saison überrascht.
Mit 202 Schlägen (64+70+68) lag der 23-jährige Düsseldorfer vor der Schlussrunde am Sonntag mit den Engländern Brian Davis und Gary Evans nur zwei hinter dem allein führenden Robert Karlsson (200-65+64+71). Der Schwede verteidigte seinen Spitzenplatz auf dem Par 72-Kurs in München-Nord Eichenried vor bisher 46 500 Zuschauern an drei Tagen und steht nach 1997 erneut vor dem Titelgewinn.
Im bayerischen Schnürlregen war Siem gleich mit einem Bogey gestartet, legte dann eine imponierende Serie von vier Birdies von Loch acht bis elf hin, die ihn zwischenzeitlich zu Karlsson aufschließen ließen. Die Bogeys am 12. und 14. Grün glich der selbstbewusste Siem wie ein Routinier mit Birdies an Loch 16 und 18 aus. "Ich bin ein bisschen ins Schwimmen gekommen, habe mir aber für das Finale den Druck genommen." So gut nach 54 Löchern lag Siem noch nie auf der Tour: "Gestern ist meine Freundin gekommen, morgen will ich Spaß haben und auf jeden Fall strategisch gut spielen."
Deutschlands derzeit bester Golfprofi, der Wahlmünchener Alexander Cejka (205-69+66+70), hat trotz des imposanten Schlussspurts mit zwei Birdies und einem Eagle am 18. Grün den Traum vom ersten Sieg vor seiner Haustür aufgegeben. "Nach den vielen verpassten Putts und dem dusseligen Doppelbogey an der 16 bin ich nach dem Finish ganz zufrieden. Mit einer niedrigen Runde traue ich mir noch einen Top Ten-Platz zu." Es ist wie beim Kollegen Bernhard Langer der 14. Versuch, bei dem der 32-jährige gebürtige Tschechen allerdings im Vergleich die Nase weit vorn hat.
Der Nürnberger Tobias Dier (207-69+68+70) fühlte sich auf Platz 18 im Soll nach einer Saison voller Höhen und Tiefen. Elf Mal hat der zweimalige Europa-Tour-Turniersieger den Cut verpasst und mit Rang 26 bei der Italian Open seinen bisher bestes Ergebnis erzielt. Ryder Cup-Kapitän Langer (211-67+72+72) fiel dagegen nach "einer Runde ohne Fortune" vom 39. Rang auf Platz 54 unter den 71 Finalteilnehmer zurück. "Ich habe mit der Par-Runde mein Handicap heute gespielt, aber das ist nicht gut genug", versuchte der Schwabe zu scherzen. "Der Putter war heute eiskalt, dann kann man auch nicht punkten."
Sein erstes Lehrgeld bei seinem ersten Start bei den Profis bezahlte der erst 18-jährige Amateur Martin Kaymer aus Bergischgladbach. Bis zum 12l Loch lag der Internationale Meister von Österreich mit sechs unter Par besser als der Weltranglisten-Zweite Ernie Els. Dann verhagelten dem Yuongster vier Bogeys in Serie einen beseren Score. Der für ein hohes Antrittsgeld nach Bayern gelotste Australier Ernie Els (213/68+71+74) war bei dem mit 1,8 Millionen Euro dotiereten Wettbewerbs sein Geld nicht wert.
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