WTA-Turnier in Berlin: Grönefeld jetzt gegen Scharapowa
zuletzt aktualisiert: 02.05.2005 - 16:23Berlin (rpo). Traumduell bereits in Runde zwei: Anna-Lena Grönefeld hat ihr Auftaktmatch bei den German Open in Berlin gewonnen und trifft nun auf Tennis-Schönheit Maria Scharapowa. Die deutsche Nummer eins aus Nordhorn besiegte zum Auftakt der 98. Auflage des WTA-Turniers in der Hauptstadt die Russin Jewgenia Linetskaja 6:1, 6:2 und fordert nun am Mittwoch die topgesetzte Wimbledonsiegerin aus Russland.
Für die 19-Jährige Grönefeld ist es das erste Duell gegen die ein Jahr jüngere Tennisdiva Scharapowa, die mit einem Turniersieg in Berlin erstmals an die Spitze der Weltrangliste klettern kann.
Am ersten Tag der German Open, die erstmals unter Leitung des katarischen Tennisverbandes an ihrer traditionellen Heimat auf der Anlage des LTTC Rot-Weiß Berlin stattfinden und mit Beduinenzelten und arabischem Flair aufwarten, war Grönefelds Sieg allerdings das einzige Erfolgserlebnis für die Gastgeber. Anca Barna (Moers), Stefanie Gehrlein (Leimen) und Martina Müller (Hannover) verabschiedeten sich schon in der ersten Runde.
"Es fehlen die Erfolgserlebnisse"
Das sechs Spielerinnen umfassende Aufgebot von Fedcup-Chefin Barbara Rittner ist damit bereits stark geschrumpft. "Es fehlen einfach die Erfolgserlebnisse. Nur mit Erfolgen kommt auch ein positiver Schub rein", gab Rittner zu. Rittner, die in der Hauptstadt selbst noch im Doppel mit der Tschechin Kveta Peschke aufschlägt, will die Veranstaltung in Berlin nutzen, um den im deutschen Tennis so häufig unterentwickelten Teamgeist zu stärken.
Zumindest Anca Barna, die sich erst von Rittner zur Rückkehr ins Fed-Cup-Team hatte überreden lassen, hat nach der deutlichen 1: 6, 2:6-Erstrundenschlappe gegen die Italienerin Flavia Pennetta viel Zeit für teambildende Maßnahmen. "Nach einer Achillessehenverletzung fehlt Anca noch die Matchpraxis", erklärte Rittner.
Deutlich ausgeglichener verlief die Partie der Qualifikatin Gehrlein. Die 23-Jährige unterlag in einem eintönigen Grundlinienduell der US-Amerikanerin Jill Craybas mit 6:4, 3:6, 4: 6. Während ihre Gegnerin den Ball nur im Spiel hielt, brachte sich Gehrlein mit einer hohen Fehlerquote selbst um den Sieg: "Ich bin einfach zu blöd", meinte Gehrlein. Müller unterlag Altmeisterin Conchita Martinez aus Spanien 0:6, 6:7 (5:7).
Spürbar ist auf der Turnieranlage rund um das "Steffi-Graf-Stadion" in jedem Fall aber ein frischer Wind. Nach dem Kauf der Turnierlizenz vom Deutschen Tennis-Bund (DTB) für rund 6,5 Millionen Dollar ist der Tennisverband von Katar Ausrichter des Turniers, was den außergewöhnlichen offiziellen Titel "Qatar Total German Open" hervorbrachte.
Während der DTB zuletzt als Veranstalter verzweifelt und erfolglos einen Hauptsponsor suchte, konnte sich der katarische Verbandschef Scheich Mohammed seine Partner aus der Wirtschaft aussuchen. "Wir haben noch weitere Partner, die bereitstehen", sagte der Tennischef vom Golf. Das Turnier in Berlin soll als Marketingplattform für den Tourismus genutzt werden und so hat der Scheich auch für 2006 die Ausrichtung in der deutschen Hauptstadt zugesagt.
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