Kohlschreiber letzter Deutscher: Grönefeld verpasst Achtelfinale
zuletzt aktualisiert: 21.01.2005 - 11:37Melbourne (rpo). Anna-Lena Grönefeld aus Nordhorn hat das Achtelfinale verpasst. Die 19-Jährige unterlag der Russin Wera Dutschewina 5:7, 4:6. Als letzter von zwölf gestarteten Deutschen trägt nun der Bamberger Philipp Kohlschreiber die Hoffnungen in Melbourne.
Anna-Lena Grönefeld kämpfte tapfer gegen die schon wieder aufsteigenden Tränen und rang sich mühsam ein Lächeln ab. Zwei Tage nach dem größten Erfolg ihrer Karriere war der Traum der 19-jährigen Nordhornerin mit der 5:7, 4:6-Niederlage gegen die Russin Wera Dutschewina in der dritten Runde der Australian Open schon wieder ausgeträumt. "Ich bin sehr enttäuscht. Das war eine große Chance, denn ich habe das Spiel bestimmt und dominiert", meinte Grönefeld. Die deutschen Hoffnungen in Melbourne ruhen nun allein auf Philipp Kohlschreiber aus Bamberg, der in der dritten Runde am Freitag auf den Franzosen Jean-Rene Lisnard trifft.
Schnell war Grönefeld nach der Niederlage in den Katakomben der Margaret Court Arena verschwunden, hatte dann ganz heimlich ein paar Tränen verdrückt und vor allem immer wieder an die acht vergebenen Chancen gedacht, ihrer Gegnerin den Aufschlag abzunehmen. "Das war der Knackpunkt. Ich habe keinen meiner Breakbälle verwertet, sie hat ihre Chancen dagegen genutzt. Daran muss ich arbeiten", meinte die seit April 2003 in Arizona trainierende Blondine und grübelte weiter: "Vielleicht wollte ich auch zuviel. Vielleicht habe ich zu aggressiv gespielt."
In der Tat entspricht Abwarten und geschicktes Taktieren zumindest auf dem Platz nicht gerade ihrem Naturell. Grönefeld marschiert zwischen den Ballwechseln mehr als dass sie geht, und wenn sie einen Fehler macht, lässt sie nicht die Schultern hängen, sondern feuert sich immer wieder selbst an. Die Zuschauer leiden mit ihr, wenn sie sich ärgert und vor Wut den Schläger gegen das Netz donnert - und sie wundern sich über ihre zeitweise taktische Unbedarftheit.
44 leichte Fehler
Gegen Dutschewina produzierte Grönefeld mit riskantem Spiel 44 leichte Fehler, und als sie beim 4:5 im zweiten Satz wieder mal einen Breakball nicht nutzen konnte, war die Partie nach 1:27 Stunden verloren. Noch in der vergangenen Woche hatte Grönefeld ihre alte Rivalin aus Juniorinnen-Tagen mit dem gleichen Ergebnis bezwungen. Immerhin nimmt die aktuelle Nummer 71 der Welt rund 27. 000 Euro und einige Weltranglistenpunkte mit nach Hause.
"Normalerweise brauche ich ein oder zwei Tage, um sowas zu verarbeiten. Insgesamt war es eine gute Woche, und ich gehe positiv hier raus", erzählte die 1,80 m große Blondine. Als nächstes spielt Grönefeld das Turnier im thailändischen Pattaya, wo die frühere Weltranglistenerste einen Martina Hingis einen Comeback-Versuch startet, und im April wird sie beim Fed Cup gegen Indonesien in Essen gebraucht. "Anna soll meine Führungsspielerin sein", sagte die neue Teamchefin Barbara Rittner in Melbourne.
Federer mit Rekord-Sieg
Eine Führungspersönlichkeit ist Roger Federer schon längst. Nach einem 57-minütigen Arbeitstag baute der 23 Jahre alte Titelverteidiger aus der Schweiz seine Siegesserie auf 24 Einzel in Folge aus. 6:3, 5:2 führte er gegen Jarkko Nieminen, als der Finne wegen einer Bauchmuskelverletzung aufgab. Seit seiner Zweitrundenniederlage gegen den jungen Tschechen Tomas Berdych bei den Olympischen Spielen im August in Athen ist Federer die längste Zeit in seiner Karriere ungeschlagen.
Nur vier Spieler haben mehr Matches ohne Niederlage überstanden. Den Rekord hält der Österreicher Thomas Muster mit 35 Siegen auf Sand von März bis Juni 1995. "Die Zuschauer haben sich schon so daran gewöhnt, dass ich gewinne. Keiner versteht mehr, wenn ich mal verliere. Das ist auch nicht einfach", erklärte Federer hinterher sein Luxus-Problem.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







