Tierisch viel zu tun für Federer: Gstaad: Schüttler erreicht Viertelfinale
zuletzt aktualisiert: 10.07.2003 - 15:26Gstaad (rpo). Den Frust vom Wimbledon gerade eben abgestreift gelang es Rainer Schüttler, auf rotem Sand in den Schweizer Bergen ins Viertelfinale zu stürmen. Er trifft nun auf den Tschechen Radek Stepanek.
Beim mit 525 000 Euro dotierten Turnier in Gstaad setzte sich der Wahl-Schweizer aus dem hessischen Korbach am Donnerstag mit 6:3, 7:6 (8:6) gegen den Belgier Christophe Rochus durch. Auch Wimbledonsieger Roger Federer hat den Einzug ins Viertelfinale geschafft. Der Schweizer setzte sich gegen Jean-Rene Lisnard mit 6:1 und 6:2 durch.
In der Runde der letzten acht trifft Schüttler am Freitag auf den Tschechen Radek Stepanek, der am Donnerstag in zwei Sätzen Schüttlers Doppelpartner Michel Kratochvil (Schweiz) mit 6:3 und 7:6 (7:5) besiegte. Alex Corretja ist dagegen im Achtelfinale ausgeschieden. Sein spanischer Landsmann David Sanchez bezwang den Titelverteidiger mit 6:4, 6:4. Sanchez trifft nun auf den an Nummer eins gesetzten Federer.
Der 27-jährige Schüttler hatte wieder einen optimalen Start, was nicht immer üblich ist bei dem Daviscup-Spieler. Nicht selten verschläft der Kämpfer den Auftakt, doch wie schon in der ersten Runde gegen den Australier Wayne Arthurs kam er prächtig aus den Startlöchern. Seine ungeheure Fitness half ihm dabei. "Es gibt auf der Tour wohl momentan kaum einen Spieler, der fitter ist als Rainer", meinte Boris Becker schon in Wimbledon.
Auch auf dem "Heiligen Rasen" hatte sich Schüttler in prima Form präsentiert. Doch im Achtelfinale gegen den Niederländer Sjeng Schalken leistete er sich einen ärgerlichen Patzer, der ursächlich mit einer Zerrung zusammen hing. "Bei einem Spreizschritt ist es passiert", erklärte der beste deutsche Tennisprofi, der die Verletzung in den fünf Tagen vor dem Turnier im Berner Oberland weitestgehend auskuriert hat.
Gegen Rochus jedenfalls war von einer Behinderung nichts mehr zu spüren. Nach einer halben Stunde war der erste Satz leicht und locker gewonnen. Und auch danach hatte Schüttler gegen den drei Jahre älteren Bruder des Achtelfinal-Gegners von Alexander Popp bei den All England Championships, Olivier Rochus, kaum Probleme. Im Tiebreak allerdings vermochte er nach 84 Minuten erst den dritten Matchball zu verwandeln.
Dem Trubel um seine Person konnte sich derweil Wimbledon-Gewinner Federer kaum entziehen. Dennoch, der erste Schweizer auf dem Thron eines Grand-Slam-Turniers setzte sich am Donnerstag scheinbar mühelos gegen den Franzosen Lisnard in zwei Sätzen durch. Dabei hat der "Beach Boy" aus Basel, der Sand am liebsten am Strand hat, tierisch viel zu tun: Juliette, eine 800 Kilo schwere Kuh, die Federer vom Veranstalter geschenkt bekam, muss täglich gemolken werden.
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