French Open: Grönefeld will ins Halbfinale
VON MARLEN HASELHUHN - zuletzt aktualisiert: 06.06.2006 - 10:40Paris (sid). An ihrem 21. Geburtstag sorgte Anna-Lena Grönefeld für einen Lichtblick im kriselnden deutschen Damen-Tennis. Sie steht im Viertelfinale von Paris. Das hatte bei einem Grand-Slam-Turnier zuletzt Anke Huber 2000 geschafft.
Kaum hatte Anna-Lena Grönefeld ihren größten Erfolg eingefahren, da dachte sie auch schon an den nächsten Coup von Paris. „Ich werde nicht mit der Einstellung ins Viertelfinale gehen, dass ich schon erreicht habe, was ich wollte”, erklärte Deutschlands derzeit beste Tennisspielerin. Dabei hatte Grönefeld an ihrem 21. Geburtstag bei den French Open Großes vollbracht: Als erste Deutsche seit Anke Huber in New York (2000) steht sie nach einem Zweisatzsieg über Gisela Dulko (Argentinien) im Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers. Dort fordert sie Titelverteidigerin Justine Henin-Hardenne aus Belgien.
„Das ist ein Meilenstein in meiner Karriere. Dafür habe ich einige Jahre hart gearbeitet”, sagte sie. Mit generalstabsmäßiger Planung war sie ihr erstes Achtelfinale bei einem Grand Slam-Turnier angegangen. Gemeinsam mit Trainer Rafael Font de Mora hatte sie das letzte Match gegen Dulko vom Hopman Cup 2005 noch einmal auf dem Computer angesehen.
Es folgten das Training und ein kleines Mittagsschläfchen. „Ich hab mich entspannt, ein bisschen gelesen und mich zurückgezogen”, berichtete Grönefeld. Im Match setzte sie dann die ausgeklügelte Taktik perfekt um und ließ Dulko mit aggressivem Spiel kaum eine Chance, selbst in die Partie zu finden.
Dabei war sie in den Wochen vor dem wichtigsten Sandplatzturnier erheblich angeschlagen. Dem bitteren Fed-Cup-Aus gegen die USA in Ettenheim folgten der offene Streit zwischen Teamchefin Barbara Rittner und Grönefelds Privatcoach Font de Mora sowie das frühe Aus in Berlin. Der Trainerzwist ist zwar noch immer nicht aus der Welt, doch in Paris zeigt sich die Spielerin davon bislang unbeeindruckt. Ohnehin ist die rote Asche von Roland Garros ein gutes Pflaster für die Blondine: 2003 gewann sie bei den French Open den Juniorinnen-Titel.
Seitdem hat Grönefeld im Tenniscamp in Arizona mit dem umstrittenen Font de Mora viel gearbeitet. „Meine Schwächen waren Schnelligkeit und Beweglichkeit”, sagt sie, die in den vergangenen Monaten wesentlich schlanker geworden ist. Auch taktisch zeigt sie sich gereift, hinzu kommt bei der kämpferisch schon immer starken Deutschen eine stabile Psyche: „Ich habe mich auch mental weiterentwickelt. Ich weiß jetzt, dass ich immer wieder zurückkommen kann.
Grönefeld hat im April als siebte deutsche Spielerin die Preisgeldgrenze von einer Million Dollar geknackt hat. Sie hat aufhorchen lassen. „Ich merke, dass ich mehr wahrgenommen werde. Die anderen verfolgen jetzt, wie ich spiele”, sagt sie.
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