Tennis: Grönefeld in Berlin raus - Knatsch um Coach
zuletzt aktualisiert: 10.05.2006 - 14:18Berlin (rpo). Die Zuschauer bei den Qatar Telecom German Open in Berlin mussten sich schon in der zweiten Runde von Anna-Lena Grönefeld verabschieden. Deutschlands beste Tennisspielerin (Nr. 14 der Weltrangliste) unterlag beim mit 1,3 Millionen Dollar dotierten Turnier völlig überraschend der ungesetzten Kolumbianerin Catalina Castano mit 3:6, 6:2, 3:6.
Castano hatte in der ersten Runde in Sandra Klösel aus Oberkirch bereits eine deutsche Spielerin ausgeschaltet.
Derweil ist am Rande des Turniers zwischen Grönefelds Trainer Rafael Font de Mora und Fed-Cup-Teamchef Barbara Rittner ein Streit entbrannt. Dabei geht es offenbar noch um die 2:3-Niederlage der deutschen Mannschaft vor gut zwei Wochen gegen die B-Mannschaft der USA. Font de Mora sagte der Süddeutschen Zeitung, dass Rittner "hintenherum das Spiel der Medien betreibt, statt ihren Job zu machen." Sie müsse "wohl das Geld rechtfertigen, das der Tennis Bund rauswirft", um davon abzulenken, dass "Deutschland nichts vorzuweisen hat." Grönefeld selbst hielt sich bis zu ihrem ersten Match aus dem Streit heraus.
Nach der heftigen Kritik von Font de Mora an ihrer Amtsführung zeigte Rittner dem spanischen Coach am Mittwoch für das wichtige Fed-Cup-Spiel Mitte Juli in China um den Klassenerhalt in der Weltgruppe die "Rote Karte". "Nein, ich dulde nicht, dass er dabei ist", sagte Rittner und reagierte damit auch auf dessen Verhalten bei der 2:3-Pleite vor zwei Wochen in Ettenheim gegen die B-Mannschaft der USA: "So ein Einzeltraining von Anna-Lena wie in Ettenheim möchte ich nicht noch einmal erleben", so Rittner weiter.
Trotz des Ärgers mit dem Trainer hofft Rittner auf ein Mitwirken von Grönefeld: "Sie ist meine absolute Führungsspielerin, die ich auf jeden Fall in China dabei haben will." Die Spielerin selbst wollte sich dazu nicht äußern. "Das sollen sie untereinander regeln", meinte sie nach ihrem enttäuschenden Spiel gegen die aktuelle Nummer 36.
Martina Müller verlor anschließend 3:6, 6:3, 0:6 gegen die frühere russische US-Open-Siegerin Swetlana Kusnezowa. Und zu guter Letzt hatte Julia Schruff beim 4:6 und 3:6 gegen die frühere Weltranglisten-Erste Martina Hingis (Schweiz) keine Chance. In der ersten Runde waren Sandra Klösel und Sabine Lisicki gescheitert.
Ergebnisse:
Qatar Telekom German Open in Berlin (1,34 Mio. Dollar):
2. Runde:
Swetlana Kusnezowa (Russ.) - Martina Müller (Hannover) 6:3, 3:6, 6:0
Catalina Castano (Kolu.) - Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn) 6:3, 2:6, 6:3
Martina Hingis (Schweiz) - Julia Schruff (Augsburg) 6:4, 6:3
Amelie Mauresmo (Frankreich) - Wera Duschewina (Rusland) 6:1, 6:2
Nadja Petrowa (Russland) - Wera Swonarewa (Russland) 6:1, 7:6 (7: 3)
Justine Henin-Hardenne (Belgien) - Mara Santangelo (Italien) 6:4, 6:1
Jelena Dementijewa (Russland) - Julia Wakulenko (Ukraine) 6:2, 3:0
Daniela Hantuchova (Slowakei) - Katarina Srebotnik (Slo.) 6:4, 0:6, 6:1
Dinara Safina (Russland) - Kveta Peschke (Tschechien) 6:3, 6: 1
Maria Kirilenko (Russland) - Klara Koukalova (Tschechien) 6:4, 6:3
Anna Tschakwetadse (Russland) - Anabel Garrigues (Spanien) 6:3, 6:4
Na Li (China) - Nathalie Vierin (Italien) 6:1, 6:2
Sybille Bammer (Österreich) - Laura Pous Tio (Spanien) 6:4, 4:6, 7:5
Jie Zheng (China) - Anne Kremer (Luxemburg) 7:6, 6:3
Anna Smashnova (Israel) - Virginie Razzano (Frankreich) 4:6, 7:5, 6:4
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